Lottes Plan: Erst Magdeburg ärgern, dann in den Pokal einziehen

Kaum ein Team sehnt die Sommerpause so sehr herbei wie die Sportfreunde Lotte. Nicht, weil die Jungs keine Freude mehr am Fußball besitzen. Konditionell aber geht allmählich nichts mehr, nach einer Rückrunde im Eiltempo ist wohl jeder Spieler urlaubsreif. Trainer Ismail Atalan geht es im Übrigen ähnlich. Er aber hat noch zwei Missionen zu erfüllen.

Lotte will Magdeburg ein Bein stellen

Die erste lautet: Seine Ankündigung aus dem Dezember 2016 rückgängig zu machen. "Wenn Magdeburg aufsteigt, komme ich vorbei und gebe eine Runde aus“, erklärte der Übungsleiter auf der Pressekonferenz nach dem 3:1-Erfolg über den 1. FC Magdeburg im Spaß. Fünf Monate später ist aus der Scherz bitterer Ernst geworden, Lotte kann – und will – dem FCM den Aufstieg endgültig vermiesen. Zugegeben, eine Lokalrunde für die 23.500 Zuschauer am Sonntag würde freilich ins Geld gehen, aber das ist nicht der Grund: Vielmehr möchten sich die SFL nicht den Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung gefallen lassen. "Das machen wir nicht, daher werden wir mit unserer besten Elf antreten. Schließlich können auch wir noch ein, zwei Tabellenplätze aufholen“, hofft Atalan auf einen positiven Abschluss und insgeheim auf das Vorpreschen in die obere Tabellenhälfte – es wäre ein versöhnliches Ende einer stark gestarteten, aber mäßig beendeten Spielzeit.

Vor dem Urlaub wartet ein wichtiges Pokalspiel

Doch vom Urlaub sind die SF Lotte auch nach dem Samstagnachmittag noch weit entfernt. Bevor der Flieger in den Süden abhebt, steht das Westfalenpokal-Finale vor der Tür: Am kommenden Donnerstag wartet die Fahrt zum zuletzt formstarken SC Paderborn, der aktuell kaum eingeschätzt werden kann. Ein Abstieg am 38. Spieltag würde die Motivation für das Endspiel auf Seiten der Ostwestfalen gewiss deutlich senken, der erfolgreiche Klassenerhalt hingegen erhöhen. "Wir müssen uns ein letztes Mal aufraffen und Paderborn die Stirn bieten“, gibt Atalan vor – zuletzt hatte es noch eine 1:3-Niederlage bei dem Schwarz-Blauen gesetzt, die die gut 200.000 Euro Mehreinnahmen deutlich dringender benötigen als die Sportfreunde Lotte. Jüngsten Berichten zufolge fehlt dem SC Paderborn noch immer ein Betrag von etwa 2 Millionen Euro, um die Zulassung für die 3. Liga zu erhalten.

Wie viel Lotte bleibt im kommenden Jahr übrig?

Lotte hingegen hat sich schon bald mit anderen Problemen auseinanderzusetzen: Jede Menge Verträge laufen aus, Leistungsträger wie Gerrit Nauber, André Dej, Matthias Rahn oder Bernd Rosinger sind begehrt. Ismail Atalan selbst kündigte kürzlich eine rasche Entscheidung an und machte den Sportfreunden Lotte bezüglich einer Weiterbeschäftigung Mut. Weiterhin regulieren Angebot und Nachfrage den Markt – und aktuell sind Plätze in der 2. Bundesliga rar, auch wenn der langfristige Wunsch von Atalan nach höherklassigem Fußball bestehen bleibt. Es ist ein offenes Geheimnis, dass diverse Akteure gerne weiter mit dem 37-Jährigen arbeiten würden und ihre Zukunft in Lotte eng an die Zukunft Atalans knüpfen. Wer weiß, vielleicht kann in der kommenden Woche bereits Vollzug in puncto Cheftrainer vermeldet werden? "Nach dem letzten Spiel fahre ich in jedem Fall erst einmal ein paar Tage in den Urlaub“, so Atalan. Das hat er sich nach 38 Ligaspielen, vier Schlachten im DFB-Pokal, sechs Westfalenpokalauftritten und unzähligen Englischen Wochen dann ebenso verdient wie die Mannschaft.

   

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