"Starten unsere Saison jetzt neu": FCS beendet die Horrorserie
Nach 16 langen Spielen ist sie endlich gerissen, die Sieglos-Serie des 1. FC Saarbrücken. Der Jubel nach dem Heimerfolg gegen den VfB Stuttgart II beim Debüt von Trainer Argirios Giannikis war groß, wenngleich die Beteiligten nur von einem "ersten Schritt" sprachen.
"Wir haben gewonnen"
Als Schiedsrichter Timon Schulz nach Ablauf der vierminütigen Nachspielzeit in die Pfeife blies und die Partie damit beendete, überkam es Stadionsprecher Christoph Tautz: "Wir haben gewonnen", brüllte er ins Mikrofon. Auf diesen Satz hatte er lange gewartet, schließlich war der FCS 16 Mal in Folge sieglos geblieben und durfte zum letzten Mal am 19. September beim 2:1 gegen Schweinfurt jubeln – 148 Tage sind seitdem vergangen. 17 sieglose Spiele in Folge hätten einen Negativrekord in der Vereinsgeschichte bedeutet, dieser Makel konnte abgewendet werden. Kai Brünker, der kurz nach der Pause zum 2:0 traf, sprach im "MagentaSport"-Interview von einer "wahnsinnigen Erleichterung", die man auch im kompletten Stadion gespürt habe.
"Anfangs hat man gesehen, dass wir ein bisschen Schwierigkeiten hatten, aber wir haben nach und nach immer mehr reingefunden." Für den Angreifer war es der erste Treffer seit Oktober, worüber er sich "riesig" freute. "Aber noch mehr freue ich mich darüber, dass wir als Team hier gewonnen haben und allen diesen Sieg nach der langen Zeit schenken konnten." Den Treffer widmete er derweil seinem verstorbenen Vater, der am Samstag Geburtstag gehabt hätte. Jetzt gelte es, den "positiven Schwung" mitzunehmen und weiter an "ein paar Stellschrauben" zu drehen. "Wir starten die Saison jetzt neu. Ich bin mir sicher, dass da noch mehr Potenzial drin steckt. Aber heute und morgen können wir es erstmal genießen."
Nur ein "erster Schritt"
Für Trainer Argirios Giannikis war der Sieg der perfekte Einstand. "Man hat in den ersten 20, 25 Minuten gemerkt, dass noch eine Last da ist. Aber in den letzten 15 Minuten wurden wir immer stärker und haben die Tore zu strategisch wichtigen Zeitpunkten gemacht." Nämlich direkt vor und nach der Pause. "Das destabilisiert den Gegner und das haben die Jungs in Summe trotz der Last, die sie tragen mussten, auch gut gemacht", lobte der 45-Jährige. Für den FCS waren es die ersten beiden Treffer nach zuvor drei torlosen Spielen. Zudem stand zum zweiten Mal in Folge die Null. Zum Matchwinner avancierte Rodney Elongo-Yombo, der erst zum 1:0 traf und dann den Treffer von Brünker auflegte. Dennoch wollte Giannikis keinen Spieler einzeln hervorheben: "Die komplette Mannschaft hat super gearbeitet."
Durch den so dringend benötigten Sieg hat der FCS den Vorsprung auf die Abstiegsplätze nun auf drei Zähler ausgebaut, wobei Ulm am Sonntag noch auf zwei Punkte heranrücken könnte. Die Spatzen sind auch der kommende Gegner der Saarbrücker. Beim Zweitliga-Absteiger will der FCS direkt nachlegen. "Klassenhalt ist ein Marathon, kein Sprint", betonte Giannikis. Wichtig sei gewesen, "dass die Mannschaft sieht, was sie leisten und investieren muss, um Spiele zu gewinnen und das Gefühl eines Sieges zu haben." Für den aktuellen Stand zeigte sich der 45-Jährige "erstmal zufrieden mit diesen drei Punkten. Es war ein guter Schritt, aber wir müssen weiter arbeiten. Der Weg ist noch weit." Noch am Abend will sich der Deutsch-Grieche mit der Videoanalyse befassen und diese am Sonntag der Mannschaft präsentieren. Voller Fokus auf den Klassenerhalt statt Valentinstag, lautet das Motto.