Fortuna Köln: "Absolute Katastrophe“ gegen Großaspach

Der SC Fortuna Köln verlor zum Drittliga-Auftakt das Aufsteigerduell bei der SG Sonnenhof Großaspach mit 1:2 (1:1). Vor 2.623 Zuschauern in der mechatronik Arena gelang der Mannschaft von Uwe Koschinat zwar zunächst durch Markus Pazurek die sehenswerte Führung per direkten Freistoß. Noch vor der Pause sorgte allerdings SG-Angreifer Tobias Rühle für den Ausgleich. Im zweiten Abschnitt avancierte Sahr Senesie zum Matchwinner und ließ die Kölner die Heimreise ohne Punkte antreten.

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Rühle und Senesie zerstören die defensive Ordnung

Nach einer zehnminütigen Findungsphase zu Beginn war es die Elf von Rüdiger Rehm, die früher ihrer Nervosität ablegen konnte. Die erste gelungene Kombination ergab sich über Rühle, Jüllich und dem schlussendlich überhasteten Abschluss von Senesie. Die Kölner hatte in dieser Phase zwar viel Ballbesitz, allerdings fehlten in Abwesenheit von Kristofer Andersen die spielerischen Ideen um die alleinige Sturmspitze Thomas Kraus in Szene zu setzen. Großaspach glänzte fortan mit schnellem und einstudiertem Umschaltspiel. Aus dem Aspacher Sturmdou Rühle/Senesie war es zumeist Tobias Rühle, der sich als erste Anspielstation anbot und als Kontaktspieler auftrumpfte. Der ehemalige Stuttgarter behauptete sich viel zu häufig auch gegen mehrere Gegenspieler, zog die Kölner Defensive so immer wieder auseinander und verteilte die Bälle anschließend geschickt auf die mit Tempo nachrückenden Mitspieler. Die Fortuna ließ dabei immer wieder das nötige Timing in den Zweikämpfen vermissen und musste so auf ihren starken Schlussmann Andre Poggenborg oder die Aspacher Abschlussschwäche hoffen.

Führung bringt keine Sicherheit

Dass die Elf von Uwe Koschinat trotz der spielerischen Überlegenheit der Hausherren nach 21 Minuten in Führung ging, ist der eigenen Stärke bei ruhenden Bällen zuzuschreiben. Die Abnehmer bei den zuvor hohen Anspielen in die Spitze waren zumeist Thomas Kraus oder Johannes Rahn. Vor allem der Neuzugang aus Bielefeld konnte die Bälle in Strafraumnähe behaupten, weiterleiten oder war eben häufig nur mit einem Foul zu stoppen. Vor dem entscheidenden Freistoß zur Führung wurde Michael Kessel gelegt. Markus Pazurek versenkte anschließend den Ball aus halbrechter Position im Winkel. Allerdings brachte die überraschende Führung auch anschließend keine Sicherheit in das Spiel der Fortuna. Großaspach drückte weiter auf das Gaspedal. Der immer stärker werdende Rizzi scheiterte zunächst mit einem direkten Freistoß an der Latte (26.) und später freistehend aus 16 Metern an Poggenborg (32.). Vor dem überfälligen Ausgleich der Hausherren hatte Thomas Kraus sogar noch die Möglichkeit das Spiel komplett auf den Kopf zu stellen, setzte den Ball aber aus kurzer Distanz nur an den Pfosten. Nach 41 Minuten wurde die Fortuna dann schließlich von der Offensiv-Power der Aspacher überrollt. Rizzi und Senesie konnten sich in den Sechszehner kombinieren. SG-Innenverteidiger Gehring bediente Rühle, der im zweiten Versuch aus sieben Metern gegen Poggenborg erfolgreich war (41.).

Umstellung bringt zeitweise Sicherheit

Das hohe Tempo und die Aggressivität aus der ersten Halbzeit konnte Großaspach im zweiten Abschnitt zunächst nicht halten. Koschinat stellte in der Pause um, zog Hamdi Dahmani aus dem Zentrum raus auf den Flügel. Die Fortuna gewann dadurch mehr Kontrolle im Aufbauspiel und kreierte mehr Offensivaktionen. Die beste Möglichkeit zur Führung hatte Thomas Kraus, der aber zu lange brauchte um den Abschluss zu setzen (53.). Trotz gedrosseltem Tempo blieb Großaspach aber auch im zweiten Abschnitt das gefährlichere Team. Das entscheidende Tor resultierte erneut aus einer zu körperlosen Verteidigung der Fortuna. Landeka spielte den Ball in den Rücken der Kölner Abwehr. Der alleingelassene Rizzi legte von der Grundlinie auf Senesie ab, der vom Elfmeterpunkt unbedrängt einschieben konnte (73.).

Nur Poggenborg und eigene Standardsituationen stechen heraus

Für die Fortuna setzte es schlussendlich eine verdiente 1:2-Niederlage bei einem direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt. Allerdings ist nicht nur das Ergebnis besonders bitter, sondern auch die Art und Weise wie Niederlage zustande kam besorgniserregend. Zu keinem Zeitpunkt des Spiels hat die Mannschaft ihre körperliche Überlegenheit einsetzen können. Es fehlte insbesondere am Timing um griffiger in die Zweikämpfe zu kommen. Großaspach schaffte es immer wieder durch schnelle Spielverlagerungen Zeit und Raum zu gewinnen. Mit den darauffolgenden Tempoangriffen war die Fortuna-Defensive zumeist überfordert. Um selber eigene zielgerichteten Angriffsaktionen einzuleiten war die Fehlerquote im Aufbau häufig zu hoch. Dass die Niederlage nicht noch höher ausfiel, ist alleine einem herausragenden Andre Poggenborg zu verdanken. Neben dem Schlussmann stachen lediglich die Standardsituationen hervor. Das Tor von Pazurek resultierte aus einem direkten Freistoß. Die einzige Möglichkeit nach dem Rückstand noch zu einem Punktgewinn zu kommen ergab sich in der Schlussminute für Marquet, Rahn und Hörnig gleich dreifach nach einem Eckball. Uwe Koschinat war nach dem Spiel sichtlich enttäuscht und sprach von einer „absoluten Katastrophe“.

FOTO: ef-pixx.de

 

   

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