Neidharts Schiri-Schelte: "Sollte Jugendspiele pfeifen"

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Die Erfolgsserie des SV Meppen hält: Nach dem 1:1 gegen die Würzburger Kickers sind die Emsländer nun seit sieben Partien ungeschlagen und weiterhin die beste Rückrundenmannschaft. So richtig zufrieden war Trainer Christian Neidhart mit dem Unentschieden trotz einer schwachen ersten Halbzeit aber nicht – was an zwei Entscheidungen von Schiedsrichter Bastian Börner lag.

Elfmeter und Tor nicht gegeben

Sie hatten wieder zugeschlagen, die Last-Minute-Experten der 3. Liga: Es lief die zweite Minute der Nachspielzeit, als Thilo Leugers eine Ecke von David Vrzogic per Kopf im Tor unterbrachte. Doch bevor der 28-Jährige zum Jubeln abdrehen konnte, ertönte ein Pfiff von Schiedsrichter Bastian Börner. Der Unparteiische entschied zum Entsetzen des SVM auf Stürmerfoul und gab den Treffer nicht. Eine Entscheidung, die bei Trainer Christian Neidhart auf Unverständnis stieß. Als er die Szene im "Telekom"-Interview nach Spielende erstmals in der Wiederholung sah, musste er lachen: "Das ist ein klares Tor. Der Torwart wird durch seinen eigenen Spieler behindert." In der Tat lässt sich auch in der Zeitlupe kein Foul von Leugers erkennen, stattdessen steht Dominic Baumann seinem Keeper im Weg – somit ein reguläres Tor.

Auch bei einer Szene in der 72. Minute war Neidhart mit Börners Entscheidung nicht einverstanden: Nachdem Drewes im FWK-Tor einen Distanzschuss von Nick Proschwitz nur abprallen ließ, stürmte Marius Kleinsorge zum Ball, wurde von Drewes am Fuß getroffen und zu Fall gebracht. Auf den Punkt zeigte der Unparteiische jedoch nicht. "Da muss er den Elfmeter geben, ganz klar", schimpfte Neidhart. "Der Schiedsrichter hat gesagt, der Torwart habe den Ball gespielt. Das muss er mir mal erklären, wie das gehen soll", führte der SVM-Coach weiter aus und fand anschließend deutliche Worte zur Leistung des Unparteiischen: "Der Schiedsrichter hat wie bei einem Jugendspiel gepfiffen. Vielleicht sollte er im Jugend- und nicht Herrenbereich weitermachen." Auch bei der gelb-roten Karte für Würzburgs Patrick Breitkreuz in der 77. Minute aufgrund ein vermeintlichen Fouls an Luka Tankulic lag Börner falsch.

Neidhart selbstkritisch

Doch bei allem Ärger über den Unparteiischen zeigte sich Neidhart mit Blick auf den Auftritt im ersten Durchgang auch selbstkritisch: "Wir waren deutlich unterlegen, das muss man klar sagen." Würzburg habe dem SVM das Leben "richtig schwer" gemacht, fand Meppens Übungsleiter und gab offen zu: "Wir konnten von Glück reden, dass es zur Pause nur 0:1 stand." In der Tat hätte sich der SVM über weitere Gegentore nicht beschweren dürfen, die Chancen waren da. "Wenn die in der ersten Halbzeit ihre Chancen machen, dann gehst du mit 0:3- oder 0:4-Rückstand in die Halbzeit", wusste auch Leugers den ersten Durchgang gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung" einzuordnen.

"Wir haben in der Pause gesagt, dass wir uns steigern und Mentalität zeigen müssen – das haben wir gemacht", war Neidhart zufrieden. Dass der Ausgleichstreffer von Nick Proschwitz unmittelbar nach Wiederanpfiff fiel, spielte dem SVM, der Würzburg anschließend auf Augenhöhe begegnete, in die Karte. Am Ende wäre der Sieg möglich gewesen – wenn der Schiedsrichter mitgespielt hätte. Verdient wäre er, das musste Neidhart zugeben, jedoch nicht gewesen. "Aber die Möglichkeiten waren da. Von daher ist es ärgerlich."

Elf Punkte vor den Abstiegsplätzen

Doch ärgern muss sich der SVM eigentlich nicht – schon gar nicht beim Blick auf die Tabelle: Nach 17 Punkten aus den acht Spielen der Rückrunde liegen die Emsländer auf einem starken siebten Tabellenplatz – und damit sogar vor dem hochgehandelten KFC Uerdingen. Der Vorsprung auf die Abstiegsplätze beträgt komfortable elf Punkte, sodass der Vorjahres-Aufsteiger bereits langsam mit den Planungen für eine weitere Drittliga-Saison beginnen kann. Zum Abschluss der Englischen Woche reist der SVM am Sonntag zum Niedersachsen-Duell nach Braunschweig – und kann die Serie dort weiter ausbauen.

   
  • anteater

    Insgesamt habe ich diese Saison in der 3. Liga sehr, sehr wenige gute Schiedsrichterleistungen gesehen. Dafür aber einige wahrlich unterirdische Entscheidungen. Bisweilen hat man den Eindruck, dass man Blind sein muss, um in der 3. Liga pfeifen zu dürfen. Na ja, irgendwie gleichen sich die Fehlentscheidungen über die Saison wohl für die meisten Vereine aus, wobei es mich persönlich schon wurmt, dass teilweise wirklich übertriebene Härte häufig nicht entsprechend geahndet wird. So kann ein Spiel auch mal zertreten werden und natürlich ein Spieler auch.

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