Für "mehr Alternativen": Dotchev begnadigt zwei Aussortierte

Nach zuletzt drei Spielen ohne Niederlage hat der SSV Ulm zumindest die leise Hoffnung auf den Klassenerhalt gewahrt. Um die Hoffnung weiter zu erhalten, ist in der kommenden Partie bei Hansa Rostock (Samstag, 16:30 Uhr) aber ein dreifacher Punkterfolg nötig, weiß auch Trainer Pavel Dotchev, der zwei aussortierte Spieler zurück ins Training beordert hat.

"Habe nicht alles auf eine Karte gesetzt"

Vier Punkte gegen die Top-Teams aus Cottbus und Verl und zuletzt das Remis bei der spielerisch starken Zweitvertretung aus Stuttgart: Eine Punkteausbeute, die SSV-Trainer Pavel Dotchev grundsätzlich zufrieden stellen würde, wäre die nicht der aktuelle Tabellenplatz sechs Spieltage vor Saisonende. "Bei einer anderen Tabellensituation würde man wohl von einem positiven Trend sprechen", erklärte er. Allerdings musste der 60-Jährige ebenso konstatieren, dass der Abstand zum rettenden Ufer aufgrund des zeitgleichen Remis von Saarbrücken weiterhin acht Zähler beträgt und eine Rettung immer unwahrscheinlicher wird.

Dass die Saarländer nach Rückstand noch einen Zähler ergattern konnten, erfuhr Dotchev selbst erst nach Abpfiff. Eine Tatsache, die ihn in den letzten Minuten gegen Stuttgart dazu veranlasste, nicht noch offensiver zu agieren. "Ich habe gedacht wir haben einen Punkt gut gemacht, deswegen habe ich nicht alles auf eine Karte gesetzt. Im Nachhinein war es ein bisschen zu wenig", offenbarte der Bulgare. Zudem erklärte er mit Blick auf schlechter Erfahrungen vorheriger Spiele: "Da habe ich es schon ein paar Mal versucht und dann ist alles nach hinten losgegangen und wir haben die Spiele verloren."

El-Zein und Westermeier trainieren wieder mit

Dementsprechend machte Dotchev klar, sich weniger mit den vergangenen Partien zu beschäftigen als den Blick nach vorne zu richten. "Es sind noch genügend Punkte zu holen. Die Situation ist zwar nicht besser geworden, aber wir müssen dran bleiben und bis zur letzten Chance kämpfen", betonte er. Dafür machte der Ulmer Coach aber auch klar, dass sich insbesondere die Offensivschwäche seiner Mannschaft besser müsse. "Wir machen aus unseren Chancen einfach zu wenig Tore und deswegen haben wir so wenig Punkte", fasste er ganz simpel zusammen. Dementsprechend ungünstig gelegen kommt, dass Dennis Chessa nach seiner fünften gelben Karte gesperrt ist.

Hierfür gab Dotchev bekannt, dass mit Abu-Bekir El-Zein und Ben Westermeier zwei Spieler aus der "Trainingsgruppe B" ins Mannschaftstraining zurückkehren, "damit wir die eine oder andere Alternative haben". Dabei hatte der 60-Jährige am Sonntag noch ausgeschlossen, dass aussortierte Spieler zurückkehren könnten. In Rostock tritt Ulm auf die zweitbeste Defensive der Liga. Dementsprechend fordernd wird die Aufgabe bei den Hanseaten, die durch den Wendesieg beim SC Verl wieder an den Aufstiegsplätzen schnuppern. "Das wird schon ein hitziges Spiel. Man hat aber gesehen, dass die auch nur mit Wasser kochen", sagte Dotchev mit Blick auf Rostock vergangene Heimniederlage gegen Viktoria Köln. "Das ist eine machbare Aufgabe. Nur wir müssen an die Leistungen der letzten Wochen anknüpfen und eine Top-Leistung bringen."

Dotchevs Rückkehr an alte Wirkungsstätte

Ein Fakt, der auf jeden Fall für Dotchev und denn SSV spricht, ist die Statistik, dass der 60-Jährige erneut auf einen seiner ehemaligen Arbeitgeber trifft. Seit er in Ulm ist, konnten diese Partien – gegen Duisburg, Köln und Aue – allesamt gewonnen werden. Dementsprechend groß ist die Vorfreude auf die Rückkehr und das Wiedersehen: "Ich habe in Rostock unheimlich viele Freunde und habe sehr gute Erinnerungen." Hinzu kommt die persönliche Ebene, die bei mit einigen Verantwortlichen der Rostocker besteht. "Das ist schon lustig, dass ich ein paar Leute treffe, die ich selber trainiert habe", sagte er unter anderem mit Blick auf Hansa-Trainer Daniel Brinkmann, den Dotchev selbst in Paderborn in der Saison 2004/05 coachte.

   

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