Erzgebirge Aue in der Krise: Droht auch intern ein Machtkampf?

Neben der sportlichen Krise droht beim FC Erzgebirge Aue hinter den Kulissen offenbar ein Machtkampf innerhalb der Vereinsführung.

Schlesinger und Haustein in der Kritik

Wie die "Bild"-Zeitung und "Tag24" berichten, wird die Arbeit des Vorstands zunehmend kritisch von Teilen des Aufsichtsrats betrachtet. Im Fokus der Kritik stehen demnach Präsident Thomas Schlesinger und Sportvorstand Jens Haustein. Hintergrund ist vor allem die ausbleibende sportliche Wende, nachdem der Verein im Winter Veränderungen in der sportlichen Leitung vorgenommen hatte. Nach dem Jahreswechsel hatte Aue Michael Tarnat als neuen Sport-Geschäftsführer verpflichtet. Der ehemalige Nationalspieler folgte auf Matthias Heidrich und installierte kurz darauf Christoph Dabrowski als neuen Cheftrainer.

Zum Zeitpunkt von Tarnats Amtsantritt standen die Veilchen noch knapp über der Abstiegszone. Mittlerweile ist die Mannschaft jedoch seit neun Spielen ohne Sieg und tief in den Tabellenkeller abgerutscht. Bereits acht Punkte beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer. Der erhoffte Effekt des Trainerwechsels blieb damit aus. Auch auf dem Transfermarkt blieb der gewünschte Impuls aus. Im Winter wurde lediglich Vincent Ocansey auf Leihbasis von Arminia Bielefeld verpflichtet. Der Angreifer konnte bislang jedoch noch keinen entscheidenden Einfluss auf das Offensivspiel nehmen.

Nach Angaben der "Freien Presse" soll Ex-Sportchef Heidrich bereits während der Hinrunde mögliche Wintertransfers vorbereitet haben. Mitte Dezember kam es allerdings wegen eines gestörten Vertrauensverhältnisses zur Freistellung. Tarnat erklärte später, man habe trotz zahlreicher Versuche keine weiteren Spieler verpflichten können. Laut "Tag24" sollen dabei nicht finanzielle Gründe entscheidend gewesen sein, vielmehr hätten mehrere Kandidaten aus unterschiedlichen persönlichen Gründen abgesagt.

Künftige Ausrichtung noch offen

Angesichts der sportlichen Situation beschäftigt sich der Klub bereits intensiv mit verschiedenen Szenarien. So wurden fristgerecht Lizenzunterlagen sowohl für die 3. Liga als auch für die Regionalliga eingereicht. Unklar ist allerdings, wer in diesem Fall künftig die sportliche Verantwortung tragen würde. Sowohl Dabrowski als auch Tarnat äußerten sich zuletzt ausweichend zu ihrer Zukunft im Abstiegsfall.

Während Sportvorstand Haustein laut den Berichten zufolge grundsätzlich weiter mit Tarnat arbeiten könnte, sehen das offenbar nicht alle Mitglieder des Aufsichtsrats so. Teilen des Gremiums zufolge wird über einen umfassenden personellen Neustart nachgedacht – verbunden mit einer stärkeren Rückbesinnung auf die traditionelle Wismut-DNA des Vereins. Auch soll der Aufsichtstat laut "Tag24" bereits Kontakt mit potentiellen Trainerkandidaten aufgenommen haben. Ein Thema soll demnach der Ex-Auer-Spieler René Klingbeil sein. Problem nur: Der Aufsichtsrat ist eigentlich gar nicht befugt, ins operative Geschäft einzugreifen.

   

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