"Das Maximale herausholen": FCS zwischen Derby und Pokalfinale

Trotz des Klassenerhalts, der am Sonntag auch rechnerisch besiegelt werden kann, ist es für den 1. FC Saarbrücken eine verkorste Saison. Mit dem Minimalziel und einem Derbysieg gegen den SV Waldhof Mannheim können die Saarländer ihren Fans etwas zurückgeben. Cheftrainer Argirios Giannikis hat das auch vor Augen, blickt aber noch etwas weiter.

"Geht aber auch immer um die weitere Entwicklung"

Den Klassenerhalt hat der 1. FC Saarbrücken so gut wie sicher. Neun Punkte Vorsprung bei noch drei ausstehenden Spieltagen sowie das deutlich bessere Torverhältnis gegenüber dem TSV Havelse und dem SSV Ulm 1846 sprechen eine klare Sprache. Zeit also, Spielern mit bislang wenig Einsatzzeit eine Chance zu geben? Ganz ließ sich Cheftrainer Argirios Giannikis im Mediengespräch vor der Partie nicht in die Karten schauen: "Wir wollen das Maximale herausholen – den Derbysieg am Samstag, haben aber gleichzeitig auch das Finale im Landespokal im Blick. Es geht aber auch immer um die weitere Entwicklung."

Diese sieht er weiterhin positiv – nicht zuletzt nach dem Sieg in Essen: "Wir haben den Klassenerhalt theoretisch geschafft, in einer Partie, in der uns kaum jemand etwas zugetraut hat." Großen Anteil daran hatte auch Torhüter Philipp Menzel, der sein Team kurz vor Schluss mit einer starken Parade vor dem Ausgleich bewahrte. "Wir wissen, was wir an ihm haben", lobte Giannikis.

Zwei, drei Wochen, "in denen ich mich verloren habe"

Für den 27-Jährigen ist das zugleich der Höhepunkt nach einer schwierigen Phase. Die Länderspielpause nach der Niederlage in Verl habe ihm geholfen, "um den Kopf freizubekommen und wieder positiv zu denken". Insgesamt sei es für die gesamte Mannschaft eine komplizierte Saison gewesen: "Da kann man als Einzelner nicht immer herausstechen." Er selbst habe "zwei, drei Wochen gehabt, in denen ich mich verloren habe. Von außen bekommt man viel Kritik, man versucht alles, aber nichts klappt – da rutscht man schnell in eine Negativspirale."

Menzels Vertrag läuft im Sommer aus. Ein Verbleib ist für ihn durchaus denkbar: "Es ist auf beiden Seiten eine große Wertschätzung vorhanden. Alles Weitere klären wir aber erst, wenn der Klassenerhalt auch rechnerisch feststeht." Dass dieser aller Voraussicht nach gelingt, ist für Saarbrücken zwar das Minimalziel – dennoch dürfte Giannikis zufrieden sein, dass seine Herangehensweise greift. Diese sei "nicht klassisch" gewesen: "Wir wollten nicht einfach den Bus parken, sondern mit Methodik, Mut und klaren offensiven Mustern spielen. Wir haben geschaut, an welchen Stellschrauben wir drehen können, um Stabilität und Balance zwischen Offensive und Defensive zu schaffen. Es ging auch darum, kleine Erfolgserlebnisse zu erzeugen, damit Selbstvertrauen entsteht."

Groune absolvierte Probetraining in Polen

Für das Derby muss Giannikis allerdings einige Ausfälle verkraften. Till Schumacher und Richard Neudecker wurden erfolgreich operiert und fehlen ebenso wie Kaan Caliskaner, der zwar Fortschritte macht, aber noch nicht ins Mannschaftstraining eingestiegen ist. Gleiches gilt für Maurice Multhaup, der gegen Essen eine muskuläre Verletzung erlitt. Lasse Wilhelm musste zuletzt verletzt vom Platz, seine Knieprobleme sind jedoch nicht schwerwiegend. Zudem fehlt Dominic Baumann nach seiner Roten Karte. Ebenfalls keine Option ist Amine Groune, der sich zuletzt im Probetraining in Polen befand: "Der Verein ist dieser Bitte nachgekommen. Da er die ganze Woche nicht mit uns trainiert hat, kommt er für das Spiel nicht infrage."

   

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