"Eindeutig Tor": Wollitz trotz Ärger ohne Schiri-Schelte

In der sechsten Minute der Nachspielzeit hatte Energie Cottbus gegen Waldhof Mannheim den vermeintlichen 2:1-Siegtreffer erzielt. Doch die Unparteiischen gaben das Tor nicht – der Ball sei nicht vollständig hinter der Linie gewesen. Cheftrainer Claus-Dieter Wollitz hatte zwar eine klare Meinung dazu, wollte die Schiedsrichter für den verpassten Sieg jedoch nicht verantwortlich machen und nahm sie stattdessen sogar in Schutz.

Schiedsrichter "sind total verunsichert"

Tor oder nicht Tor – das war die große Frage, die sich in Cottbus nach dem Schlusspfiff stellte. Mannheims Keeper Thijmen Nijhuis konnte in den letzten Sekunden der Partie eine auf das Tor geköpfte Ecke von Tolcay Cigerci abwehren. Dabei stand der Niederländer klar hinter der Linie. Ob sich der Ball ebenfalls vollständig hinter dieser befand, ließ sich anhand der TV-Bilder nicht zweifelsfrei klären. Zwar wackelte das Netz, allerdings wohl nur deshalb, weil sich Nijhuis daran festgehalten hatte. Es wäre das 2:1 für Energie Cottbus gewesen.

Für Cheftrainer Claus-Dieter Wollitz war die Angelegenheit dennoch klar: "Eindeutig Tor, jeder weiß, dass der Ball drin war", sagte er nach der Partie und führte aus: "Schauen Sie mal, wo der Torhüter steht und wo der Ball ist. Es gibt nur zwei Personen, die es haben sehen können: der Assistent und der Schlussmann. Wir können ihn ja mal fragen. Wenn der sagt, nein, der Ball war nicht drin – gut, dann muss man diese Glaubwürdigkeit so hinnehmen." Auch Waldhof-Coach Luc Holtz vertrat die Auffassung, dass der Ball nicht hinter der Linie gewesen sei. Tolcay Cigerci wiederum hatte das Gefühl, "dass der Ball einen Meter hinter der Linie war".

Trotz allem Ärger über das nicht gegebene Tor wollte Wollitz die Schuld aber nicht beim Schiedsrichtergespann suchen und machte ihnen auch keinen Vorwurf: "Das wäre falsch, denn die Unparteiischen haben den schwersten Job, weil sie von oben so einen Druck bekommen. Sie werden von den Verantwortlichen nicht richtig begleitet und können nicht mehr frei entscheiden." So seien sie total verunsichert, obwohl es in den höheren Ligen den VAR gibt. "Die Schiedsrichter brauchen mehr Unterstützung", forderte Wollitz und bekam Zuspruch von Holtz.

Cottbus hätte vorher die Partie entscheiden müssen

Sie für den verpassten Sieg verantwortlich zu machen, würde nur davon ablenken, "dass wir das Spiel vorher hätten entscheiden müssen", meinte Wollitz. Mit Tolcay Cigerci und Henry Rorig hatten die Lausitzer in der ersten Halbzeit eine hochkarätige Doppelchance zum 2:0. Erstgenannter scheiterte aus kurzer Distanz an Mannheims Keeper, der beim Nachschuss von Rorig bereits geschlagen gewesen wäre – doch Abifade rettete auf der Linie. Im zweiten Durchgang war es King Manu, der die erneute Führung aus wenigen Metern vergab.

Wollitz bemängelte zudem, dass "wir zu offen gespielt haben. Wir konnten deshalb nicht permanent den Druck ausüben und mussten dann diese langen Wege gehen, weil wir es in der Organisation nicht gut gemacht hatten". Außerdem hätten die drei Offensivspieler – mit Ausnahme des später eingewechselten Tolga Cigerci – "keinen Impact gehabt. Wenn man so ein unglückliches 1:1 bekommt, dann braucht man diesen". Über den früheren Bundesliga-Profi sagte er: "Er hat aufgrund seiner Vita und seiner Art und Weise, wie er Fußball denkt, vieles, was er der Mannschaft geben kann. Umso mehr ist es schade, dass vor seiner Einwechslung der Ausgleich fiel. Man hat schon gemerkt, wie er das Stadion anstacheln konnte."

Trotz des verpassten Heimsiegs hat Energie Cottbus die Tabellenführung zurückerobert – und will diese am nächsten Sonntag beim Derby in Aue verteidigen. Ob Anderson Lucoqui dabei sein kann, ist allerdings noch offen, nachdem er zur Pause verletzt vom Platz musste.

   

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