DFB-Pokal: Die größten Überraschungen der Drittligisten

Zehn Drittligisten kämpfen an diesem Wochenende um den Einzug in die zweite DFB-Pokalrunde. Im Vorfeld wirft liga3-online.de einen Blick auf die größten Pokal-Sensationen der Drittligisten seit Bestehen der eingleisigen Liga.

2009/2010: VfL Osnabrück

Die Lila-Weißen erlebten in der Saison 2009/2010 ein Pokal-Märchen, das wohl niemand so schnell vergessen wird. In der ersten Runde des Pokals setzte sich der VfL mit 2:1 gegen den damaligen Zweitligisten F.C. Hansa Rostock durch. Die Führung durch Thomas Reichenberger glichen die Gäste eine viertel Stunde vor dem Ende durch Marcel Schied aus. Doch die Niedersachsen schlugen zurück und kamen durch Dennis Schmidt in der 90. Minute zum viel umjubelten Siegtreffer.

In der zweiten Runde stand die Mannschaft von Trainer Karsten Baumann dem Hamburger SV gegenüber. Nach 2:0-Führung geriet der Drittligist in der 100. Minute sogar mit 2:3 in Rückstand. Doch Henning Grieneisen traf in der 116. Spielminute zum 3:3-Ausgleich. Das Elfmeterschießen musste die Entscheidung bringen. Der VfL verwandelte alle vier Schüsse, beim HSV vergaben Mladen Petric und Robert Tesche – der VfL stand im Achtelfinale.

Auch hier sollte die Pokalreise noch nicht beendet sein. Mit Borussia Dortmund gastierte erneut ein Bundesligist, der den Kürzeren zog. Angelo Barletta brachte die Osnabrücker mit zwei Treffern schon im ersten Durchgang mit 2:0 in Front. Nach dem zwischenzeitlichen Anschlusstreffer von Nuri Sahin brachte Benjamin Siegert den VfL erneut mit zwei Toren Unterschied in Führung und somit auf die Siegerstraße. Das 2:3 aus Sicht der Borussen durch Lucas Barrios kam zu spät.

Erst im Viertelfinale war für die Lila-Weißen Schluss. Der FC Schalke 04 siegte durch einen Treffer von Kevin Kuranyi mit 1:0.

2010/2011: Kickers Offenbach – Borussia Dortmund 4:2 n.E. 

Nach einem 3:0-Erfolg in der ersten Runde gegen den VfL Bochum standen die Kicker von Trainer Wolfgang Wolf dem Bundesligisten Borussia Dortmund gegenüber. Nach 120 torlosen Minuten musste das Elfmeterschießen die Entscheidung herbeiführen. Während beim OFC Steffen Haas die Nerven versagten, verschossen auf Seiten der Gäste mit Lucas Barrios und Robert Lewandowski gleich zwei Spieler und die Sensation war perfekt.

2010/2011: TuS Koblenz – Hertha BSC 2:1

Zu Beginn der Pokal-Saison setzte sich die TuS Koblenz mit 1:0 gegen Fortuna Düsseldorf durch. In der zweiten Runde gastierte der Zweitligist und spätere Bundesliga-Aufsteiger Hertha BSC. Durch Treffer von Michael Stahl und Marcus Steegmann gingen die Koblenzer mit 2:0 in Führung. Der Anschlusstreffer durch Adrián Ramos fiel für die Gäste zu spät.

2011/2012: SpVgg Unterhaching – SC Freiburg 3:2

Im ersten Pokal-Durchgang empfingen die Rand-Münchener den Bundesligisten aus Freiburg und setzten sich zum Schluss mit 3:2 gegen diesen durch. Trotz der frühen Führung für die Gäste durch Cédric Makiadi gab die SpVgg nicht auf und drehte die Partie durch Treffer von Roland Sternisko und Mijo Tunjic. Stefan Reisinger sorgte für den Ausgleich, doch drei Minuten vor dem Abpfiff erzielte Tunjic mit seinem zweiten Elfmetertor des Tages den Siegtreffer.

2011/2012: 1. FC Heidenheim – Werder Bremen 2:1

Für die zweite Überraschung sorgte der 1. FC Heidenheim, der den SV Werder Bremen mit 2:1 bezwang. Die Mannschaft von der Weser ging durch ein Tor von Markus Rosenberg mit 1:0 in Führung. Christian Sauter und Marc Schnatterer drehten das Spiel jedoch binnen zwei Minuten und brachten den Drittligisten in die nächste Runde. Dort hielt man gegen Borussia Mönchengladbach gut mit, unterlag aber im Elfmeterschießen mit 3:4.

2012/2013: Kickers Offenbach

In dieser Spielzeit stieß der OFC bis ins Viertelfinale vor. In der ersten Runde bezwang die Mannschaft von Trainer Arie van Lent Bundesliga-Aufsteiger Greuther Fürth mit 2:0. Tobias Rathgeber und Lars Bender erzielten die Treffer. Im zweiten Durchgang empfing man Zweitligist Union Berlin. Auch die Köpenicker hatten mit 0:2 das Nachsehen – Mathias Fetsch und Stefan Vogler zeichneten für die Tore verantwortlich. Im Achtelfinale gastierte mit Fortuna Düsseldorf ein weiterer Bundesligist, der ebenfalls mit 0:2 unterlag. Mathias Fetsch und Stefan Vogler gelangen die Treffer zur dritten OFC-Überraschung der Pokal-Saison. Erst im Viertelfinale konnten die Offenbacher vom VfL Wolfsburg durch ein 1:2 gestoppt werden.

2012/2013: SC Preußen Münster – SV Werder Bremen 4:2 n.V.

Erneut war es der Bundesligist aus Bremen, der sich in der ersten Runde einem Drittligisten beugen musste. Dabei begann für das Team von Thomas Schaaf alles nach Plan – Eljero Elia erzielte die Führung. Matthew Taylor glich die Partie zwar schnell wieder aus, doch Niclas Füllkrug sorgte kurze Zeit später für die neuerliche Führung der Bremer. Neun Minuten vor dem Abpfiff traf Taylor erneut und brachte das Spiel somit in die Verlängerung. In dieser erzielte Dimitrij Nazarov die 3:2-Führung für den SCP, Taylor setzte mit seinem dritten Tor den Schlusspunkt zum 4:2

2012/2013: Karlsruher SC – Hamburger SV 4:2

Mit dem Hamburger SV erwischte es auch den Rivalen der Bremer bereits ganz früh. Der HSV unterlag beim Karlsruher SC mit 2:4. Trotz zweimaliger Führung durch Marcus Berg und Maximilian Beister reichte es nicht zum Einzug in die zweite Runde. Koen van der Biezen und Selcuk Alibaz glichen das Spiel jeweils aus, Martin Stoll mit dem 3:2 und Elia Soriano mit dem 4:2 sorgten für die Entscheidung zu Gunsten des Außenseiters.

2013/2014: 1. FC Saarbrücken – SV Werder Bremen 3:1 n.V.

Na klar, die Bremer! Zum dritten Mal in Folge war der DFB-Pokal für die Grün-Weißen nach der ersten Runde beendet – zum dritten Mal war es gegen einen Drittligisten. Die Saarländer gingen durch Nils Fischer in Führung, Sebastian Prödl glich zum 1:1 aus. In der Nachspielzeit konnte der spätere Regionalliga-Absteiger das Spiel für sich entscheiden. Tim Stegerer und Marcel Ziemer sorgten mit ihren Treffern für die große Überraschung.

2013/2014: SV Darmstadt 98 – Borussia Mönchengladbach 5:4 n.E.

Über 120 Minuten hielten die Lilien ihre Weste gegen die Gladbacher blütenrein, daher musste die Entscheidung im Elfmeterschießen fallen. Auf Seiten der Mannschaft von Trainer Dirk Schuster verschoss Dominik Stroh-Engel, beim Bundesligisten vergaben Luuk de Jong und Branimir Hrgota und sorgten somit dafür, dass der spätere Zweitliga-Aufsteiger in die nächste Runde einziehen konnte.

2013/2014: SC Preußen Münster – FC St. Pauli 1:0

Wie schon in der Vorsaison konnten die Adlerträger die zweite Runde erreichen. Gegen den Zweitligisten aus Hamburg gewann das Team von Pavel Dotchev dank eines Treffers von Matthew Taylor mit 1:0.

2014/2015: Arminia Bielefeld

Die Ostwestfalen feierten in der letzten Serie nicht nur den direkten Wiederaufstieg, sondern erlebten auch ein überaus erfolgreiches Jahr im DFB-Pokal. Nachdem zunächst der SV Sandhausen mit 4:1 besiegt wurde, musste in Runde zwei Bundesligist Hertha BSC im Elfmeterschießen dran glauben. Im Achtelfinale siegte die Meier-Elf gegen Werder Bremen mit 3:1 nach 90 Minuten, im Viertelfinale schaltete die Arminia dann schließlich auch Borussia Mönchengladbach im Elfmeterschießen aus – die Alm glich einem Tollhaus. Erst im Halbfinale endete der Weg der Bielefelder. 0:4 hieß es gegen den späteren Titelgewinner VfL Wolfsburg.

Ebenfalls im letzten Jahr besiegte Dynamo Dresden Schalke 04 und den VfL Bochum. Erst gegen Borussia Dortmund war im Achtelfinale Endstation.

 

   

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