MSV Duisburg: Elferkiller Weinkauf und das 20-Sekunden-Gespräch

Trotz der gerissenen Heimsieg-Serie war für den MSV Duisburg nach dem glücklichen 1:1 gegen Waldhof Mannheim das Glas halbvoll. Torwart-Held Leo Weinkauf ließ die Zufriedenheit der Zebras mit dem Remis nach zuvor vier Erfolgen auf eigenem Platz nacheinander besonders durch einen Freud’schen Versprecher vom "verdienten Sieg“ deutlich erkennen.

"Sind noch keine Supermannschaft"

"Es war hinten raus natürlich etwas glücklich", fasste Weinkauf die Begegnung im Vereins-TV mit Blick auf seine Glanztaten mit einem parierten Strafstoß von Rafael Garcia in der Schlussminute der regulären Spielzeit und auch dem Nachschuss zusammen. "Leo hat gleich zwei Elfmeter gehalten", sagte Trainer Pavel Dotchev dazu. Weinkauf machte derweil mit einem Freud’schen Versprecher auf sich aufmerksam: "Ich denke schon, dass es ein verdienter Sieg war, ich meine natürlich, dass das Unentschieden verdient war und sich wie ein Sieg anfühlt."

Auch Dotchev wollte angesichts des vierten Spiels in Serie ohne Niederlage (acht Punkte) nicht hadern: "Nach dem Elfmeter können wir mit dem Punkt zufrieden sein, eine Niederlage wäre nach unserer geschlossenen Mannschaftsleistung auch brutal gewesen. Natürlich hätten wir auch einen Sieg gut brauchen können, aber auch wenn wir uns schon sehr verbessert haben, sind wir natürlich noch lange keine Supermannschaft und müssen auch realistisch sein."

Die Wirklichkeit sieht allerdings trotz des Remis durch einen Treffer von Moritz Stoppelkamp (24.) nach einem frühen Rückstand auch besser aus als vor dem Anpfiff. Durch die Punkteverluste der Rivalen im Tabellenkeller haben die Meidericher sieben Runden vor Saisonschluss immerhin schon fünf Zähler Vorsprung auf die Abstiegsplätze.

"Gleichen Defizite mit Einstellung aus"

Für Dotchev ist diese Momentaufnahme ein Ergebnis nicht zuletzt auch von mentaler Stärke. "Wir sind am Limit und haben kaum noch Reserven, aber wir gehen immer an unsere Grenzen. Wir gleichen unsere Defizite durch die Einstellung aus, das ist auch das A und O", erklärte der Coach und erinnerte an die erfolgreiche Aufholjagd seines Teams im vorangegangenen Heimspiel gegen Türkgücü München (3:2 nach 0:2): "Wir sind wie schon gegen Türkgücü nach dem 0:1 nicht zusammengebrochen, und ich war mir deswegen auch sicher, dass wir noch den Ausgleich machen werden."

Weinkauf teilte die Lobeshymnen auf seine Person unterdessen mit Torwarttrainer Sven Beukert und kürte den Spezialcoach kurzerhand zum "Elfmeter-Flüsterer“: "In unserem 20-sekündigen Gespräch hat er mir auch etwas zu Garcia gesagt, und das hatte ich beim Elfmeter auch noch im Kopf. Deswegen hat er einen wichtigen Anteil an dem Punkt."

In seiner persönlichen Hochstimmung leitete der Leih-Keeper von Zweitligist Hannover 96 für das bevorstehende Gastspiel am Samstag bei Spitzenreiter Dynamo Dresden trotz der Gelb-Rot-Sperre für Defensiv-Ass Dominik Schmidt auch gleich Ansprüche auf eine Fortsetzung der Duisburger Serie ab: "Wir haben wieder gezeigt, dass wir guten Fußball spielen können. Wir müssen uns vor niemandem verstecken, auch wenn die Tabelle gerade etwas anderes widerspiegelt. Wir wollen auch in Dresden etwas mitnehmen, denn wir sind noch nicht durch." Und dass der Tabellenführer verwundbar ist, hat sich am Sonntag gezeigt.

   
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