"Extrem bitter": Großer Härtel-Frust nach herbem Rückschlag
Was für ein herber Rückschlag im Abstiegskampf für den FC Erzgebirge Aue! Mit einem Sieg im Kellerduell gegen den SSV Ulm hätten die Veilchen die Spatzen auf neun Punkte distanzieren können, doch nach der 0:3-Pleite liegt der SSV nur noch drei Zähler hinter den Sachsen, die zudem wieder unter den Strich gerutscht sind. Der Frust nach der blutleeren Vorstellung im zweiten Durchgang war groß.
Wilde Anfangsphase nach der Pause als Knackpunkt
Nein, lange nach einem Knackpunkt suchen für die Niederlage gegen den SSV Ulm musste man beim FC Erzgebirge nicht: es war die Anfangsphase der zweiten Halbzeit, die Trainer Jens Härtel bei "MagentaSport" als "ein bisschen wild" bezeichnete. Nicht nur, dass Aue kurz nach Wiederbeginn binnen sechs Minuten gleich zwei Gegentore kassierte (48. / 54.), ab der 64. Minute war der FCE auch noch in Unterzahl, nachdem Malone für ein hartes Einsteigen gegen Pepic die rote Karte gesehen hatte.
"Wenn er so reingeht, muss er sich sicher sein, dass er an den Ball kommt", hielt Härtel fest. "So ist es dann total ärgerlich, denn so darfst du in so einer Situation auf gar keinen Fall hingehen. Das hat uns nochmal zusätzlich bestraft, denn mit einem Mann weniger ist es natürlich extrem schwer gewesen. Damit war das Spiel eigentlich durch." In der Tat lief bei Aue in Unterzahl gar nichts mehr zusammen. "Da sieht man dann schon, dass wir nicht die Stabilsten sind."
Aber schon die beiden Gegentore waren alles andere als gut verteidigt. Beim 0:1 etwa patzte ausgerechnet Torhüter Louis Lord, der erneut den Vorzug vor Martin Männel erhalten hatte. "Ich weiß nicht, ob er gerufen hat, dass er kommt. Dann springt Zobel nicht mit und behindert unseren eigenen Mann", ärgerte sich Härtel über die Entstehung des Gegentreffers, dem "überhaupt keine gefährliche Situation" vorausgegangen sei. Entsprechend sei es "extrem ärgerlich" gewesen, auf diese Art und Weise in Rückstand zu gehen.
Laute Pfiffe – Viele Fans gehen vorzeitig
Ein ähnliches Urteil fällte Härtel auch über die Tatsache, in der ersten Halbzeit trotz einiger guter Chancen kein Tor erzielt zu haben. "Wenn wir in Führung gehen, wird es ein ganz anderes Spiel. Ich glaube, dann gewinnen wir auch." Mit einem 0:0 in die Pause gegangen zu sein, "war natürlich extrem bitter, weil wir ein gutes Spiel gemacht haben und auch die bessere Mannschaft waren". Auch Jonas Fabisch haderte mit den vergebenen Möglichkeiten im ersten Durchgang und sprach von einer "verdienten Niederlage, da wir es insgesamt in allen Phasen einfach nicht gut gemacht haben".
Nach der zweiten Pleite in Folge und nur einem Sieg aus den letzten acht Partien sind die Veilchen nun wieder unter den Strich gerutscht, weil Aachen zeitgleich gegen Hoffenheim II gewonnen hat. Lautstarke Pfiffe nach Spielende waren die Folge, viele Fans verließen das Stadion bereits nach dem 0:3 in der 90. Minute fluchtartig. Beim TSV Havelse steht am kommenden Freitag direkt das nächste Kellerduell an, doch an die Partie wollte Härtel direkt nach Spielende noch nicht vorausblicken.
"Jetzt müssen wir erstmal dieses Spiel abhaken. Das wird schwer genug, weil wir in der zweiten Halbzeit eine Menge Baustellen offenbart haben." Dennoch gelte es, bis Freitag wieder positiv zu werden und die Niederlage abgeschüttelt zu haben. Neben Malone wird dann womöglich allerdings auch noch Julian Günther-Schmidt ausfallen, der bereits nach zwölf Minuten verletzt vom Platz musste.