Erst 16.500 Tickets verkauft: Aachen droht kleinste Kulisse seit 2023

Sportlich ging es bei Alemannia Aachen angesichts von acht Punkten aus den letzten vier Spielen wieder bergauf, dennoch droht im Heimspiel gegen den SC Verl (Samstag, 14 Uhr) die kleinste Kulisse seit Dezember 2023.

Erstmals keine 20.000 Zuschauer?

31 Mal trat Alemannia Aachen seit dem Aufstieg im Mai 2024 zu Drittliga-Spielen am heimischen Tivoli an, jedes Mal wurde dabei die Marke von 20.000 Zuschauern geknackt. Am Samstag könnte sich das nun ändern. So waren bis Donnerstagvormittag erst 16.500 Karten verkauft. Für Drittliga-Verhältnisse fraglos eine starke Zahl, nicht aber für die Alemannia, die im Schnitt vor 22.268 Zuschauern spielt. In der vergangenen Serie lag der Schnitt sogar bei über 26.000 Fans.

Dass das Interesse für die Partie gegen Verl überschaubarer ist, dürfte zum einen mit der Heimserie der Aachener zusammenhängen. Erst zweimal konnten die Schwarz-Gelben in dieser Saison am Tivoli gewinnen, zuletzt Anfang November. Mit nur sieben Punkten aus elf Heimspielen bei einer Tordifferenz von minus 13 sind die Aachener gar das schwächste Heimteam der Liga. Zum anderen bringt der SC Verl am Samstag nur etwa 150 Fans mit. Die bislang kleinste Kulisse seit dem Aufstieg gab es am 30. September, als gegen Aue 20.079 Fans dabei waren. Weniger Fans kamen zuletzt im Dezember 2023 zum Heimspiel gegen Lippstadt (14.200 Zuschauer). Seitdem pilgerten in 38 aufeinanderfolgenden Heimspielen stets über 20.000 Fans ins Stadion. Gegen Verl nun erstmals nicht?

Appell an die Fans

Dass es künftig wieder mehr Zuschauer werden, dafür will die Mannschaft von Trainer Mersad Selimbegovic mit einem Heimsieg sorgen. Bei der Spieltags-Pressekonferenz appellierte der 43-Jährige an die Zuschauer, nicht die Geduld zu verlieren, "wenn dich der Gegner mal laufen lässt. Wir dürfen nicht aufgeben, sondern müssen einfach weitermachen – auch, wenn nicht sofort alles klappt. Dann drehen wir das zusammen." Nach Einschätzung des Bosniers hätten die Fans zuletzt aber ein gutes Gespür dafür gehabt, "was die Jungs brauchen". Ohnehin könne es nur besser werden.

Gegen Essen war Aachen vor zwei Wochen schon nah dran an einem Heimsieg, verspielte eine 3:1-Führung in den letzten Minuten aber noch. Gegen Ulm belohnte sich das Team nun (3:1), gefeiert worden sei aber nicht. "Nicht, dass jemand glaubt, einen Schritt weniger machen zu können. Das wäre fatal." Nach Ansicht des Trainers fehle "noch einiges", um langfristig Erfolg haben zu können. "Wir müssen das kontinuierlich bestätigen – über Monate und nicht über Wochen." Dazu gehöre auch, die "viel zu billigen Gegentore" abzustellen. "Es gibt noch viel zu tun, es gibt noch viel Arbeit. Aber wir sind auf gutem Weg."

Aytekin an der Pfeife

Aus personeller Sicht sind Nils Winter, Felix Meyer (beide Rückenprobleme) und Lamar Yarbrough (krank) noch fraglich. Sicher ausfallen werden Danilo Wiebe (nach Schienbeinverletzung), Lukas Scepanik (Verdacht auf Muskelzerrung), Mika Hanraths (Trainingsrückstand nach Muskelbündelriss) sowie Florian Heister (Wadenprobleme).

Geleitet wird das Spiel indes von niemand Geringem als Deniz Aytekin. Eine Reaktion des DFB auf die wiederholte Schiri-Schelte von Selimbegovic in den letzten Wochen? "Ich glaube nicht, dass das damit zusammenhängt", sagte der 43-Jährige. "Aber ich freue mich, ihn zu sehen. Und ich hoffe, dass wir nach dem Spiel nicht über ihn reden müssen." Viel lieber würde er sicherlich über den dritten Heimsieg in dieser Saison sprechen, der dann zusammen mit den Fans gefeiert werden soll.

 

 

   

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