"Selten dämlich" und "zu billig": Wollitz schimpft nach 1:4-Pleite

Anstatt im Aufstiegsrennen vorzulegen und zumindest über Nacht an die Tabellenspitze zu springen, musste Energie Cottbus beim 1:4 in Aachen einen herben Dämpfer im Kampf um die 2. Liga hinnehmen. Nach der ersten Pleite des Jahres schimpfte Trainer Claus-Dieter Wollitz vor allem über das Abwehrverhalten seiner Mannschaft. 

Nur eine kurze Hoffnung

Als Biankadi nach 84 Minuten den 1:2-Anschlusstreffer für Energie erzielte, war sie wieder da, die Hoffnung, nach einem 0:2-Rückstand zumindest einen Punkt mitnehmen zu können. Doch keine zwei Minuten später war diese Hoffnung durch das 1:3 bereits wieder dahin (86.), ehe Aachen in der dritten Minute der Nachspielzeit auf 4:1 erhöhte. Am Ende fiel die Niederlage für den FCE womöglich ein bis zwei Tore zu hoch aus, war letztlich aber verdient.

Zum einen, weil im Spiel nach vorne einmal mehr die letzte Konsequenz fehlte. Zum anderen, weil Energie die Gegentore nicht gut verteidigt hat. Das 0:1 (54.) etwa fiel im Anschluss an einen Eckball. Aus dieser Situation einen Treffer zu kassieren, bezeichnete Trainer Claus-Dieter Wollitz bei "MagentaSport" als "selten dämlich", zumal genau diese Situation kurz zuvor während der Halbzeitpause noch angesprochen worden sei.

"Das ärgert mich extrem"

Und vor dem 0:2 nur acht Minuten später gab Cottbus den Ball im Spielaufbau leichtfertig her und setzte dann nicht richtig nach. "Die Entstehung ist einfach zu billig", schimpfte Wollitz, der auch mit dem dritten Gegentor (86.) haderte. Auch hier war die Alemannia nach einem Eckball erfolgreich. "Er kann den Kopfball völlig frei setzen. Der Service war gut, aber die Verteidigung schlecht." Dominik Pelivan bezeichnete das Abwehrverhalten gar als "wirklich dämlich" und meinte: "Wir verlieren ein bisschen die Ordnung. Das ärgert mich extrem." Unter dem Strich sei es ein "bitterer Abend" für Energie gewesen.

Möglicherweise wäre dieser anders verlaufen, hätte Cottbus seine Chancen im ersten Durchgang besser genutzt. Cigerci etwa traf nur den Pfosten. An den schwierigen Platzverhältnissen wollte Pelivan die Niederlage aber nicht festmachen: "Der war für beide Seiten gleich. Und ich glaube auch nicht, dass Aachen durch den Platz einen Vorteil hatte, da sie selbst zocken wollen." Stattdessen habe Aachen den Lausitzern vor allem im Hinblick auf die zweite Welle "ein bisschen den Schneid" abgekauft.

Knacks? "Falsche Leute am falschen Ort"

Am Ende sei die Niederlage "zu hoch", gerade auch mit Blick auf die Tordifferenz, die am Ende womöglich entscheidend sein könnte. "Das darf uns in der Phase nicht passieren. Von daher ist es auf jeden Fall ein leichter Knacks", so der 29-Jährige. Wollitz dagegen wollte von einem Knacks nichts wissen: "Wenn wir aufsteigen wollen, putzen wir uns jetzt den Mund ab und machen weiter. Wir müssen uns jetzt an die eigene Nase fassen und nächste Woche die richtige Antwort geben. Aber jetzt in dieser Phase von einem Knacks zu sprechen, dann sind das die falschen Leute am falschen Ort." Dass Cottbus die Schwarz-Gelben möglicherweise unterschätzt hatte, wischte Wollitz ebenfalls zur Seite. "Wer in unserer Situation irgendjemanden unterschätzt, ist fehl am Platz."

Durch die erste Niederlage nach zehn Spielen hat es Energie verpasst, den Druck auf die Konkurrenten im Aufstiegskampf zu erhöhen und könnte am Samstag von Duisburg verdrängt werden. Eine Reaktion auf die höchste Niederlage seit dem 1:4 in Hoffenheim im August kann Cottbus dann nächste Woche Samstag im Heimspiel gegen Ulm liefern.

   

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