"Müssen ganz ehrlich zu uns sein": FCI-Frust nach Schlagabtausch
Ingolstadt auf Achterbahnfahrt: Auf den zweiten Sieg der Saison folgte am Mittwochabend die zweite Niederlage, obwohl die Schanzer im Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim II in Führung gingen. Mit dem Spiel ihrer Mannschaft war Cheftrainerin Sabrina Wittmann allerdings nicht zufrieden – nicht nur wegen des Ergebnisses.
Torpremiere und Torwartpatzer
In der 31. Spielminute stand Nishan Velupillay parat, um den FC Ingolstadt in Führung zu bringen. Es war der erste Saisontreffer des Nationalspielers, der im Sommer noch mit Australien bei der Weltmeisterschaft dabei war. "Das ist ein besonderer Moment", erklärte der 25-Jährige entsprechend nach der Partie bei "Magenta Sport" und führte aus: "Man möchte dieses Tor so früh wie möglich machen, aber natürlich wäre es trotzdem besser gewesen, die Punkte zu bekommen." Denn Ingolstadt gab die Partie nach der 1:0-Führung noch aus der Hand.
Cheftrainerin Sabrina Wittmann war daher unzufrieden. "Wir müssen da schon ganz ehrlich zu uns sein, dass wir zu wenige Torchancen hatten", hob die 35-Jährige hervor. "Und dann darfst du vor der Halbzeit auch nicht das 1:1 bekommen. Du musst die Führung in die Halbzeit bringen." Ein Torwartfehler des jungen David Klein begünstigte den Ausgleich, denn das 20-jährige Eigengewächs ließ sich die Kugel nach einer eigentlich sicheren Parade doch noch durch die Hände flutschen – den Ball von der Linie zu kratzen gelang nicht mehr, aber einen Vorwurf gab es für den Youngster nicht.
"Haben das Spielchen mitgemacht"
Stattdessen nahm Wittmann das große Ganze als Anlass zur Selbstkritik. "Am Ende geht viel auf das Hoffenheimer Tor, aber das Grundproblem war, dass wir uns auf diesen offenen Schlagabtausch mit ihnen komplett eingelassen haben und das Spielchen mitgemacht haben", ärgerte sich die Cheftrainerin. "Das war ein ganz offenes Spiel, das wir nicht so offen hätten gestalten dürfen." Für Ingolstadt steht jetzt noch das Auswärtsspiel bei Viktoria Köln (Samstag, 14 Uhr) zum Ende der Englischen Woche an. Anschließend sehnt sich der FCI, der schon am Dienstag darauf bereits das vierte Spiel im Landespokal absolvieren wird, nach der Länderspielpause.
"Dass die ganzen Termine zu Anfang der Saison nicht gerade von Vorteil sind, da brauchen wir auch nicht lügen. Ich will das aber nicht als Ausrede nehmen, weil ich nicht das Gefühl habe, dass die Kraft heute ein Thema war. Wir haben einfach Bälle zu leicht hergegeben", fand Wittmann. Und so war am Ende auch die Torpremiere von Velupillay etwas, das im Ärgernis des Alltags unterging. "Es ist enttäuschend, wenn man am Ende verliert. Besonders nach einer Führung", räumte der Offensivmann aus Melbourne ein.