"Hätte geweint vor Liebe": Engelhardt-Ansprache rührt Wollitz

Drei Tage nach dem Auswärtssieg beim TSV Havelse hat Energie Cottbus am Dienstagabend auch das direkte Duell im Aufstiegskampf mit 1860 München gewonnen – und das nicht zuletzt aufgrund einer emotionalen Ansprache von Erik Engelhardt im Vorfeld der Partie, die Trainer Claus-Dieter Wollitz zu Tränen rührte.

"Ich habe überlegt, was unser Traum ist"

Er war ohne Frage der Mann des Spiels, Erik Engelhardt. Und das nicht nur aufgrund seines Dreierpacks. "Ich glaube, dass ich gute Ansprachen habe und eine Mannschaft greifen kann", sagte Trainer Claus-Dieter Wollitz nach der Partie im "MagentaSport"-Interview. "Aber was Erik Engelhardt fünf Minuten vor Spielbeginn gesagt hat – ich habe Gänsehaut. Wenn es nicht so kurz vor Spielbeginn gewesen wäre, hätte ich geweint vor Liebe, vor Freude." Wollitz zeigte sich beeindruckt von der Ansprache des Stürmers: "Er hat Worte gefunden für eine Mannschaft in dieser Situation, boah. Das hat mich total gepackt – außergewöhnlich. Das habe ich selten von einem Spieler erlebt."

Doch was hatte Engelhardt der Mannschaft mit auf den Weg gegeben? "Ich habe überlegt, was unser Traum ist. Es ist nicht nur der Traum des jetzigen Ichs, sondern auch der Traum des 6-Jährigen", erzählte der Angreifer. "Wir sollen einfach das Feuer in den Augen haben, wie der kleine 6-Jährige, der damals auf dem Bolzplatz gekickt hat. Der Traum des 6-Jährigen ist auch der Traum des anderen 6-Jährigen aus der Mannschaft. So habe ich es der Mannschaft beigebracht, dass sie sich an die Hand nehmen und sagen sollen: Ich bin stolz auf dich und ich mache dich stolz." Seine Mitspieler sollten sich bewusst werden, "wo man herkommt und wie man es geschafft hat", so Engelhardt. "Wir haben alle ein Ziel vor Augen."

"Dann kann hier etwas Großes passieren"

Damit hatte der 27-Jährige ganz offensichtlich einen Nerv getroffen, lieferte das Team anschließend doch eine überzeugende Leistung ab. "Spielfreude, Energie, Intensität, Gier, gutes Gegenpressing" – all das sei Wollitz zufolge vorhanden gewesen. Zudem blieb Energie zum zweiten Mal in Folge zu Null und erzielte zum zweiten Mal hintereinander drei Tore – dank eines überragenden Engelhardts, für den es der erste Dreierpack seiner Profikarriere war. "Die Länderspielpause hat echt gut getan", hielt der Stürmer rückblickend fest. "Die Jungs haben Bock und einfach Spaß."

Mit dem Heimsieg hat Energie nicht nur den dritten Tabellenplatz verteidigt, sondern die Löwen aus dem Aufstiegsrennen genommen. Am Sonntag steht bei Spitzenreiter Osnabrück nun direkt das nächste Topspiel an. Für Engelhardt ist die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte, an der er zwischen 2022 und 2024 "zwei mega Jahre" gehabt habe. Auf eine Kampfansage verzichtete er aber: "Dafür bin ich nicht der Typ. Einfach Spaß haben mit den Jungs. Der Rest kommt von selbst." Wollitz zeigte sich "bereit" für das Duell und betonte mit Blick auf die Engelhardt-Rede: "Wenn wir diese Worte weiterleben lassen, kann hier etwas Großes passieren. Dann hat die Mannschaft alle Chancen, die Sensation zu schaffen."

   

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