"Sagt eine Menge aus": Wienand trainierte auch am Freitag nicht
Nach dem Böller-Skandal beim Spiel gegen Waldhof Mannheim samt der Verletzung von Keeper Felix Wienand versucht Rot-Weiss Essen den Fokus wieder auf das Sportliche zu legen. Am Samstag steht das Auswärtsspiel bei der TSG Hoffenheim II an – allerdings ohne Wienand, der auch am Freitag noch nicht wieder trainieren konnte.
Weder trainings- noch spielfähig
"Knalltrauma mit deutlichem Hörverlust" – so lautete am Donnerstag die Diagnose zu Felix Wienand, nachdem der Keeper infolge der Böller-Explosion am Mittwochabend nicht mehr weiterspielen konnte. Ein Update zum Gesundheitszustand des 23-Jährigen konnte Trainer Uwe Koschinat bei der Spieltags-Pressekonferenz am Freitag nicht geben. "Ich bin kein Mediziner und kenne mich mit diesen Dingen nicht aus. Aber allein, dass er zwei Tage nach dem Vorfall weder trainings- noch spielfähig ist, sagt eine ganze Menge aus." Für die Partie am Samstag ist Wienand, der "sehr engmaschig" untersucht werde, entsprechend keine Option.
Vertreten wird er wie schon am Mittwochabend durch Tino Casali, der am letzten Tag der Winter-Transferperiode als Reaktion auf die Verletzung von Stammkeeper Jakob Golz verpflichtet worden war. Seitdem habe sich der 30-Jährige "unheimlich nah" an die Mannschaft herangearbeitet und seine Rolle "hervorragend verstanden". Gegen Mannheim feierte Casali ein unverhofftes Debüt, machte seine Sache aber gut. Wie Koschinat betonte, habe sich die Sinnhaftigkeit des Transfers allein in diesem Spiel "zu 100 Prozent" erfüllt. Essens Coach sprach von einem "sehr souveränen" Auftritt des Österreichers.
Kräfteverschleiß "nicht ohne"
Dass es der Mannschaft nach dem Vorfall am Mittwochabend nun schwerfallen könne, die Partie in Hoffenheim anzunehmen, glaubt Koschinat nicht. Zum einen, weil der Erfolg gegen Mannheim nach zuvor zwei Niederlagen in Folge "erlösend" gewesen sei. Zum anderen, weil das Team schon nach der langen Spielunterbrechung Nervenstärke gezeigt habe. "Die Mannschaft kann das sehr gut einordnen und hat den Fokus sehr schnell auf das nächste Spiel gelegt." Auch Hoffenheim geht mit einem Erfolgserlebnis in das Duell am Samstagnachmittag, nachdem in Ulm der erste Sieg der Rückrunde gelungen war. In Bezug auf die Kraichgauer sieht Koschinat eine "absolut gesicherte Mannschaft", die nach unten "überhaupt keine Probleme" mehr bekommen werde.
Daher rechnet der 54-Jährige damit, dass der Aufsteiger "sehr befreit" aufspielen werde. Zumal die TSG im Gegensatz zu RWE keinen Reisestress habe. Der Kräfteverschleiß seiner Mannschaft zum Ende der Englischen Woche sei "nicht ohne", meinte Koschinat und deutete daher an, dass es zu Umstellungen kommen könnte. Unter anderem Ruben Reisig dürfte gegen seinen Ex-Klub ein Kandidat sein. Gleichwohl habe die Mannschaft gegen Mannheim "viele Argumente geliefert", weiter auf sie zu bauen. Ausfallen werden – neben Golz und Wienand – einzig Janik Mause (Ellenbogenverletzung) und Tobias Kraulich (Muskelfaserriss). Mit einem Sieg könnte RWE bis auf Platz 3 springen. Eine Entwicklung, die vor Beginn der Englischen Woche sicherlich nicht viele für möglich gehalten hätten.