Jubel vor dem gegnerischen Fanblock: Es nimmt Überhand

Tore ausgiebig zu bejubeln, gehört dazu – gerade in einem Derby oder in der Nachspielzeit. Aber doch nicht in provokanter Art und Weise direkt vor dem gegnerischen Fanblock. Eine Unsportlichkeit, die derzeit Überhand nimmt. Ein Kommentar.

Mitspieler ziehen Kamara zurück

Wenn man ein Tor schießt, möchte man die Freude darüber teilen. Entweder mit den Fans oder den eigenen Mitspielern – möchte man meinen. Denn bei einigen Spielern ist die Freude darüber, dem Gegner einen eingeschenkt zu haben, größer als die Freude über das gerade erzielte Tor. Entsprechend jubelt man dann höchst provokant vor dem gegnerischen Fanblock. Neu ist das Phänomen nicht, es nimmt derzeit jedoch Überhand.

Allein am Sonntag war die Unsportlichkeit in allen drei Partien zu sehen. Beim Derby zwischen Mannheim und Saarbrücken lief Abdoulaye Kamara nach seinem Treffer zum 1:1 direkt vor die Mannheimer Fankurve, provozierte damit Becherwürfe und kassierte die eine oder andere Bierdusche. Patrick Schmidt und Robin Bormuth zogen den 21-Jährigen mit bösen Blicken und erhobenem Finger weg. Gelb sah der Torschütze aus unerklärlichen Gründen nicht.

Bahn entschuldigt sich für Olschowsky

Auch Aachens Faton Ademi kam beim Spiel in Rostock ohne Verwarnung davon, nachdem er in der zehnten Minute der Nachspielzeit den Ausgleich erzielt hatte. Anstatt sich von den Mannschaftskollegen umarmen zu lassen, lief er schnurstracks in Richtung der Hansa-Fans und bejubelte den Treffer dort ausgiebig. Joel da Silva Kiala folgte sogar noch und jubelte ebenfalls provokant direkt vor den Fans, was zu zahlreichen Becherwürfen führte. Einige Becher warf Wriedt sogar zurück – wenn auch nicht auf die Tribüne hoch.

Und damit noch nicht genug: Bei den anschließenden Feierlichkeiten mit den eigenen Fans jubelte Keeper Jan Olschowsky provokant mit der Eckfahne, wurde aber von mehreren Mitspielern gestoppt. Bentley Baxter Bahn entschuldigte sich bei "MagentaSport" für den 24-Jährigen: "Das war ein bisschen dem geschuldet, dass er noch jung ist. Der bereut das jetzt schon. Und wenn er sich entschuldigen könnte, dann würde er das auch tun. Das macht man nicht, und von daher hoffe ich, dass es akzeptiert wird. Sorry an dieser Stelle."

Muss konsequenter mit Gelb geahndet werden

Bei der Partie zwischen Aue und Ingolstadt jubelten die Schanzer nach dem Last-Minute-Ausgleich ebenfalls direkt vor der Auer Kurve. Torschütze Jonas Scholz legte vor, Fredrik Carlsen schloss sich ihm an und übertrieb es dabei komplett, sodass er die gelbe Karte sah. Es war seine fünfte, sodass er im Heimspiel gegen 1860 München am kommenden Samstag fehlen wird. Damit erwies er seinem Team einen Bärendienst und schwächte sich auch noch selbst.

So verständlich die emotionalen Jubel aufgrund des Derbys und der späten Zeitpunkte auch waren: Derart provokant vor den gegnerischen Fans zu jubeln, ist ein absolutes Unding und eine Unsportlichkeit, die viel konsequenter mit Gelb geahndet werden muss. Denn bei aller Rivalität und Emotionalität: Fair-Play sollte immer noch im Vordergrund stehen. Nicht zuletzt deswegen, weil die Spieler auch Vorbilder für die Jugend sind.

 

   

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