RWE nach knappen Sieg: "Hätte auch anders ausgehen können"
Erstmals seit 1995 gelang Rot-Weiß Essen durch den 3:2-Erfolg ein Sieg beim 1. FC Saarbrücken. Im Anschluss bemühte sich Trainer Uwe Koschinat die Partie richtig einzuordnen und dankte insbesondere seinen Einwechslungen.
"Totaler Blödsinn über verdienten Sieg zu reden"
Lange Zeit sah es nach zweimaligen Rückstand nach der zweiten Niederlage in Folge aus, ehe RWE das Spiel in den letzten Minuten doch noch drehen konnte. Durchaus glücklich, wie Essens Trainer Uwe Koschinat in der Pressekonferenz nach dem Spiel eingestand: "Ich glaube, dass das Ergebnis heute auch sehr gut anders verdreht hätte ausgehen können", so der 54-Jährige. Dennoch lobte er insbesondere den spielerischen Ansatz seiner Mannschaft, die seiner Meinung nach "einen enormen Schritt in Sachen Souveränität im eigenen Ballbesitz gemacht" habe. "Wir haben ohne Druck kaum einen langen Ball geschlagen und versucht es fußballerisch zu lösen."
Dass sich sein Team dennoch so schwer getan habe, analysierte Koschinat damit, dass es "in Richtung Strafraum ein bisschen zahnlos" war. "Es gab nicht so den allerletzten Punch. Vielmehr waren wir auf der anderen Seite sehr konteranfällig", erklärte der Fußballlehrer. Hinzu gekommen seien außerdem einige Stellungsfehler, die dem FCS die klareren Chancen ermöglichten, in denen Torhüter Jakob Golz mehrfach parieren musste. "Das sind Großchancen, die am Ende dazu führen, dass du hier nicht als Sieger vom Platz gehen kannst", bemängelte der RWE-Coach. Dementsprechend sei es letztendlich "totaler Blödsinn über einen verdienten Sieg zu reden, ganz sicher nicht. In manchen Situationen ist das aber auch mal egal", freute sich Koschinat, der sich erleichtert zeigte, dass seine Mannschaft eine Antwort auf die Niederlage der Vorwoche geben konnte.
Arslan zuvor "ein bisschen verkopft"
Dass es schließlich doch noch zu einem Sieg reicht, verdankte der Trainer vor allem auch seinen Einwechslungen. Mit Marvin Obuz, Franci Bouebari und Ahmet Arslan waren gleich drei davon an den entscheidenden Toren beteiligt. Letzterer startete in dieser Saison erstmals von der Bank, was Koschinat so erklärte: "Es war in den vergangenen Wochen auf der Suche nach Situationen und vielleicht ein bisschen verkopft." Zwar habe sich der Vize-Kapitän durch seine Leistungen durchaus "einen gewissen Bonus verdient", dennoch könne es manchmal "auflösen wirken von der Bank zu kommen", erklärte der Trainer.
Wie gut das wirkte, zeigte Arslan, nachdem er ins Spiel kam und nicht nur aufgrund des Elfmetertreffers positiv auffiel. Der Offensivmann berichtete von einem guten Austausch mit seinem Trainer, der ihm ein gutes Gefühl gegeben habe: "Ich habe dem Trainer gesagt, dass ich ihm trotzdem vertraue, weil es auf Gegenseitigkeit beruht. Er hat mir gesagt, dass ich ein Spieler sei, der vielleicht ein bisschen die Last von seinen Schultern bekommen müsse und ich habe das Gefühl, dass man das heute gesehen hat. Ich habe in 20 Minuten mehr Aktionen gehabt als letzte Woche in 70 Minuten", erklärte Arslan gegenüber "MagentaSport". Ob es in der kommenden Partie gegen den VfB Stuttgart II (Freitag, 19 Uhr) dann wieder für die Startelf reicht, müsse nun der Trainer entscheiden. Nach dem dritten Sieg aus den letzten vier Partien ist RWE nun Vorerst Vierter – punktgleich mit dem Dritten aus Osnabrück.