Lorenz im Interview: Der fünfte Aufstieg ist sein Ziel

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Im Interview mit liga3-online.de spricht Marc Lorenz vom Karlsruher SC über den geglückten Pflichtspielstart ins neue Jahr, die vielen Aufstiege in seiner Karriere sowie die kommenden drei Begegnungen in Jena, Zwickau und gegen Kaiserslautern, die innerhalb von acht Tagen stattfinden.

"Dürfen uns nicht ausruhen"

liga3-online.de: Zum Auftakt ins neue Jahr gab es einen 3:1-Erfolg gegen Fortuna Köln, Sie trugen mit zwei Assists Ihren Teil zum Sieg bei. Es war allerdings ein hartes Stück Arbeit, oder Herr Lorenz?

Marc Lorenz: Ja, das stimmt schon. Es ist nach einer Winterpause nie einfach, direkt wieder den Rhythmus zu finden und eine Top-Leistung abzurufen – vor allem, wenn der Gegner schon eine Woche vorher in den Spielbetrieb zurückgekehrt ist. Wir haben ein wenig gebraucht, um ins Spiel zu finden. In der zweiten Hälfte haben wir dann aber ordentlich Druck gemacht und die Partie verdient zu unseren Gunsten gedreht.

Obwohl der KSC eine Partie weniger absolviert hat, steht Aufstiegsplatz zwei zu Buche. Wie zufrieden sind Sie mit dem bisherigen Saisonverlauf?

Zufrieden soll man ja nie sein. Unser Ziel war, wieder um den Aufstieg mitzuspielen und das machen wir. Wir befinden uns auf einem sehr guten Weg, wissen aber, dass es schnell auch wieder abwärts gehen kann. Ein abschreckendes Beispiel ist der F.C. Hansa Rostock, der im November einen Zähler hinter uns auf Platz vier rangierte, jetzt Tabellenzwölfter ist und nur vier Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone hat. Wir müssen weiter kontinuierlich punkten und dürfen uns nicht ausruhen.

Letzte Saison scheiterte der KSC erst in der Relegation um den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Warum sind Sie guter Dinge, dass es diesmal mit dem Sprung in die 2. Liga klappt?

Wir haben ein sehr gutes Team beisammen, das sehr harmonisch ist. Die Chemie passt überall – und damit meine ich nicht nur die Spieler, sondern auch das Trainerteam und alle anderen Mitarbeiter, die alles für den Verein geben. Wie gut wir als Mannschaft funktionieren, hat das 3:1 gegen Fortuna Köln gezeigt. Ich bin davon überzeugt, dass nicht viele Teams aus der 3. Liga ein solches Spiel nach Halbzeit-Rückstand noch so souverän für sich entschieden hätten.

Wie man in die 2. Liga aufsteigt, wissen Sie bestens – das ist Ihnen 2013 und 2015 gleich zweimal mit Arminia Bielefeld gelungen. Die bisher schönsten Momente Ihrer Karriere?

Aufzusteigen ist immer etwas Besonderes – auch mit Preußen Münster und der U23 des FC Schalke 04 habe ich das ja bereits geschafft (Aufstieg in die Regionalliga 2008 mit Schalke II, Aufstieg in die 3. Liga 2011 mit Münster, Anm. d. Red.). Jetzt werde ich mein Bestes geben, um auch mit dem KSC einen solchen Erfolg zu feiern und zum fünften Mal in meiner Karriere den Sprung in eine höhere Liga zu realisieren.

 

"Das macht uns stärker"

Für den KSC stehen nun innerhalb von acht Tagen drei Partien an. Zunächst geht es am Samstag zum FC Carl Zeiss Jena, Dienstag steht das Nachholspiel beim FSV Zwickau auf dem Programm und dann kommt der 1. FC Kaiserslautern zum Derby ins Wildparkstadion (16. Februar). Wie bewerten Sie das anstehende Programm?

Uns erwarten drei sehr schwere Spiele. Begegnungen bei Ostklubs sind zu dieser Jahreszeit immer eine Herausforderung, weil die Bedingungen nicht perfekt sind. Hinzu kommen unangenehme Kulissen, die Jena und Zwickau zum Sieg tragen wollen. Dass die anschließende Partie gegen Kaiserslautern kein normales Spiel ist, sollte jedem von uns klar sein. Es wird sicher wieder ein heißes Derby. Fakt ist: Wir können mit einer ordentlichen Punkteausbeute aus den kommenden drei Spielen einen großen Schritt machen. Und das ist auch unser Ziel.

Jena und Zwickau spielen zwar jeweils gegen den Abstieg, aber in der Hinserie gab es gegen beide Teams nur ein 1:1. Sind vor allem solche Gegner schwierig zu bespielen?

Das kann man durchaus so sagen. Auch in solchen Partien entscheiden Kleinigkeiten über den Ausgang. Nach den Unentschieden in der Hinserie wollen wir jetzt aber auf jeden Fall jeweils dreifach punkten.

Was klappt nun besser als bei den Hinspielen gegen Jena und Zwickau?

Wir haben uns als Mannschaft enorm weiterentwickelt und sind deutlich stabiler geworden. Während wir uns im August noch ein wenig in der Findungsphase befunden haben, sind wir mittlerweile ein eingespieltes Team. Das macht uns stärker.

Nach Jena reisen Sie länger als vier Stunden, Zwickau ist nur circa eine Autostunde von Jena entfernt. Da bietet es sich doch an, im Osten zu bleiben.

Das werden wir auch tun. Es macht in der Tat keinen Sinn, hunderte Kilometer von Jena zurück nach Karlsruhe zu fahren, um einen Tag später eine ähnliche Strecke nach Zwickau zurückzulegen. Wie wir es genau handhaben werden, also wann wir uns von Jena nach Zwickau begeben, steht aber noch nicht fest.

   

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