"Davor kann man nur den Hut ziehen": Hansa setzt Ausrufezeichen
Er ist aktuell nicht aufzuhalten, der Erfolgslauf des F.C. Hansa Rostock. Nicht nur, dass die Kogge beim 4:0 in Mannheim auch das zweite Spiel des Jahres gewinnen konnte, insgesamt ist der FCH nun schon seit zwölf Partien ungeschlagen. Einmal mehr hat Hansa ein Ausrufezeichen gesetzt – und das nicht zuletzt dank eines starken Ryan Naderi.
"Total verdient"
Ohne Frage: Die 60-minütige Überzahl, nachdem Mannheims Iwe in Minute 30 mit Gelb-Rot vom Platz geflogen war, spielte der Kogge natürlich in die Karten. Doch auch mit einem Spieler mehr müssen die Tore erstmal erzielt werden. Und das gelang den Rostockern an diesem Sonntagnachmittag in hervorragendem Maße. Bereits vor dem Platzverweis gegen die Buwe hatte Dirkner die Kogge per Traumtor in Führung gebracht, ehe Voglsammer (39.), Holten (75.) und Kinsombi (85.) den Kantersieg perfekt machten.
"Ich glaube, dass wir heute sehr zufrieden sein können. Zwar auch begünstigt durch den Spielverlauf, trotzdem haben wir einen sehr souveränen Auftritt hingelegt. Dass es so hoch ausgeht, ist für uns natürlich super", hielt Dirkner im "MagentaSport"-Interview fest. Über seinen Treffer zeigte er sich ebenfalls hoch erfreut: "Wir brechen über Außen ganz gut durch, Viktor (Bergh) und Ryan (Naderi) macht es dann super. Er legt ihn top ab für mich. Ich treffe ihn dann gut. Dann kommt manchmal so ein Tor dabei rum." Volley setzte Dirkner den Ball unter die Latte. "So ein Tor schießt du nicht so oft, das solltest du dir einrahmen", war auch Trainer Daniel Brinkmann begeistert.
Seine Begeisterung galt aber nicht nur dem Treffer, sondern auch dem Auftritt seiner Mannschaft, habe diese doch über 90 Minuten "ein sehr, sehr ordentliches Spiel gemacht". Zwar habe er sich im Vorfeld schon "gute Möglichkeiten" ausgerechnet, "aber wenn du 4:0 auswärts bei einer heimstarken Mannschaft gewinnst, ist das natürlich top." Am Ende sei der Sieg "sicherlich ein, zwei Tore zu hoch ausgefallen, ist aber dennoch total verdient".
"Wir merken, dass ihn das alles auch beschäftigt"
Matchwinner war einmal mehr Ryan Naderi, der die ersten drei Treffer allesamt vorbereitet hatte. "Davor kann man nur den Hut ziehen", zollte Brinkmann Respekt. Vor allem seine Vorlage zum 2:0, als er den Ball kurz vor der Grundlinie mustergültig ins Zentrum brachte, war bärenstark. Von den neuerlichen Gerüchten um seine Person zeigte sich der 22-Jährige erneut unbeeindruckt. "Wie er das alles wegsteckt …", war auch Brinkmann sichtlich beeindruckt. "Das ist ein junger Mann, wir machen das alles (Interviewverbot bis zum Ende des Transferfensters, d. Red.) auch nicht grundlos. Denn wir merken, dass ihn das alles auch beschäftigt."
Wenn große Vereine Interesse bekunden, "schmeichelt das jedem Sportler und macht was mit einem. Aber es hilft nicht, wenn du täglich darüber redest und davon liest." Was ein Abgang des 22-Jährigen bedeuten würde? "Letzte Woche hätte ohne ihn der Siegtreffer gefehlt und heute drei Vorlagen. Da weiß man nicht, ob ein anderer das so machen kann." Auch deshalb will Hansa den Stürmer unbedingt halten – trotz Angeboten in Millionen-Höhe. Langfristig sei Naderis Karriere aber nicht aufzuhalten, wiederholte Brinkmann das, was er bereits vor der Partie gesagt hatte. "Er wird seinen Weg gehen, irgendwann auch ohne uns."
Zumindest bis zum Ende der Saison soll Naderi aber bleiben und die Kogge zum Aufstieg schießen. Als Vierter liegt Hansa weiterhin unmittelbar hinter der Top 3, will aber dennoch weiterhin nicht offen über die 2. Liga sprechen, sondern "von Spiel zu Spiel schauen", wie Dirkner betonte. "Was am Ende dabei herumkommt, werden wir sehen. Jetzt schauen wir auf Ingolstadt, und da wollen wir den nächsten Dreier holen."