Regionalliga-Reform: AG ringt weiter um finale Lösung

In der Diskussion um eine Reform der Regionalliga ist der Durchbruch zwar bereits näher gerückt, eine endgültige Entscheidung gibt es aber weiterhin nicht. Die vom DFB eingesetzte Arbeitsgruppe beschäftigte sich bei ihrer Sitzung am Dienstag nach Angaben des Verbandes zwar mit einer konkreten Empfehlung für die zuständigen Gremien, sei aber noch zu keiner finalen Lösung gekommen, heißt es.

"Kompass-Modell" im Fokus

Im Fokus der vierten Sitzung der Arbeitsgruppe stand laut dem DFB das sogenannte "Kompass-Modell", das bereits seit einigen Wochen diskutiert wird und inzwischen als Favorit gilt. Dieses sieht eine Reduzierung von fünf auf vier Staffeln mit jeweils 20 Mannschaften vor. Damit würde die Zahl der Regionalligisten von aktuell 90 auf 80 sinken. Die Einteilung der Ligen soll künftig flexibel erfolgen und sich nicht mehr an festen Verbandsgrenzen orientieren. Stattdessen würden die Staffeln jährlich anhand der kürzesten Fahrtstrecken zusammengesetzt. Ziel ist es, Reisekosten zu senken und gleichzeitig attraktive regionale Duelle zu erhalten. Die vier Meister würden direkt in die 3. Liga aufsteigen, Aufstiegsspiele wären nicht mehr notwendig.

Auch die Abstiegsregelung innerhalb der Regionalliga wäre einheitlich geregelt und nicht länger davon abhängig, aus welcher Region ein Klub aus der 3. Liga absteigt. Auch ein verstärkter Abstieg in einzelnen Staffeln wären damit ausgeschlossen. Zudem könnten die bestehenden Aufstiegsregelungen aus der Oberliga beibehalten werden. Perspektivisch sollen bis zu vier Teams pro Staffel absteigen, sodass alle 14 Oberliga-Meister direkt aufsteigen könnten. Das hatte der "MDR" zuletzt gemeldet.

Vesper mahnt zu mehr Weitsicht

Neben dem "Kompass-Modell" wurden weitere Varianten diskutiert, "ohne dass sich dabei bisher ein bevorzugtes Modell herauskristallisiert hat", teilte der DFB mit. AG-Vorsitzender Dr. Michael Vesper spricht von "intensiven" Gesprächen, die er jedoch als "konstruktiv" wahrnehme. Zugleich mahnte er: "Wenn jeder nur aus seiner eigenen Brille auf die Dinge schaut, werden wir keine Lösung finden. Wir müssen daher immer das Gesamtbild im Blick behalten." Daher sei es entscheidend, "dass wir verstärkt positive Aspekte einzelner Modelle betrachten und nicht allein gegen etwas argumentiert wird", so Vesper. Die nächste Sitzung der Arbeitsgruppe ist für den 25. März angesetzt.

Ob dann eine Entscheidung fällt, ist allerdings offen. Klar ist hingegen: Die Arbeitsgruppe selbst ist kein Beschlussgremium, sondern spricht lediglich eine Empfehlung aus. Letztlich müssen die Regional- und Landesverbände zustimmen. Sollte sich das "Kompass-Modell" durchsetzen, könnten sich schon in der Saison 2026/27 pro Staffel zwölf Teams sportlich für das neue Modell qualifizieren, das zur Spielzeit 2027/28 starten könnte. Zusammen mit vier Absteigern aus der 3. Liga und 14 Oberliga-Meistern ergäbe das 78 Vereine, zwei Startplätze sind noch offen. An wen diese gehen, steht noch nicht fest.

   

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