Pourié im Interview: "Hätte noch mehr Tore machen können"

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Im Interview mit liga3-online.de spricht KSC-Stürmer Marvin Pourié über seine Top-Form, seine vielen Karrierestationen im Ausland, die Ambitionen des KSC und die kommende Partie bei der zuhause noch unbesiegten SG Sonnenhof Großaspach.

"Harte Arbeit zahlt sich jetzt aus"

liga3-online.de: Acht Tore in den letzten neun Spielen: Auch Ihre Top-Form ist ein Grund für den Aufschwung des Karlsruher SC, der nach sechs Spieltagen noch auf Platz 14 rangierte und mittlerweile Tabellendritter ist. Warum fand der KSC so schwer in die Saison, Herr Pourié?

Marvin Pourié: Wir hatten viele Stammspieler verloren, unter anderem der Verlust der beiden Leihspieler Fabian Schleusener und Jonas Föhrenbach war nicht einfach zu kompensieren. Wir mussten uns als Team erst einmal neu finden. Ich würde sogar sagen, dass wir uns teilweise jetzt noch in der Findungsphase befinden. Das ist ein Prozess, der einige Monate andauern kann.

Nach dem sechsten Spieltag folgten vier Siege in Folge, zuletzt gab es drei Siege hintereinander. Spätestens jetzt sind Sie aber im Aufstiegsrennen angekommen, oder?

Klar ist, dass wir wieder oben mitspielen wollen und alles dafür geben, am Ende unter den besten zwei Mannschaften zu stehen. Derzeit geht es noch sehr eng zu, mit einer Niederlage könnten wir bis auf Platz sechs abrutschen. Wichtig ist, dass wir in den nächsten Wochen nachlegen und aus den verbleibenden vier Partien vor der Winterpause so viele Punkte wie möglich holen, um uns oben festzubeißen und uns für das Aufstiegsrennen in der zweiten Saisonhälfte eine gute Ausgangslage zu verschaffen.

Sie haben einen bemerkenswerten Lauf und treffen aktuell am laufenden Band. In den letzten drei Partien erzielten Sie gleich vier Treffer. Hatten Sie in Ihrer bisherigen Karriere jemals mehr Selbstbewusstsein auf dem Platz?

Es ist nicht so, dass ich mein Selbstvertrauen je verloren habe. Ich habe auch in schlechteren Phasen immer an mich geglaubt und hart weiter gearbeitet. Diese harte Arbeit zahlt sich jetzt aus. Ich bin froh, dass der Knoten geplatzt ist, nachdem ich in den ersten sechs Saisonspielen kein Tor erzielen konnte. Ich bin aber gleichzeitig selbstkritisch und weiß, dass ich in den vergangenen Wochen noch mehr Tore hätte machen können.

 

"Befinden uns bereits in Gesprächen"

Sie sind bereits viel herumgekommen, spielten in der Jugend für den BVB und den FC Liverpool, standen später beim FC Schalke 04 unter Vertrag, waren in Russland und Belgien am Ball und verbrachten viele Jahre bei verschiedenen Vereinen in Dänemark. Wie würden Sie Ihre bisherige Laufbahn beschreiben?

Die letzten Jahre waren für mich eine Entwicklungsphase. Ich habe viele Erfahrungen gesammelt – sowohl gute als auch schlechte -, an denen ich gewachsen bin. Nichtsdestotrotz war es eine Odyssee, die mit dem Wechsel zurück nach Deutschland zum KSC Anfang des Jahres hoffentlich ein Ende gefunden hat.

Es ist also Ihr Wunsch, nach so vielen Karrierestationen im Ausland wieder in Deutschland sesshaft zu werden?

Auf jeden Fall. Ich bin froh, wieder zuhause zu sein und in Deutschland Fußball spielen zu dürfen. Und ich bin sehr stolz darauf, dass es derzeit so gut für uns läuft und ich mit meinen Toren zum Erfolg des KSC beitragen kann.

In Karlsruhe scheinen Sie sich wohlzufühlen, Ihre Torausbeute ist zumindest ein Indiz dafür. Ihr Vertrag läuft aber zum Saisonende aus. Wie geht es danach weiter?

Wir befinden uns bereits in Gesprächen. Aber um ehrlich zu sein, hat eine mögliche Vertragsverlängerung derzeit überhaupt keine Priorität für mich. Der Fokus liegt auf den kommenden Aufgaben mit dem KSC.

Am Sonntag geht es mit der Partie bei der SG Sonnenhof Großaspach weiter, die zuhause noch nicht verloren hat (zwei Siege, sechs Remis). Was ist von Ihrem Team gefordert, um den vierten Sieg in Serie einzufahren?

Großaspach ist vor heimischer Kulisse bärenstark. Schon viele Top-Teams haben sich bei der SG die Zähne ausgebissen und konnten maximal einen Punkt entführen. Uns erwartet ein schweres Spiel, in dem wir wieder an unsere Leistungsgrenze gehen müssen. Wir wollen aber definitiv die erste Mannschaft sein, die in dieser Saison in Großaspach gewinnt. Für uns zählt bei unseren Ambitionen nichts anderes als ein Sieg.

   

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