Schimmer: "Hoffe, dass ich nun öfter in der Startelf stehe"

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Im Interview mit liga3-online.de spricht Unterhachings Torjäger Stefan Schimmer über die Serie der SpVgg von sieben (!) Unentschieden hintereinander, den jüngsten 6:0-Kantersieg gegen Fortuna Köln, seine Stammplatzambitionen, seinen Sturmpartner Stephan Hain und das kommende Duell beim FC Carl Zeiss Jena.

"Haben das Zeug dazu, die gesamte Saison über oben mitzuspielen"

liga3-online.de: Die SpVgg Unterhaching ist seit acht Spielen unbesiegt, vor dem jüngsten 6:0-Erfolg gegen den SC Fortuna Köln gab es aber gleich sieben Remis in Folge. Wie kam es zu so vielen Unentschieden hintereinander, Herr Schimmer?

Stefan Schimmer: Das ist schwierig zu erklären. Klar ist, dass eine solche Serie sicher nicht gewöhnlich ist und wir sind froh, dass wir zuletzt wieder gewinnen konnten.

Fühlt sich eine solche Serie positiv an, weil man lange nicht verloren hat, oder eher negativ, weil der letzte Sieg einige Wochen zurückliegt?

Es klingt erst einmal nicht schlecht, wenn man über mehrere Wochen hinweg keine Niederlage einstecken musste. Und die meisten Remis fühlten sich auch gut an, weil wir nach Rückstand in der Schlussphase noch ausgleichen konnten. Im Endeffekt ist es dann aber trotzdem nur ein Punkt, der dich nicht viel weiterbringt.

Beim 6:0 gegen Fortuna Köln haben Sie sich dann den "Remis-Frust" von der Seele geschossen, mit einem Tor und drei Assists waren Sie einer der besten Spieler auf dem Platz. Wie war ein solcher Kantersieg möglich?

Wir wussten, dass Fortuna Köln nach dem vorherigen 0:7 gegen den SV Wehen Wiesbaden angeschlagen war und wollten dem Gegner früh klarmachen, dass auch bei uns nichts zu holen ist. Mit dem frühen Führungstreffer ist uns das auch gelungen. Die gelb-rote Karte für die Fortuna Mitte der ersten Halbzeit hat uns natürlich auch geholfen. Mit den Toren zum 2:0 und zum 3:0 noch vor der Pause war die Partie bereits früh entschieden. Wenn man als angeschlagenes Team zu Zehnt einem 0:3-Rückstand hinterherlaufen muss, ist es dann sehr schwer, in die Begegnung zurückzukommen.

Glauben Sie, dass sich die Fortuna schon bald wieder fangen wird?

Unter der Regie eines neuen Trainers mit zwei so hohen Niederlagen zu starten, ist natürlich bitter. Ich denke aber, das kann sich schneller wieder zum Positiven wenden, als man denkt – vor allem in der sonst so ausgeglichenen 3. Liga, in der wirklich jeder jeden schlagen kann.

Haching rangiert auf Platz sechs, hat nur zwei Zähler Rückstand auf Platz zwei. Was ist für die SpVgg in dieser Saison drin?

Wir haben auf jeden Fall das Zeug dazu, die gesamte Saison über oben mitzuspielen. Dass es für jeden Gegner schwer ist, uns zu bespielen, haben wir glaube ich bereits bewiesen. Wir sind im Vergleich zur letzten Saison spielerisch noch einmal stärker geworden und auf einem sehr guten Weg. Mal schauen, was für uns möglich ist.

 

"Das macht mich sehr stolz"

Auch für Sie persönlich läuft es gut. Nachdem Sie zuvor meistens als Joker zum Einsatz kamen, waren Sie zuletzt zweimal in Folge von Beginn an am Ball und zahlten Ihrem Trainer Claus Schromm das Vertrauen mit zwei Treffern und drei Vorlagen zurück. Mit insgesamt fünf Saisontoren müssen Sie in der internen Torschützenliste nur Stephan Hain (neun Tore) den Vortritt lassen. Kann man sagen, dass Sie jetzt – in Ihrer zweiten Saison als Profi – in der 3. Liga angekommen sind?

Angekommen war ich schon vorher, an das Niveau in der 3. Liga habe ich mich schon länger gewöhnt und es ist ja auch nicht so, dass ich in der letzten Saison wenig gespielt habe. Vier Tore bei 29 Einsätzen, meist als Einwechselspieler, ist für eine Debüt-Saison ja nicht unbedingt eine schlechte Bilanz. Aber es fühlt sich natürlich besser an, wenn man von Beginn an aufläuft und mit der Mannschaft einen Sieg feiern kann. Ich habe meine Sache in den vergangenen beiden Partien denke ich ordentlich gemacht und hoffe, dass ich nun öfter in der Startelf stehe.

Stephan Hain ist ehemaliger Bundesligaprofi des FC Augsburg. In 91 Partien für Unterhaching erzielte er 65 Tore. Ist er eine Art Vorbild für Sie?

Stephan ist auf jeden Fall ein Spieler, der uns verdammt gut tut. Er hat eine riesige Qualität und Erfahrung und ist jederzeit dazu in der Lage, das entscheidende Tor zu machen. Das macht ihn zu einem Angreifer, von dem ich einiges lernen kann. Wir sind aber unterschiedliche Stürmertypen und daher schwer vergleichbar im Hinblick auf ein sportliches Vorbild.

Bis vor kurzem standen Sie noch in Stephan Hains Schatten, jetzt stürmen Sie mit ihm gemeinsam. Wie stolz macht Sie das?

Das macht mich sehr stolz. Ich wusste von Anfang an, dass es schwierig wird, sich gegen Stephan Hain und Sascha Bigalke durchzusetzen. Da Bigalke aktuell auf den Außen spielt, können wir alle Drei auflaufen. Bis jetzt hat das sehr gut funktioniert.

Müssen sich die anderen Teams vor dem neuen Angriff der SpVgg jetzt noch mehr fürchten?

(lacht) Ich hoffe doch, dass sie sich vor uns fürchten. Wir haben unglaublich viel Qualität in der Offensive und haben mit 27 Toren nicht ohne Grund den zweitgefährlichsten Angriff der Liga.

Am Samstag geht es mit der Partie bei Carl Zeiss Jena weiter. Wie schätzen Sie den Gegner ein?

Jena steht zwar unten drin und hatte eine lange Durststrecke. Zuletzt hat der FC Carl Zeiss aber gezeigt, dass er besser ist, als es der Tabellenplatz aussagt. Beim SV Wehen Wiesbaden trotz 0:1-Rückstand noch 3:2 zu gewinnen, ist beachtlich. Wir sind definitiv gewarnt und wissen auch, dass die Spiele in Jena nie einfach sind. Das haben wir auch bei der 1:2-Niederlage in der zurückliegenden Saison zu spüren bekommen.

   

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