RL-Reform vor Durchbruch: Vier Staffeln mit je 20 Teams?
In der seit Jahren diskutierten Aufstiegsfrage zur 3. Liga zeichnet sich eine Lösung ab. Die vom DFB eingesetzte Arbeitsgruppe zur Reform der Regionalliga steht nach "MDR"-Angaben kurz vor dem Abschluss ihrer Beratungen. Kern des Modells ist eine Vier-Staffel-Lösung mit jeweils 20 Mannschaften – insgesamt also 80 statt bislang 90 Regionalligisten.
Flexible Einteilung der Staffeln geplant
Die Einteilung der Staffeln soll künftig flexibel erfolgen. Feste Ländergrenzen sind demnach nicht vorgesehen, vielmehr soll die Zuordnung anhand möglichst kurzer Fahrtstrecken berechnet werden. Ziel ist es, Reisekosten zu reduzieren und gleichzeitig regionale Duelle zu erhalten. Die vier Meister würden direkt in die 3. Liga aufsteigen. Bislang steigen nur die Meister aus den Staffeln West und Südwest direkt auf, während ein weiterer direkter Aufstiegsplatz jährlich wechselnd an die Staffeln Nord, Nordost und Bayern geht. Die Meister aus den verbleibenden zwei Staffeln spielen den vierten Aufsteiger in zwei Entscheidungsspielen aus.
Zudem ist geplant, einheitliche Zulassungskriterien für alle Staffeln einzuführen. Damit sollen Unterschiede bei Infrastruktur und Rahmenbedingungen zwischen den bisherigen Regionalligen angeglichen werden. Gleichzeitig erhofft man sich, wirtschaftliche Risiken zu verringern, indem Vereine stärker in nachhaltige Strukturen investieren. Der Abstand zwischen vierter und dritter Liga würde dadurch kleiner.
Regional- und Landesverbände müssen zustimmen
Auch der Übergang zum neuen System ist bereits skizziert. Schon in der Saison 2026/27 könnte sich demnach in jeder Regionalliga zwölf Teams sportlich für das neue Modell qualifizieren, das dann zur Saison 2027/28 greifen würde. Zusammen mit vier Absteigern aus der 3. Liga und 14 Oberliga-Meistern käme man auf 78 Vereine. Zwei Startplätze sind noch offen. Diskutiert wird, ob zusätzliche Teams aus Bayern und dem Nordosten berücksichtigt werden, eine Entscheidung dazu steht aber noch aus. Die letzten Details sollen am Dienstag besprochen werden, wenn die Arbeitsgruppe zu einem weiteren Treffen zusammenkommt.
Langfristig würden aus jeder der vier Staffeln bis zu vier Teams absteigen, sodass alle 14 Oberliga-Meister direkt aufsteigen könnten. Die Struktur der vierthöchsten Spielklasse wäre damit bundesweit einheitlich geregelt. Formell ist das Modell jedoch noch nicht beschlossen. Die Arbeitsgruppe spricht lediglich eine Empfehlung aus, die Regional- und Landesverbände müssen bei einem außerordentlichen DFB-Bundestag zustimmen. Laut MDR steht DFB-Präsident Bernd Neuendorf hinter dem erarbeiteten Konzept. Als mögliche Kritiker gelten Vertreter aus dem Westen und Südwesten.