Naderi halten oder verkaufen? Ein Pro und Contra
Drei Millionen Euro wollen die Glasgow Rangers für Hansa-Stürmer Ryan Naderi zahlen. Ein Angebot, das die Kogge eigentlich nicht ablehnen kann. Oder doch? Sportchef Amir Shapourzadeh steht vor einer schwierigen Entscheidung. Ein Pro und Contra.
Pro Verbleib
Ziele: Öffentlich ausgerufen hat Hansa Rostock den Aufstieg in die 2. Liga zwar nicht, dennoch ist längst klar, dass die Kogge noch in dieser Saison zurück ins Bundesliga-Unterhaus will. Ein Ziel, zu dem auch Ryan Naderi mit seinen Toren und Vorlagen einen Anteil leisten soll – und zwar keinen geringen. Denn sollte der Aufstieg gelingen, würde Hansa kurz- aber auch langfristig deutlich mehr als die drei Millionen Euro einnehmen, die der FCH nun für einen Verkauf des Angreifers kassieren könnte.
Höhere Ablöse im Sommer: Sollte Naderi weiterhin so abliefern wie in den letzten Wochen – acht Tore und fünf Vorlagen in 17 Spielen – würde er die Kogge vermutlich nur zum Aufstieg schießen, sondern dürfte im Sommer eine noch höhere Ablösesumme bringen. Darauf scheint auch Shapourzadeh zu spekulieren – auch, wenn die von den Rangers gebotene Ablösesumme bereits deutlich über dem Marktwert des Stürmers von 1,2 Millionen Euro liegt. Dass Naderi so hochpreisig gehandelt wird, liegt aber auch an der langen Vertragslaufzeit bis 2028.
Suche nach Ersatz: Sollte Naderi gehen, müsste in jedem Fall ein Ersatz her. Zwar würde die Kogge dann über das nötige Kleingeld verfügen, wäre aber in einer schlechten Verhandlungsposition, da auch andere Klubs vom Drei-Millionen-Angebot für den 22-Jährigen gehört haben. Entsprechend können sie eine hohe Ablöse für ihre Spieler verlangen. Und auch abgesehen von den finanziellen Mitteln wird es nicht einfach sein, einen 1:1-Ersatz für Naderi zu finden.
Contra Verbleib
Geldregen: Drei Millionen Euro für einen Spieler aus der 3. Liga? Das ist Wahnsinn und eigentlich kaum abzulehnen. In der Drittliga-Historie wurden erst drei Spieler für einen Betrag jenseits von drei Millionen Euro verkauft – Hendry Blank, Yannik Engelhardt und Georg Niedermeier. Sie alle spielten bei U23-Teams. Bei Hansa wäre Naderi der teuerste Abgang seit Victor Agali, der 2001 für 5,3 Millionen Euro zum FC Schalke gewechselt war.
Unzufriedenheit droht: Sollte Hansa dem Angreifer im Hinblick auf die sportlichen Ziele die Freigabe verwehren, könnte dies bei Naderi für Unzufriedenheit sorgen. Ein Angebot der Glasgow Rangers erhält man nicht alle Tage, schon gar nicht als Drittliga-Spieler. Es besteht die Gefahr, dass sich der 22-Jährige nicht mehr so reinhängt wie in den letzten Wochen. Und einen Spieler, der nicht zu 100 Prozent Einsatz zeigt, können die Rostocker im Aufstiegskampf nicht gebrauchen.
Risiko: Was passiert, wenn sich Naderi bei einem Verbleib in Rostock schwer verletzt und bis zum Ende der Saison ausfällt? Dann werden Klubs im nächsten Sommer sicherlich keine drei Millionen Euro für den Stürmer anbieten. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass der Angreifer auch sportlich einbricht, was die potenzielle Ablöse zum Saisonende ebenfalls nach unten ziehen würde.
Fazit
Shapourzadeh steht vor einer schwierigen Entscheidung und fast schon vor einem Dilemma. Denn sowohl ein Verbleib des 22-Jährigen (weil er dann möglicherweise unzufrieden ist) als auch ein Abgang (weil dann womöglich die sportliche Qualität fehlt) könnte die sportlichen Ziele, sprich den Aufstieg, gefährden. Allerdings sind drei Millionen Euro ein Angebot, das man als Drittligist eigentlich nicht ablehnen kann. Auch, wenn es keine einfache Aufgabe wäre, einen Ersatz zu finden. Ob die Entscheidung zu Naderis Zukunft richtig war, wird sich letztlich erst am Saisonende zeigen.