"Immer wieder auf die Fresse bekommen": Aufatmen in Aachen
Große Erleichterung bei Alemannia Aachen: Nach zuvor sechs sieglosen Partien haben die Schwarz-Gelben mit dem Auswärtssieg in Hoffenheim ein klares Zeichen gesetzt und zudem die Abstiegsplätze verlassen. Trainer Mersad Selimbegovic sprach der Mannschaft ein "riesiges Kompliment" aus, hatte aber dennoch auch einen Kritikpunkt.
"Riesiges Kompliment an meine Mannschaft"
Eigentlich hätte die Partie mit dem 3:1 durch Gindorf nach 72 Minuten entschieden sein müssen, doch weil die TSG kurz vor Ende der regulären Spielzeit noch zum Anschluss kam und es gleich sieben Minuten Nachspielzeit gab, musste die Alemannia nochmal kräftig um den Auswärtssieg zittern. Als dieser dann feststand, fiel bei den Beteiligten und den mitgereisten Fans einiges ab. Entsprechend ausgelassen wurde gejubelt. "Ein riesiges Kompliment an meine Mannschaft, die in so einer Situation eine reife Leistung geliefert hat – auch aus taktischer Hinsicht", lobte Trainer Mersad Selimbegovic seine Mannschaft nach Spielende, hielt gleichzeitig jedoch auch kritisch fest: "Wir haben erneut ein Spiel spannend gemacht, das eigentlich zu sein müsste." Doch am Ende zählen nur die drei Punkte.
"Jetzt haben wir uns ein bisschen Luft verschafft, nachdem wir zuletzt immer wieder auf die Fresse bekommen haben. Jetzt müssen wir weitermachen." Vor der Partie hatte der 43-Jährige überraschend den Torhüter gewechselt, sodass Fotios Pseftis anstelle von Jan Olschowsky zwischen den Pfosten stand. Der Neuzugang zahlte das Vertrauen gleich zu Beginn mit einer starken Parade zurück und machte auch sonst ein starkes Spiel. Selimbegovic bezeichnete den Torhüterwechsel als "schwierige und harte Entscheidung", begründete diese aber mit "seiner Ruhe, Energie und Ausstrahlung, vor allem bei Standards".
"Extrem wichtig und verdient"
Großen Anteil am Sieg hatte auch Lars Gindorf, der nach sechs Partien ohne Treffer gleich doppelt traf. "Ich hatte in den Wochen manchmal kein Glück bei meinen Chancen", sagte er bei "MagentaSport" und stufte den Sieg als "extrem wichtig und verdient" ein. Auch Schroers war erfolgreich und besorgte nach 37 Minuten das wichtige 1:0, nachdem er zuvor zwei gute Chancen liegengelassen hatte. "Mein Tor war wichtig für mich. Ich hatte nach meinen Chancen zuvor schon angefangen, nachzudenken."
Durch den ersten Sieg nach sechs Partien hat die Alemannia direkt die Abstiegsplätze verlassen und ist sogar an Saarbrücken vorbeigezogen. Darauf ausruhen können sich die Aachener allerdings nicht. "Wir müssen weitermachen", sagte Gindorf und blickte bereits auf das nächste Wochenende, wenn mit der Partie bei 1860 München ein weiteres Auswärtsspiel ansteht. "Vielleicht bringt uns das Glück." In der Fremde läuft es deutlich besser für die Alemannia, die 18 ihrer 24 Zähler auswärts holte. "Wir müssen wieder alles reinhauen." Während Joel da Silva Kiala nach seiner fünften gelben Karte gesperrt fehlen wird, ist womöglich schon der gesuchte Stürmer dabei. Denn obwohl Gindorf und Schroers getroffen haben, "brauchen wir weiter einen Mittelstürmer, da die beiden nicht der Typ Stoßstürmer sind", bekräftigte Selimbegovic.