"Kann es nicht mehr hören": Aues Talfahrt hält weiter an

Auch der erneute Trainerwechsel sorgte bei Erzgebirge Aue nicht für das Ende der Horrorbilanz, stattdessen setzte sich die Talfahrt mit der 0:1-Niederlage in Regensburg weiter fort. Zwar steigerten sich die Veilchen gegenüber dem Duell mit Hoffenheim II, mussten aber dennoch die achte Pleite in Folge hinnehmen, sodass der Abstieg womöglich schon am kommenden Wochenende besiegelt sein könnte.

Wieder ein individueller Patzer

Es hat mal wieder zugeschlagen, das altbewährte Muster bei den Veilchen in dieser Saison: Eine durchaus ansprechende Leistung machten sich die Sachsen mit einem individuellen Fehler kaputt. Dieses Mal war es Luan Simnica, der sich bereits nach neun Minuten einen dicken Patzer erlaubte, als er den Ball bei einem Klärungsversuch nicht richtig traf und diesen genau in die Füße von Gegenspieler Philipp Müller spielte, der anschließend das Tor des Tages erzielte.

Trainer Khvicha Shubitidze, der nach dem Dabrowski-Aus nur eine Trainingseinheit mit der Mannschaft hatte, nahm den 22-Jährigen im Gespräch mit "MagentaSport" aber in Schutz: "Es sind individuelle Fehler, das passiert, aber deswegen muss man niemanden den Kopf abreißen. Er ist nun jung und muss seine Erfahrungen machen." Zudem verwies er darauf, dass sich die Mannschaft seit Wochen im Negativtrend befinde, sodass man die Spieler verstehen müsse, wenn solche Fehler passieren.

Gleichwohl räumte Shubitidze ein, dass es "weh tut", Spiele durch solche Einzelaktionen zu verlieren. Denn bis auf den Patzer habe Aue ein "ordentliches Spiel" gemacht, zeigte eine deutliche Steigerung gegenüber dem 3:5 gegen Hoffenheim II und hatte gleich mehrere gute Chancen. Allein: Am Ende stand erneut eine Niederlage – die achte (!) in Folge. Nach wie vor ist Aue in der Rückrunde in 13 Partien sieglos.

"Jedes Spiel dieselbe Scheiße"

"Ich kann es nicht mehr hören, jedes Spiel dieselbe Scheiße zu erzählen. Es ist wirklich so, dass einfach der Wurm drin ist", zeigt sich Präsident Thomas Schlesinger in der "Freien Presse" bedient. "Wir hatten fünf, sechs gute Chancen, aus denen mindestens ein Tor herausspringen muss. Ich habe eine Mannschaft gesehen, die wieder einen Punkt verdient gehabt hätte. Aber das ist ein Synonym der gesamten Rückrunde." Positiv war indes, dass sich die Mannschaft trotz des frühen Gegentreffers nicht aufgab: "Ich habe niemanden gesehen, der den Kopf hat hängen lassen. Die Mannschaft hat 90 Minuten lang Gas gegeben", hob Shubitidze hervor.

Das honorierten auch die mitgereisten Fans und spendeten nach Abpfiff aufmunternden Applaus. Doch auch den Anhängern, den Shubitidze für ihre Unterstützung ein "Riesenlob" aussprach, ist natürlich längst klar, dass es nicht mehr zum Klassenerhalt reichen wird. Nach wie vor beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer zwölf Punkte. Sollte Saarbrücken am Abend gegen Aachen gewinnen, würde der Abstand auf 15 Zähler anwachsen, sodass der Abstieg bei einer weiteren Niederlage gegen den SC Verl sogar schon am kommenden Wochenende besiegelt sein könnte.

Daran konnte auch Marcel Bär nichts mehr ändern, der anstelle von Martin Männel bis zum Ende der Saison als Kapitän fungieren wird. Aber nicht, weil der Keeper abgesägt wurde, sondern weil Shubitidze einen Feldspieler als Kapitän wollte. Männel bleibt aber nominell der Spielführer. Ob dieser Kniff dazu führen wird, dass Aue zumindest die Talfahrt stoppt, werden die nächsten Wochen zeigen. "Wir werden nicht aufgeben und bis zum Schluss alles geben", kündigte Ricky Bornschein an.

   

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