Rot- und Elfmeter-Frust beim Jahn: Schiri räumt Fehlentscheidung ein

Im Duell der formstärksten Teams der Liga zog Jahn Regensburg gegen Hansa Rostock beim 0:3 klar den Kürzeren – auch aufgrund einiger umstrittener Entscheidungen des Schiedsrichters. Dieser stellte sich im Nachgang und räumte eine Fehlentscheidung ein.

Platzverweis "brutal spielentscheidend"

Sie war am Ende "brutal spielentscheidend", wie Noel Eichinger bei "MagentaSport" sagte, die rote Karte gegen Nick Seidel nach 37 Minuten. Schließlich war Regensburg danach über 50 Minuten in Unterzahl. Was war passiert? Auf der linken Außenbahn ging der 20-Jährige mit gestrecktem Bein und offener Sohle in Gegenspieler Harenbrock und traf ihn auch, was glatt Rot nach sich zog. Trainer Michael Wimmer bezeichnete den Platzverweis als "ein bisschen überzogen", zumal das Spiel die rote Karte gar nicht hergeben habe. Zwar gestand der Jahn-Coach den Kontakt ein, verwies aber darauf, dass dieser nicht "überhart" gewesen sei und zudem "spektakulärer" ausgesehen habe, als er tatsächlich war.

Auch Schiedsrichter Yannik Sager, der von den Fans mit "Schieber"-Rufen bedacht wurde, bezog nach Abpfiff Stellung dazu und verwies darauf, dass sowohl die hohe Dynamik der Grätsche als auch das Trefferbild für eine rote Karte sprechen würden. Schließlich seien damit zwei von drei Kriterien für einen Platzverweis erfüllt gewesen. Über das dritte Kriterium, das auf die Spielbarkeit des Balles abzielt, könne man zwar streiten, räumte Sager ein. "Ich denke, dass es seine Intention ist, den Ball zu spielen, und will ihm auch gar nichts Böses unterstellen. Aber er trifft ihn mit offener Sohle und gestrecktem Bein auf dem Knöchel, wenn nicht sogar leicht oberhalb. Das geht in die Richtung gesundheitsgefährdend." Und gerade weil er abspringt, habe er zudem keine Kontrolle über sich und den Körper. "Wo er ihn trifft, das liegt nicht mehr in seiner Kontrolle."

"Nicht strafbar und dann auch kein Elfmeter"

Für Diskussionen sorgte auch der Elfmeter für Hansa in Minute 43 nach einem vermeintlichen Handspiel von Mätzler. Während Wimmer diesen als "grenzwertig" bezeichnete, räumte Sager eine Fehlentscheidung ein: "Meine Wahrnehmung auf dem Platz war, dass der Ball an den ausgestreckten rechten Arm geht. Das wäre dann ein strafbares Handspiel. Allerdings wird er am linken und angelegten Ellenbogen getroffen. Das ist nicht strafbar und dementsprechend dann auch kein Elfmeter." Glück im Unglück für den Jahn: Fatkic setzte den Strafstoß über den Kasten. Neben den beiden Szenen sah Eichinger zudem noch "viele Kleinigkeiten", die gegen den Jahn entschieden worden seien. Braucht es den Videobeweis in der 3. Liga? Wimmer meinte: "In der Liga steht viel auf dem Spiel. Je mehr Möglichkeiten es gibt, um Entscheidungen besser zu treffen, desto eher sollte man das machen. Aber das ist nicht meine Entscheidung."

Am Schiedsrichter festmachen wollte der Jahn-Coach die Niederlage aber nicht: "Letzte Woche hatten wir ein bisschen Glück bei den Schiedsrichter-Entscheidungen, jetzt ein bisschen Pech. Trotzdem ist der Sieg für Hansa verdient und geht absolut in Ordnung." Denn nach einem guten Start habe sein Team "den Zugriff verloren", wie Wimmer einräumte. Dennoch könne das Team stolz auf die Leistung sein, meinte Eichinger. "Wir haben alles versucht und hatten sehr viele gute Aktionen. Am Ende spiegelt das Ergebnis die Partie gar nicht wider." Durch die erste Niederlage nach zuletzt zwei Siegen rutscht der Jahn wieder auf Platz 15 ab und hat weiterhin nur drei Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze. "Wir müssen jetzt nach vorne blicken und die letzten Spiele wieder mit 100 Prozent angehen", rief Eichinger aus, der beim kommenden Spiel in Hoffenheim aufgrund seiner fünften gelben Karte allerdings fehlen wird.

   

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