OB Reiter optimistisch: Lösung für das Grünwalder Stadion bis 2026
Im Streit um die Zukunft des Grünwalder Stadions sieht Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter deutliche Fortschritte. Wie der SPD-Politiker gegenüber der "Abendzeitung" erklärte, soll bis 2026 eine endgültige Entscheidung fallen.
Drei Szenarien auf dem Tisch
"Es gehört zu meinen Zielen für 2026, dass wir das Problem Sechzgerstadion gelöst haben. Und zwar so, dass die Sechzger zufrieden sind." Aktuell liegen drei Szenarien auf dem Tisch. Variante eins sieht vor, dass Stadt und TSV 1860 München sich über Miete und Laufzeit für ein saniertes Stadion einigen – in diesem Fall würde die Stadt den Umbau übernehmen. Kommt es zu keiner Einigung, könnte die Stadt rund 40 Millionen Euro investieren, um das Stadion im bestehenden Zustand als reine Amateurspielstätte zu erhalten. Als dritte Option steht eine Übernahme durch die Löwen im Raum: Der Klub könnte ein eigenes Ausbaukonzept samt Finanzierung vorlegen und das Stadion in Erbpacht betreiben.
Einen Neubau in München-Riem, früher ebenfalls diskutiert, hält die Stadt inzwischen für endgültig vom Tisch. Stattdessen setzt Reiter klar auf die Variante, bei der 1860 selbst aktiv wird. Deshalb wurde die ursprünglich bis Ende 2025 laufende Frist um ein Jahr verlängert, damit der Verein mehr Zeit für seine Machbarkeitsstudie erhält. "Wenn die Löwen das finanziell hinkriegen, wäre das meine Lieblingslösung", betont Reiter. Eine Erbpachtlösung ließe sich aus seiner Sicht "deutlich besser" erklären – auch, weil die Stadt sparen müsse.
Kapazität von 25.000 Plätzen möglich?
Fest steht: Unabhängig von der gewählten Variante wären Investitionen von über 40 Millionen Euro am Standort nötig. Dass die Löwen eine Kapazität von 25.000 Plätzen anstreben, sieht Reiter grundsätzlich nicht als Hindernis. Beim Lärmschutz könne eine vollständige Überdachung eine "völlig andere Lage" schaffen, beim Thema Parkplätze setzt er auf Shuttle-Lösungen statt große Parkflächen.
Während eines möglichen Umbaus müsste der Klub allerdings auf einen Ausweichspielort zurückgreifen. Eine Sondergenehmigung für das Olympiastadion hält Reiter für realistisch: "Davon bin ich fest überzeugt." Selten hat sich der Oberbürgermeister so optimistisch zur Zukunft des Grünwalder Stadions gezeigt. Nun liegt der Ball zunächst beim TSV 1860, der seine Konzeptarbeit fortsetzen muss.