Thioune kann mit Niederlage gegen Aspach "ganz gut leben"

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Nach genau 146 Tagen ohne Niederlage musste sich der VfL Osnabrück am Freitagabend beim 0:2 gegen Sonnenhof Großaspach erstmals seit Mitte September wieder geschlagen geben. Trainer Daniel Thioune gab sich nach Spielende als fairer Verlierer – und wollte die Pleite auch nicht an den verwehrten Elfmetern festmachen.

"Das nehme ich auf meine Kappe"

Unterschiedlicher hätten die Vorzeichen vor dem Spiel kaum sein können, traf der Tabellenführer doch auf den seit sieben Partien sieglosen Drittletzten. Doch gegen den Abstiegskandidaten erwischte der VfL einen schlechten Tag, erlaubte sich ungewohnte Fehler und ließ die zuletzt oft gelobte Effektivität vor dem Tor komplett vermissen. "Wir hätten noch eineinhalb Stunden spielen können und hätten kein Tor erzielt", gab Trainer Daniel Thioune auf der Pressekonferenz offen und ehrlich zu. In der Tat rannten die Lila-Weißen vor allem in der Schlussphase an, bekamen den Ball aber nicht über die Linie.

Und auf der anderen Seite "kommt dieser eine Moment, wo wir nicht wach sind", spielte Thioune auf den Gegentreffer in der 13. Minute an, als Michael Vitzthum sehenswert zur überraschenden Aspacher Führung traf. "Das war schon ein geiles Tor", musste der VfL-Coach zugeben. Vom Punkt hätte Marcos Alvarez kurz danach ausgleichen können, scheiterte jedoch am glänzend parierenden Kevin Broll. "Das nehme ich auf meine Kappe", gab sich Alvarez am "Telekom"-Mikrofon selbstkritisch, auch wenn Kai Gehring zuvor den Elfmeterpunkt "ein bisschen kaputt" getreten habe, wie der 27-Jährige beklagte. "Aber das ist keine Ausrede."

Verwehrte Elfmeter kein Grund für Niederlage

Während dieser Elfmeter nach einem angeblichen Handspiel von Patrick Choroba eher keiner war, hätte den Lila-Weißen in der zweiten Halbzeit gleich dreimal ein Strafstoß zugesprochen werden können. Zunächst in der 51. Minute, als Dem der Ball an die Hand sprang, dann in der 57. Minute, als Gehring das Leder mit dem ausgefahrenen Arm abwehrte und schließlich in Minute 61, nachdem Korbinian Burger das Spielgerät ebenfalls mit der Hand berührte. Besonders in der Szene mit Gehring stand für Thioune fest: "Ein ganz klares Handspiel und ein ganz klarer Elfmeter – darüber müssen wir uns nicht unterhalten." Doch bei allem Ärger über die nicht gegebenen Elfmeter: "Daran hat es nicht gelegen", räumte Thioune ehrlich ein.

Eher störte sich der VfL-Coach an den vielen Fehlpässen seiner Mannschaft und daran, dass sie sich in der ersten Halbzeit hat einlullen lassen. Auch die Ballqualität sei nicht sonderlich hoch gewesen, bemängelte der 44-Jährige. Einen Vorwurf machte er seinen Spielern aber dennoch nicht: "Mit so einer Niederlage kann ich ganz gut leben, weil meine Mannschaft gezeigt hat, das sie wollte. Sie hat alles versucht." Dass so ein Tag mal kommen würde, sei kein Problem. Auch weil Thioune wusste: "Wir haben in der Rückrunde bisher mehr Punkte geholt (9; Anm. d. Red.) als zum gleichen Zeitpunkt in der Hinrunde (8). Das ist sehr positiv." Der VfL-Coach zeigte sich zudem stolz auf seine Mannschaft, dass sie 15 Spiele in Folge ungeschlagen blieb.

Thioune bleibt gelassen

Dass die Niederlage den Tabellenführer nun aus der Bahn wirft, glaubt Alvarez nicht: "Jeder sieht, dass wir eine gute Truppe sind." Auch Thioune bleibt gelassen: "Wir schütteln uns jetzt kurz und arbeiten weiter." Zunächst stand am Freitagabend aber die traditionelle "Lila-Weiße-Nacht" an – eine gemeinsame Feier von Spielern und Fans.

Und auch wenn der VfL erstmals in der Geschichte der Veranstaltung mit einer Niederlage im Gepäck auf die Tanzfläche kam, dürfte die Stimmung bestens gewesen sein. Schließlich grüßen die Lila-Weißen trotz der zweiten Niederlage noch immer von der Tabellenspitze. Am nächsten Samstag, wenn Osnabrück zum Derby nach Münster reist, wollen die Lila-Weißen aber zurück in die Erfolgsspur.

   
  • ironimus

    Jede Serie endet einmal. Und zwar meistens dann, wenn man es am wenigsten erwartert. Der VfL sollte sich jetzt nicht verrückt machen lassen. Die Mannschaft hat das Zeug zum Aufstieg.

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