Luginger über FCS-Aus: "Dann müssen sie es durchziehen"
Vom Sportdirektor wieder zum Trainer – doch auch Jürgen Luginger konnte die Talfahrt des 1. FC Saarbrücken nicht stoppen. Obwohl die Spielweise über weite Strecken gestimmt hatte. Anfang der Woche folgte die Freistellung, wenige Tage später blickt der 58-Jährige zurück und kann den Schritt der Verantwortlichen nachvollziehen.
Alles sprach für Saarbrücken – "nur die Ergebnisse nicht"
Ein Jahr als Spieler, knapp dreieinhalb Jahre als Trainer und fünfeinhalb Jahre als Sportdirektor: Jürgen Luginger hat beim 1. FC Saarbrücken viele Höhen und Tiefen erlebt. Besonders gern blickt er auf eine insgesamt erfolgreiche Phase zurück, die beinahe mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga gekrönt worden wäre. Unvergessen bleibt auch die DFB-Pokal-Reise: 2020 und 2024 erreichten die Saarländer jeweils das Halbfinale.
Die vergangenen Wochen und Monate hingegen verliefen enttäuschend. Von Rang drei rutschte die Mannschaft bis auf Platz 16 ab. Luginger versuchte als Trainer, das Ruder noch einmal herumzureißen – letztlich ohne Erfolg. In acht Spielen unter dem 54-Jährigen holten die Blau-Schwarzen nur vier Punkte. Die Gründe dafür "sind meist komplexer", erklärt er im Gespräch mit "saarnews". Wenn es nur einen einzelnen Auslöser gegeben hätte, "hätten wir es sicherlich gelöst. Wir haben gut gespielt, uns Chancen kreiert, die Daten sprachen auch für uns – nur die Ergebnisse nicht".
"… dann müssen sie es durchziehen"
Gerade deshalb sei die Entwicklung besonders bitter gewesen, "weil die Mannschaft sich Woche für Woche gesteigert hat". Letztlich gehe es jedoch immer um den Verein. "Wenn die Verantwortlichen die Überzeugung haben, jetzt ist der richtige Zeitpunkt, dann müssen sie es durchziehen." Entscheidend sei, dass der FCS sportlich wieder in ruhigeres Fahrwasser komme. Aufgrund der intensiven Zeit "fällt der Abschied dennoch schwer".
Zum Abschluss bedankte sich Luginger ausdrücklich beim Trainerteam, den Mitarbeitern und vor allem bei den Fans, die den Klub auch in schwierigen Zeiten unterstützt hätten. Für ihn selbst steht nun zunächst eine Pause an: "Ich will mich erst einmal ein bisschen erholen und selbst reflektieren. Dafür hat man im Job wenig Zeit." Zudem wolle er sich neuen Input holen. Klar sei jedoch: "Es wird im Fußball weitergehen. Wie, wo und was – das müssen wir abwarten."