"Das ist ein Elfmeter": Hansa hadert mit Ausfällen und dem Schiri

Nichts wurde es für den F.C. Hansa Rostock mit dem ersehnten zweiten Saisonsieg, stattdessen musste sich die Kogge im Duell mit Hoffenheim II erstmals in dieser Saison geschlagen geben. Trainer Daniel Brinkmann haderte nach dem Spiel mit den zahlreichen Ausfällen in der Offensive – und einem nicht gegebenen Elfmeter.
Durchschlagskraft fehlte
Andreas Voglsammer, Ryan Naderi, David Hummel, Adrien Lebeau und Christian Kinsombi: Auf gleich fünf Offensivkräfte musste die Kogge im Heimspiel gegen Hoffenheim II verletzungsbedingt verzichten, sodass mit Paul Stock ein offensiver Mittelfeldspieler ins Sturmzentrum rückte. Als Ausrede für die Niederlage wollte Brinkmann die zahlreichen Ausfälle zwar nicht verwenden, sagte bei "MagentaSport" aber dennoch: "Man merkt schon, dass uns Spieler fehlen."
Das führte der 39-Jährige vor allem auf die fehlende Durchschlagskraft zurück. "Ich habe viele Durchbrüche von uns gesehen, die wir einfach nicht zu Ende spielen", so Brinkmann. "Da muss man so ehrlich sein: Über 90 Minuten haben wir nicht diese Durchschlagskraft gehabt, um das gegnerische Tor richtig zu gefährden, und das ist nicht gut. Wir waren nicht brutal genug." Dabei verfüge Hansa durchaus über Spieler, die eine gewisse Durchschlagskraft mit sich bringen. Nur sind diese zum großen Teil derzeit verletzt.
"Beschwere mich nie über die Schiedsrichter, aber …"
Womöglich wären die Offensivprobleme nicht schwerer ins Gewicht gefallen, hätte es bereits nach fünf Minuten einen Elfmeter für Hansa gegeben, nachdem Krauß gegen Reisig zu Fall gekommen war. "Die Hand ist ganz klar oben am Oberkörper", sagte Brinkmann, nachdem er die Szene in der Wiederholung gesehen hatte. "Ich beschwere mich nie über die Schiedsrichter, aber das ist für mich ein Elfmeter, weil Maxi in vollem Lauf ist. Da reicht dieser Kontakt." Für Schiedsrichter Patrick Schreiner bei seinem Drittliga-Debüt allerdings nicht.
Die Niederlage allein damit erklären – nach 59 Minuten hätte es nach einem Foul an Dietze ebenfalls einen Elfmeter geben können – wollte Brinkmann aber nicht: "Es bringt nichts, zu lamentieren und nach anderen Gründen zu suchen. Sondern wir müssen uns an die eigene Nase fassen und die Themen, die wir beeinflussen können, besser machen." Konkret: "Wir müssen zielstrebiger in der gefährlichen Zone werden und es auch mehr erzwingen." Dass das am Samstag nicht gelungen war, darüber war Brinkmann "sehr enttäuscht".
Verletzte sollen zurückkehren – Transfer(s) geplant
Auch Krauß zeigte sich "mega enttäuscht, weil wir vorne nicht so zwingend waren, wie wir uns das vorgenommen hatten." Zwar sei Hoffenheim eine "sehr, sehr gute Mannschaft, dennoch sind wir Hansa Rostock. Und wenn Hansa Rostock daheim spielt, wollen wir das Spiel gewinnen. So wollen wir es angehen. Dementsprechend müssen wir schauen, dass wir offensiv konsequenter werden, uns noch mehr Torchancen rausspielen, öfters das Tor auch treffen und schneller den Abschluss finden."
Die gute Nachricht: Jetzt geht es erstmal in die Länderspielpause. "Stand heute gehe ich davon aus, dass wir danach drei oder sogar vier Offensivspieler mehr zur Verfügung haben." Mindestens Voglsammer und Naderi werden zurückerwartet, zudem soll auch auf dem Transfermarkt mit einem oder gar zwei Stürmern nachgelegt werden. Beim Auswärtsspiel in Osnabrück in zwei Wochen dürfte dann eine andere Durchschlagskraft auf dem Platz sein.