Kieler Talfahrt geht weiter – Nur noch 2 Punkte vor Platz 20

Obwohl die Störche das Heimspiel gegen Dynamo Dresden über weite Strecken ausgeglichen gestalten konnte, nahm der Tabellenführer die drei Punkte mit nach Sachsen. Stefaniak (13.) und Eilers (35.) trafen für die gnadenlos effektiven Gäste schon vor der Pause, der 1:2-Anschlusstreffer von Siedschlag fiel spät und brachte nicht mehr die erhoffte Wende (75.).

Für Holstein-Coach Karsten Neitzel war es nicht nur eine eminent wichtige Partie seiner Störche, es war auch eine Reise in die Vergangenheit: Der 47-Jährige wurde in der sächsischen Landeshauptstadt geboren, erlernte bei Dynamo das ABC des Fußballs und schaffte auch den Sprung in die erste Mannschaft. Sicher kein normales Spiel, vielmehr eine Situation, die durch die Tabellensituation der Kieler schon vor dem Anpfiff zusätzlich an Brisanz gewann.

Kiel verliert die entscheidenden Zweikämpfe

Vor heimischem Publikum musste Holstein Kiel eigentlich punkten, um nicht noch näher an die Abstiegsränge heranzurücken. Für dieses Vorhaben veränderte Neitzel seine Startelf auf drei Positionen (Schmidt, Kegel und Schäffler für Nyarko, Lewerenz und Janzer), ausgerechnet Innenverteidiger Schmidt aber erwischte keinen guten Start: Vor dem ersten Gegentreffer verlor er nach einem langen Ball von Dynamo-Schlussmann Blaswich das Kopfballduell gegen Stefaniak und hatte anschließend keine Chance mehr, den deutschen U20-Nationalspieler, der von Eilers mustergültig bedient wurde, wieder einzuholen – 0:1 (13.).

Auch beim 0:2 machte die Defensive der Störche einen klapprigen Eindruck: Dresdens Torjäger Eilers durfte vom Strafraumeck Richtung Tor ziehen, Czichos ging nicht entschlossen in den Zweikampf und machte so den Weg frei. Dass Keeper Zentner den Einschlag im kurzen Eck nicht mehr verhindern konnte, passte da nur ins Bild (35.). Kurz nach Wiederanpfiff hatte Kiel zudem Glück, dass Stefaniak, der sich zuvor im Laufduell gegen Herrmann und Siedschlag durchgesetzt hatte, den Ball mit dem Knie zwar vorbei an Zentner bugsierte – letztlich aber nur den Pfosten traf (52.).

Störche hadern mit Willenborgs Entscheidung

Diese Szene schien die Kieler wachgerüttelt zu haben, denn wenige Minuten später hatten die Störche ihre bislang beste Chance des Spiels. Schäffler legte im Strafraum zu Kegel ab, dessen Schuss Dynamo-Kapitän Hefele mit dem Fuß blockte, anschließend landete der Ball bei Schnellhardt und wieder stand Hefele im Weg – diesmal aber war nahm er die Hand zu Hilfe (58.), der Ball ging so nur an den Außenpfosten. Der Elfmeterpfiff von Schiri Willenborg blieb aus, eine knifflige Entscheidung: Wie die Fernsehbilder belegen, wäre der Schuss ohne Hefeles Einsatz wohl im Netz gelandet. Allerdings wurde der Innenverteidiger aus kurzer Distanz angeschossen, eine absichtliche Hand-Bewegung zum Ball ist nicht zu erkennen. Trotzdem: Dresden hätte sich nicht beschweren dürfen, wenn es Elfmeter gegeben hätte!

In der Schlussphase wurde Holstein Kiel druckvoller und belohnte sich mit dem späten Anschlusstreffer durch Siedschlag. Vorausgegangen war ein tolles Solo von Herrmann über die rechte Seite, Lambertz versuchte zu klären und legte stattdessen für Siedschlag auf – 1:2 (75.). Die letzte Chance der Partie hatte dann Lewerenz, doch dessen Schuss stellte Blaswich vor keinerlei Probleme. Eine bittere Niederlage für die Störche, die nun auf Platz 17 stehen. Nur das bessere Torverhältnis gegenüber Energie Cottbus verhinderte das Abrutschen auf einen Abstiegsplatz.

 

   

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