"Den Ball immer flach halten": Waldhof will auf dem Boden bleiben

Zweites Spiel, zweiter Sieg: Unter Neu-Trainer Luc Holtz läuft es beim SV Waldhof Mannheim plötzlich. In Ulm mussten die Buwe in der zweiten Halbzeit zwar wie schon in der Vorwoche zittern, brachten den Sieg aber über die Zeit und sind nun Fünfter. Abheben wollen die Buwe aber dennoch nicht.
Ferati nach Patzer selbstkritisch
Sie war nahezu perfekt, die erste Halbzeit der Buwe in Ulm. Erst verwandelte Felix Lohkemper früh einen Elfmeter (2.), dann netzte auch Kenny Okpala ein (32.). Und es wären sogar noch mehr Tore drin gewesen. Einziger Schönheitsfehler war das Gegentor in Minute 17, als Arianit Ferati einen Rückpass auf Keeper Nijhuis genau in die Füße von Löder gespielt hatte. "Der Fehler zum 1:1 darf mir nicht passieren", zeigte sich der 27-Jährige in der "Rhein-Neckar-Zeitung" selbstkritisch. "Aber Fußball ist ein Fehlersport. Und die passieren auch mir mal." Trainer Luc Holtz sah das ganz ähnlich, wie er bei "MagentaSport" sagte: "Wenn man beim Herausspielen Risiko nimmt, kann das schon passieren."
Ansonsten sei die Leistung in der ersten Halbzeit "sehr, sehr gut" gewesen, so der Luxemburger. Im zweiten Durchgang dagegen bekamen die Buwe wie schon vor einer Woche gegen Viktoria Köln Probleme. "In den ersten 15 Minuten waren wir mental nicht richtig auf dem Platz", so Holtz. Erst, als nach einigen Wechseln, mehr Frische drin gewesen sei, "war es besser", der den Leistungsabfall zur Pause auf eine "mentale und körperliche Geschichte" zurückführte. Dennoch hatte der Waldhof den Sieg "mit Leidenschaft und Kampf" über die Zeit gebracht.
"Wissen, wo wir herkommen"
Die rund 2.000 mitgereisten Fans feierten das Team anschließend ausgiebig. "Das macht Bock", strahlte Okpala anschließend. "Jede Woche stehen die Fans hinter uns. Das war heute auch in der Kabine die Ansprache: Wir wollten den Fans etwas zurückgeben, denn auswärts war es die letzten Jahre beim Waldhof immer schwer. Umso mehr freut es mich einfach, dass wir die drei Punkte holen konnten, für den Verein, für die Fans, aber auch für uns." Sechs Punkte aus den letzten beiden Spielen – besser kann es nicht laufen.
In der Tabelle grüßen die Buwe nun von Platz fünf – bei nur noch einem Zähler Rückstand auf den Relegationsplatz. Gefilde, in denen Mannheim schon lange nicht mehr zu finden war. Ferati trat aber ein wenig auf die Bremse: "Man kann von uns viel erwarten, aber man sollte den Ball immer flach halten. Wir wissen, wo wir herkommen. Es sind erst vier Spiele gespielt. Wir müssen zunächst über die Arbeit kommen, alles andere kommt dann von alleine." In zwei Wochen soll gegen Energie Cottbus dann der dritte Sieg in Folge her.