Rückzug beim FC 05: Wolf nennt Fan-Proteste als Auslöser

Beim 1:1 in Hoffenheim am Freitagabend stand beim 1. FC Schweinfurt noch das Sportliche im Vordergrund, wenige Stunden später folgte der Paukenschlag: Markus Wolf ist nicht länger Präsident der Schnüdel und beendet zudem sein Engagement als Hauptsponsor. Als Auslöser nennt der 57-Jährige nun Fan-Proteste.

"Das zeigt, wie undankbar diese Leute sind"

18 Jahre Hauptsponsor und 16 Jahre Präsident: Markus Wolf prägte in den letzten Jahren die Geschicke bei den Unterfranken maßgeblich, nun nimmt diese Ära ein jähes Ende. Nachdem er in der Pressemitteilung des Vereins am Samstag zunächst allgemein davon gesprochen hatte, dass "aktuelle Entwicklungen rund um den Verein" eine "vertrauensvolle Zusammenarbeit" nicht mehr möglich machen würde, erklärt er im Gespräch mit der "Main Post", dass vor allem die Fan-Proteste gegen ihn ausschlaggebend für den Rückzug gewesen seien.

Sowohl im Heimspiel gegen Rot-Weiss Essen am vergangenen Mittwoch ("Liga 3: krachend gescheitert! Liga 4: Machen wir so weiter?") als auch in Hoffenheim ("Schlimmer als jeder Abstieg ist nur unsere Vereinsführung") hatten Fans jeweils Spruchbanner präsentiert, die gegen Wolf gerichtet waren. "Das Plakat war einfach zu viel. Das zeigt, wie undankbar diese Leute sind. Das ist, als ob du deine Milch gebende Kuh schlachtest. Jetzt können ja die Plakateschreiber Verantwortung übernehmen und zeigen, dass sie es besser können."

Rückkehr ausgeschlossen

Mit dem Abstieg habe sein Rückzug indes "0,0 zu tun", betont Wolf: "Ich verlasse kein sinkendes Schiff. Vielmehr wolle er "Platz für einen Neuaufbau" machen. Der 57-Jährige bleibt dem Verein aber erhalten – zumindest als Zuschauer: "Ich bin jetzt Fan und gehe als solcher ins Stadion." Gleichzeitig macht er deutlich, dass seine Entscheidung endgültig sei: "Es war keine Kurzschlussreaktion."

Kritik an seiner Arbeit weist der langjährige Macher nicht zurück – vor allem wegen seiner Alleingänge stand er in der Kritik -, stellt aber seine Verdienste heraus: "Ich weiß, was ich geleistet habe." Unter seiner Führung war der Verein von der Landesliga bis in die 3. Liga aufgestiegen. Trotz seines Rückzugs will Wolf dem Klub wirtschaftlich weiterhin Stabilität ermöglichen. Ein gewährtes Darlehen werde er "nicht offen stellen", der Verein könne "weiterhin vernünftig wirtschaften". Über die genaue Höhe machte er keine Angaben. Zudem bleibt Wolf auch weiterhin Gesellschafter der Fußball-GmbH, an der er 100 Prozent der Anteile hält.

Noch mehrere offene Fragen

Der operative Betrieb soll unterdessen intern aufgefangen werden: Gespräche mit Sponsoren führt Marketingverantwortlicher Steffen Reiser, während sich Vize-Geschäftsführer Sport Marcel Kühlinger um den Kader kümmert. Wolf selbst steht nach eigenen Angaben beratend zur Verfügung – "für den Fall, dass sie meine Meinung hören wollen".

Unklar bleibt derweil, wie sich der Klub nach dem Abstieg strukturell aufstellen wird. Wolf wollte dazu keine konkreten Aussagen treffen, betont aber: "Der FC wird auf jeden Fall weiter bestehen." Noch ist allerdings offen, ob unter Profi- oder Amateurbedingungen. Ebenfalls unklar ist, inwiefern sich der von Wolf ausgerufene direkte Wiederaufstieg ohne die finanziellen Mittel des 57-Jährigen realisieren lässt. Derzeit deutet es eher darauf hin, dass der Ausflug in die 3. Liga vorerst ein einmaliger war.

   

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