Keine Tore im Topspiel: Cottbus ist Tabellenführung los
Das Topspiel am Samstag zwischen Energie Cottbus und dem SC Verl trug ein klares Etikett: Spektakel. Schließlich trafen die beiden offensivstärksten Mannschaften der Liga aufeinander. Tore bekamen die Zuschauer im LEAG Energie Stadion jedoch keine zu sehen – mit spürbaren Konsequenzen vor allem für Energie Cottbus. Die Lausitzer verloren durch das torlose Remis die Tabellenführung, auch Rang zwei könnte am Sonntag noch an ein anderes Team gehen.
Spektakel stand drauf – Torchancen blieben Mangelware
Die Crunchtime der Saison würde nun starten, so Cottbus-Trainer Claus-Dieter Wollitz. Der Auftakt zu dieser hatte es bereits in sich: Die Lausitzer trafen als Tabellenführer auf Konkurrent SC Verl. Im Vergleich zum 2:1-Erfolg in Aue nahm Wollitz eine personelle Änderung vor: Cvjetinovic rückte in die Abwehrkette, Manu dafür auf die Sechserposition, Michelbrink nahm zunächst auf der Bank Platz. Nach dem 1:3 bei Alemannia Aachen rotierte Tobias Strobl auf drei Positionen: Für Wörner, Stark und Fynn Otto begannen Ens, Eze und Yari Otto.
Beide Mannschaften starteten mit Bedacht in die Partie, Cottbus hatte in der Anfangsphase etwas mehr Ballbesitz. Nach einem Eckball versuchte es Hannemann aus der Distanz, der Ball ging jedoch deutlich über das Tor (6.). Der gegenseitige Respekt war spürbar – doch beinahe hätte Verl einen Moment der Cottbuser Unachtsamkeit genutzt. Nach einem Steckpass war Besio frei durch, scheiterte aber an Funk. Allerdings ging unmittelbar die Fahne des Assistenten nach oben, der Treffer hätte wegen Abseits nicht gezählt (16.).
Cottbus blieb das zielstrebigere Team, ohne jedoch zwingend zu werden. Immer wieder suchten die Lausitzer über die rechte Seite den Weg nach vorne, so auch nach rund 21 Minuten. Engelhardts Schuss im Strafraum wurde zunächst von Eze geblockt, anschließend verkünstelte sich der Angreifer etwas und legte zurück auf Hannemann, dessen Abschluss erneut abgeblockt wurde.
Mit zunehmender Spieldauer übernahm Verl mehr Ballbesitz, fand jedoch zunächst keine Lösungen gegen die kompakt verteidigenden Cottbuser. Erst nach 38 Minuten kamen die Ostwestfalen zu ihrer ersten echten Gelegenheit: Gayret legte in den Rückraum auf Mhamdi, dessen Flachschuss am Fünfmeterraum jedoch von Awortwie-Grant geblockt wurde. Funk wäre im Ernstfall wohl zur Stelle gewesen. Kurz vor der Pause wurde es noch einmal hitzig. Fynn Otto zog Borgmann am Trikot und grätschte ihn um, eine kleine Rudelbildung folgte. Schiedsrichter Burda löste die Situation mit Gelb für den Verler und Cvjetinovic auf. Torlos ging es in die Kabinen.
Guter Start von Cottbus – Verl mit Chancen in der Schlussviertelstunde
Zu Beginn des zweiten Durchgangs setzte Cottbus offensive Akzente. Keine fünf Minuten waren gespielt, als Engelhardt in die Tiefe geschickt wurde. Aus spitzem Winkel kam er zum Abschluss, Schulze blieb lange stehen und parierte sicher (50.). Kurz darauf ein ähnliches Bild: Verteidiger Awortwie-Grant schaltete sich mit nach vorne ein, legte sich den Ball auf den letzten Metern jedoch etwas zu weit vor (51.).
Verl hatte in dieser Phase große Probleme mit den Umschaltsituationen der Lausitzer. Engelhardt spielte Cigerci frei, der aus kurzer Distanz eigentlich treffen muss – stattdessen segelte der Ball Richtung Stadiondach. Vor dem Abschluss sprang die Kugel aber noch einmal unglücklich auf (52.). Verl meldete sich prompt zurück: Besio versuchte es aus der Distanz, der zu zentrale Schuss stellte Funk jedoch vor keine Probleme (53.).
Nach dieser kurzen Sturm-und-Drang-Phase verflachte die Partie wieder, auch wenn die Intensität hoch blieb. Die Begegnung blieb offen, es konnte jederzeit in beide Richtungen kippen. Trotz der leichten Chancenüberlegenheit der Cottbuser kam auch Verl immer wieder gefährlich vor das Tor. Die Schlussviertelstunde eröffneten die Ostwestfalen mit einer Doppelchance: Taz und Gayret kombinierten sich durch, Letztgenannter scheiterte aus kurzer Distanz an Funk. Wenige Augenblicke später versuchte es Taz aus nahezu identischer Position – erneut blieb der Cottbuser Schlussmann Sieger. Verl blieb nun das spielbestimmende Team, Taz prüfte Funk zudem mit einem Distanzschuss, dessen Aufsetzer durchaus gefährlich war. Der Torhüter klärte zur Ecke (84.). Nach fünf Minuten Nachspielzeit pfiff Burda die Partie ab.
Durch das Remis verliert Energie Cottbus die Tabellenführung an den VfL Osnabrück. Die Niedersachsen sind punktgleich, weisen jedoch das bessere Torverhältnis auf. Am Sonntag könnte auch der MSV Duisburg noch an den Lausitzern vorbeiziehen – ein Sieg gegen Havelse würde wegen des besseren Torverhältnisses reichen. Verl bleibt in 2026 auswärts weiterhin sieglos und mit 45 Punkten auf Rang vier. Bereits am Dienstag sind beide Teams wieder gefordert: Energie Cottbus gastiert bei der zweiten Mannschaft des VfB Stuttgart, der SC Verl empfängt zeitgleich den SSV Jahn Regensburg.