"Sollten auch nach hinten gucken": Legt Aue in der Defensive nach?
Nachdem sich Erzgebirge Aue mit Vincent Ocansey im Angriff verstärkt hat und angeblich auch an Mittelfeldspieler Maximilian Wolfram interessiert sein soll, bringt Trainer Jens Härtel vor dem wichtigen Auswärtsspiel in Havelse (Freitag, 19 Uhr) auch einen Transfer für die Defensive ins Spiel. Gleichzeitig fordert er für die Partie am Freitag ein ganz anderes Auftreten.
"Jeder hat gesehen, dass es so nicht geht"
Als "wirklich schlecht" und gar "katastrophal" bezeichnete Härtel sie bei der Spieltags-Pressekonferenz am Mittwoch, die zweite Halbzeit bei der Partie gegen den SSV Ulm am vergangenen Samstag, als die Veilchen erst binnen sechs Minuten zwei Gegentore kassierten und ab der 64. Minute in Unterzahl weiterspielen mussten. Entsprechend sind in der Aufarbeitung klare Worte gefallen, wie Härtel durchblicken ließ. "Jeder hat gesehen, dass es so nicht geht. Dass wir bei einem Fehler oder einem Rückschlag gleich die Nerven verlieren", machte der 56-Jährige deutlich.
"Jeder hatte seinen eigenen Plan, wollte es irgendwie retten und tauchte auf Positionen auf, in denen er nichts zu suchen hat." Jeder habe versucht, den Ball in Räumen zu halten, in denen er eigentlich hätte schnell gespielt werden müssen. "Und dann kam auch noch Frust dazu." Härtel appellierte, sich an den Matchplan zu halten und diszipliniert zu bleiben. Zudem sei "sehr kritisch" angesprochen worden, "dass es nur zusammen geht und nicht jeder sein eigenes Spiel macht", sagte der 56-Jährige, der unter der Woche den Rücken gestärkt bekam.
Fünf Ausfälle
Der Frust sowie der verletzte Stolz, so hofft Härtel, sollen beim TSV Havelse nun in Energie umgewandelt werden. "Mit dem Wissen, was dort gefordert ist. Es geht um Zweikämpfe, zweite Bälle und in den richtigen Räumen Fußball zu spielen." Und das auf "extrem schwierigen" Platzverhältnissen im Eilenriedestadion. Entsprechend werden die Veilchen auch über den Kampf kommen müssen gegen einen wiedererstarkten TSV Havelse, der seit vier Heimspielen ungeschlagen ist.
Fehlen werden neben den Langzeitverletzten Maxim Burghardt (Kreuzbandriss) und Can Özkan (Knie-OP) auch Erik Majetschak (Bluterguss am Sprunggelenk), Julian Günther-Schmidt (Außenbandriss) sowie Ryan Malone (Rot-Sperre). Dafür steht Julian Guttau wieder zur Verfügung, auch Neuzugang Vincent Ocansey ist eine Option. Wobei Härtel dem 25-Jährigen noch Zeit geben will: "Wir können ihn nicht schon in die Verantwortung nehmen. Es sind genügend andere Spieler da, die jetzt gefragt sind." Und so wird Günther-Schmidt entweder durch Marvin Stefaniak oder Mika Clausen ersetzt, während Anthony Barylla für Malone in das Abwehrzentrum rücken wird.
"Defensive nicht außer Acht lassen"
Die Defensive steht bei Härtel auch mit Blick auf weitere Verstärkung im Fokus: "Wir sollten auch mal ein Stück nach hinten gucken, weil unser Kader offensiv schon ganz ordentlich besetzt." In der Abwehr dürfe dagegen nicht mehr viel passieren, allein für die Partie am Freitag fallen drei Spieler aus. "Daher sollen wir die Defensive nicht außer Acht lassen, und deswegen kann es schon sein, dass wir auf der Position vielleicht auch noch mal nachlegen müssen", so Härtel.
Zunächst liegt der Fokus aber auf der Partie am Freitag, schließlich müssen nach zwei Niederlagen zum Auftakt unbedingt drei Punkte her. Denn im Falle einer erneuten Pleite würde Havelse bis auf drei Zähler an Aue heranrücken, das dann zudem weiterhin auf einem Abstiegsplatz bleiben würde. Auch für Härtel könnte es dann eng werden.