"Effektivität vermissen lassen": RWE-Lauf endet nach acht Spielen

Nach acht Spielen ohne Niederlage ging Rot-Weiss Essen in Ingolstadt erstmals wieder als Verlierer vom Platz. Zwar dominierte die Mannschaft von Cheftrainer Uwe Koschinat insbesondere die erste Halbzeit, aber zum erfolgreichen Torabschluss kam es nicht. Der FCI nutzte hingegen eine Möglichkeit, und verteidigte das Ergebnis souverän bis zum Ende. Das räumte auch der RWE-Coach fairerweise ein.

"Würde es nicht ganz so dramatisch sehen"

Jede Serie reißt einmal, und bei RWE war es am Samstag in Ingolstadt soweit. Jonas Scholz köpfte das Spielgerät in Folge eines Eckballs in die Maschen, was zugleich noch äußerst unglücklich für Torhüter Jakob Golz aussah. Mit Beginn der zweiten Halbzeit stellten die Schanzer den Spielverlauf dadurch auf den Kopf, denn bis zur FCI-Führung war eigentlich der Gast aus Essen das spielbestimmende Team. "Am Ende ist es so, dass wir in der ersten Halbzeit brutal dominant waren", nahm auch RWE-Coach Uwe Koschinat bei "MagentaSport" an. "Die Umstellung der Ingolstädter haben wir dann nicht so gut verkraftet, weil wir über die Außen dann nicht mehr so gefährlich wurden."

Das Spielidee des Revierklubs habe "ein bisschen gelahmt" und der Gegentreffer per Standard tat sein Übriges. "Dadurch waren wir gezwungen, offener zu spielen und haben gegen Ende auch alles riskiert. Ehrlicherweise hat der FCI das mit der Wucht seines gesamten Kaders auch sehr, sehr gut wegverteidigt", räumte der Cheftrainer ein. So musste sich Essen erstmals nach acht Spielen ohne Niederlage wieder geschlagen geben, doch zumindest den dritten Platz in der Tabelle konnte RWE weiterhin halten. Koschinat zog das Positive heraus: "Wir hatten sehr, sehr viele Möglichkeiten in der ersten Phase, und ich würde es nicht ganz so dramatisch sehen, dass wir in der zweiten Halbzeit chancenlos gewesen wären."

"Habe hier noch nie rumgemault"

Aufgrund der Vielzahl der vergebenen Torchancen schmerzte die Niederlage dennoch. "Wir haben heute diese Effektivität vermissen lassen. Vielleicht hat es sich für die Mannschaft in der ersten Hälfte zu leicht angefühlt, vielleicht waren wir auch von der Körperlichkeit der Ingolstädter in der zweiten Hälfte beeindruckt. Wir haben uns jedenfalls nicht mehr so leicht herausgespielt", legte Koschinat den Finger zunächst in die eigenen Wunden. Zu unsauber, zu kleinteilig – das waren die Kritikpunkte, bei denen der RWE-Coach in erster Linie einstieg. Und doch habe der 55-Jährige eine erste Halbzeit gesehen, die ein "Spiegel war, wie gut wir sein können". Nur zur Ausbeute reichte es an diesem Tag nicht.

Dass am Ende der Englischen Woche der Kräfteverschleiß ein Grund für die Niederlage war, ließ Koschinat derweil nicht gelten. "Ich habe hier vom ersten Tag an noch nie rumgemault, sondern die Situationen immer so analysiert, wie sie sind", betonte der Cheftrainer. "Ich glaube, jedem leuchtet ein, dass wir, wenn man zwei U19-Spieler in einer Englischen Woche im Kader hat, einen kleinen, aber einen super leistungsstarken Kader haben." Ein Kraftproblem machte Koschinat daher nicht aus, denn die erste Halbzeit habe dagegengesprochen. "Nichtsdestotrotz ist es natürlich nicht angenehem, wenn dir sehr, sehr wichtige Spieler verletzungsbedingt wegbrechen. Sie hätten heute natürlich einen großen Beitrag leisten können, aber sie sind eben nicht da." Im Heimspiel gegen Jahn Regensburg soll am kommenden Freitag dann eine neue Serie gestartet werden. Dann allerdings ohne Franci Bouebari, der bereits zum fünften Mal in dieser Saison die gelbe Karte sah.

   

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