"Geht gar nicht": Erneute Schiri-Schelte von Selimbegovic
Durch die Niederlage in Mannheim hat Alemannia Aachen nicht nur erstmals nach fünf Ligaspielen wieder verloren, sondern es auch verpasst, die Abstiegszone auf elf Punkte zu distanzieren. Für Gesprächsstoff sorgte eine Rudelbildung nach dem Pausenpfiff, die in den Katakomben zu einer roten Karte für Aachens Coach Mersad Selimbegovic führte. Im Nachgang regte sich der 43-Jährige mächtig darüber auf – und setzte zum wiederholten Male in den letzten Wochen zu einer Schiri-Schelte an.
"Schaffen es immer wieder, sich in den Vordergrund zu stellen"
Schiedsrichter Marc Philip Eckermann hatte bereits zur Halbzeitpause gepfiffen, als es im Anschluss an einen Zweikampf zwischen Ferati und Bagkalianis zu einer unübersichtlichen Rudelbildung zwischen mehreren Spielern und Trainern beider Seiten kam. Zunächst sahen Aachens Bagkalianis und Gaudino sowie Waldhof-Spieler Mendes jeweils Gelb, ehe es in den Katakomben noch Rot für Alemannia-Trainer Mersad Selimbegovic und Mannheims Sportchef Gerhard Zuber gab.
Warum genau, war in den TV-Bildern nicht zu erkennen. Offenbar hatten sich beide unsportlich (wohl gegenüber dem jeweils anderen) verhalten – das habe Eckermann in der Halbzeit jedenfalls gegenüber Selimbegovic zu Protokoll gegeben, wie der Aachener Coach bei "MagentaSport" berichtete. Nach eigener Darstellung sei er bei der Rudelbildung zuvor dazwischen gegangen und habe seine Spieler zurückgezogen, "damit nicht noch irgendwas passiert".
Nachvollziehen konnte Selimbegovic die rote Karte daher nicht: "Ganz ehrlich, es ist wirklich unglaublich, was wir Woche für Woche erleben müssen. Ich will nicht immer über die Schiedsrichter reden, aber was die machen, geht gar nicht. Sie schaffen es immer wieder, sich in den Vordergrund zu stellen." Zumindest zum Vierten Offiziellen (Sebastian Hilsberg) gab der 43-Jährige, der in den letzten Wochen immer wieder Kritik an den Unparteiischen geäußert hatte, dann aber doch einen Kommentar ab und sprach süffisant davon, dass es für diesen "wahrscheinlich ein Highlight in seiner Karriere war, uns beiden Rot zu geben. Glückwunsch dazu".
"Zu billige" und "naive" Gegentore
Neben dem Schiedsrichter übte Selimbegovic aber auch Kritik an der eigenen Mannschaft, habe diese doch "zu billige" und "naive" Gegentore kassiert. "Das müssen wir abstellen." Und zumindest das erste hätte Keeper Manuel Riemann auch halten können, wie dieser auch selbst einräumte. Der Keeper sprach von einer Niederlage, die "richtig weh" tue, "weil wir das Spiel zu Beginn komplett unter Kontrolle hatten, dann aber bis zur Schlussphase nur noch hinterhergelaufen sind".
Nachdem Schroers die Alemannia nach 10 Minuten in Führung gebracht hatte, drehte Mannheim die Partie zu Beginn des zweiten Durchgangs binnen fünf Minuten durch einen Doppelpack von Boyd (51. / 56.). Vor dem kurz vor der Pause eingewechselten US-Amerikaner habe seine Mannschaft "einfach zu viel Respekt" gehabt und sei nicht genug an ihm dran gewesen, bemängelte Aachens Coach. Ohnehin zeigte sich Selimbegovic mit der Restverteidigung nicht zufrieden, während im letzten Drittel "der letzte Pass" und "die letzte Konsequenz" gefehlt hätten. Kurzum: "Wir haben nicht so gespielt, wie wir das können."
An all diesen Punkten soll nach einer "bitteren und unnötigen Niederlage" bis Mittwoch gearbeitet werden, wenn Schlusslicht Schweinfurt auf dem Tivoli gastiert. "Die Partie wollen wir unbedingt gewinnen", rief Selimbegovic aus. Er selbst wird nach seiner roten Karte dann allerdings nicht auf der Bank sitzen, sondern – wie schon während der zweiten Halbzeit in Mannheim – von Co-Trainer Ilyas Trenz vertreten. Ebenfalls gesperrt sind zudem Gaudino und Loune, die jeweils zum fünften Mal Gelb gesehen haben.