"Ein bisschen dumm von ihm": Mamba von Hoffmann beleidigt?
Nach zuletzt zwei Siegen in Folge musste der SSV Ulm beim 1:2 in Mannheim am Freitagabend wieder einen Rückschlag im Kampf gegen den Abstieg einstecken – und das trotz guter Leistung und mit einem Spieler mehr in der Schlussphase. Zuvor hatte Mannheims Hoffmann die rote Karte gesehen – weil er Mamba beleidigt haben soll, wie dieser zu Protokoll gab.
"Die Wörter, die er genannt hat, will ich jetzt nicht sagen"
86 Minuten waren gespielt, als sich Hoffmann und Mamba bei einem langen Ball der Ulmer kurz vor dem Strafraum der Buwe gegenseitig bearbeiteten und dann zu Fall gingen. Eigentlich war die Szene damit geklärt, doch plötzlich sah Hoffmann die rote Karte und konnte es kaum fassen. Minutenlang versuchte er Schiedsrichter Tom Bauer umzustimmen und redete auch auf andere Ulmer Spieler ein, doch der Unparteiische blieb bei seiner Entscheidung. Was war passiert? Bei "MagentaSport" sprach Mamba davon, beleidigt worden zu sein.
Ins Detail gehen wollte der Stürmer allerdings nicht: "Ich sage mal so, die Wörter, die er genannt hat, will ich jetzt nicht sagen. Aber es war ein bisschen dumm von ihm, dass er etwas gesagt hat. Der Schiedsrichter stand daneben, hat es klar gehört und dementsprechend die rote Karte gezogen." Auf die Nachfrage von Reporter Thomas Wagner, ob es sich um eine schwere Beleidigung gehandelt habe, antwortete Mamba: "Kann man so sagen."
Während sich Hoffmann kurz nach dem Spiel nicht äußern wollte, zeigte sich Waldhof-Coach Luc Holtz erstaunt darüber, dass eine Beleidigung gefallen sein soll. Der Luxemburger wollte aber erstmal das Gespräch mit Hoffmann suchen. Waldhofs Sport-Geschäftsführer Gerhard Zuber äußerte sich gegenüber der "Rhein-Neckar-Zeitung" so: "Er hat zu seinem Gegenspieler 'kleine' irgendwas gesagt. Aber beide haben sich beleidigt und wir bekommen die Rote Karte. Das war ein Wortgefecht." Laut Trainer Pavel Dotchev waren beide Spieler nach der Partie nochmal beim Schiedsrichter, um sich auszusprechen. Eine rassistische Beleidigung sei demnach nicht gefallen, wie Mamba gegenüber Dotchev versichert habe.
"Unentschieden wäre verdient gewesen"
Doch auch die Überzahl und gleich mehrere gute Chancen kurz vor Schluss – erst landete ein Kopfball von Chessa auf dem Tornetz (90.+1), dann ließ Waldhof-Keeper Nijhuis im eigenen Fünfer die Kugel fallen (90.+3) und schließlich traf Dressel mit der letzten Aktion nur die Latte (90.+6) – änderten nichts an der Ulmer Niederlage, nachdem Brandt nach 66 Minuten zum Anschluss getroffen hatte. Sehr zur Enttäuschung von Mamba: "Ein Unentschieden wäre verdient gewesen."
Diese Auffassung vertrat auch Trainer Pavel Dotchev, "denn wir waren in der zweiten Halbzeit die dominantere Mannschaft". Nur die Abschlüsse seien nicht so präzise gewesen. "Das ist das einzige, was ich meinen Spielern vorwerfen." Neben dem Chancenwucher machte er die Niederlage auch an "zwei Stellungsfehlern" vor den beiden Gegentoren (33. / 45.+4) in der ersten Halbzeit fest. Dadurch lief Ulm jeweils in Konter und brachte sich letztlich um den Lohn. Mit der Leistung insgesamt war der 60-Jährige aber zufrieden: "Die Jungs haben bis zum Schluss gekämpft. Mannheim hatte in der zweiten Halbzeit so gut wie gar keine Chance." Zwar sei die Niederlage "ärgerlich, aber das wirft uns nicht um", so Dotchev. "Ich werde die Mannschaft aufrichten, und dann geht es weiter."
Mit einem Sieg wäre Ulm ans rettende Ufer gesprungen, so bleibt der SSV unter dem Strich und könnte am Samstag sogar auf den vorletzten Rang abrutschen, falls Havelse in Osnabrück gewinnen sollte. Zudem könnte der Rückstand zu Platz 16 wieder auf vier Zähler anwachsen. So oder so muss am Sonntag in einer Woche im direkten Duell gegen Aachen ein Sieg her.