Wollitz hadert mit aberkanntem Tor: "Dann wird es fragwürdig"

Mit dem 3:0-Erfolg beim TSV Havelse hat sich Energie Cottbus nach drei sieglosen Spielen im Aufstiegskampf zurückgemeldet. Der Sieg hätte dabei noch höher ausfallen können, zumal ein Tor der Lausitzer nicht anerkannt wurde – sehr zum Ärger von Trainer Claus-Dieter Wollitz.

"Wusste nicht, dass Tore weggenommen werden können"

Er hatte nach Spielende Redebedarf, Energie-Coach Claus-Dieter Wollitz. Und so ging der 60-Jährige unmittelbar mit dem Abpfiff zu Schiedsrichter Jonah Besong. Dabei wird es vor allem um eine Szene in der 59. Minute gegangen sein. Erik Engelhardt war nach einem Abpraller frei durch und brachte den Ball zum 4:0 im Tor unter. Nach einigen Minuten nahm Besong den Treffer jedoch zurück. Der Grund: Der Abpraller kam von Cigerci, der den Ball zuvor ans Schienbein geschossen bekam. So stand Engelhardt deutlich im Abseits, sodass die Entscheidung, das Tor nicht anzuerkennen, korrekt war.

Dennoch ärgerte sich Wollitz: "Wenn man das Spiel in der Begleitung sieht, wird es fragwürdig. Ich wusste gar nicht, dass Tore weggenommen werden können", sagte er im "MagentaSport"-Interview. "Unabhängig davon, dass es Abseits war: Du kannst nicht fünf Minuten später das Spiel verändern. Es gibt keinen VAR. Bei allem Respekt, wenn das in den nächsten sieben Spielen so ist … Wir möchten nicht bevorzugt werden, wir möchten aber genauso wie die anderen Vereine auch begleitet werden."

Manch einer vermutete, dass das Schiedsrichter-Team in der Situation Videobilder zurate gezogen haben könnte, was Schiedsrichter-Sprecher Alex Feuerherdt gegenüber der "Lausitzer Rundschau" aber dementierte: "Im Schiedsrichterteam war in dieser Situation nicht unmittelbar klar, von wem der Ball zum Angreifer im Abseits gekommen war. Deshalb hat der Referee zunächst weiterspielen lassen. Nach der Torerzielung hat die mündliche Absprache innerhalb des Teams eine Weile gedauert, bis man gemeinsam zu dem Schluss kam, dass eine strafbare Abseitsstellung vorlag."

"Überzeugt davon, dass wir es schaffen können"

Dass das Spiel "nur" 3:0 ausgegangen ist, ausschließlich an dieser Szene festzumachen, wäre ohnehin zu kurz gegriffen. Schließlich ließ Energie gleich mehrere Möglichkeiten auf weitere Treffer aus. Wollitz sprach von einer Partie mit "unfassbar vielen Torchancen für uns" und bezeichnete es als "unglaublich", dass es am Ende nur 3:0 stand. Auch Kapitän Axel Borgmann, der das 1:0 erzielt hatte, sprach davon, "dass wir zwei, drei Tore machen müssen". Schließlich könnte das Torverhältnis am Ende der Saison den Ausschlag im engen Aufstiegsrennen geben.

Wichtig war aber, dass Energie nach drei sieglosen Spielen mal wieder gewinnen konnte. "Ich wusste: Wenn die Mannschaft bei sich bleibt und sich nicht mit anderen Themen beschäftigt, findet sie wieder in die Spur. Dafür hat sie in dieser Saison schon zu viele gute Spiele gemacht", hob Wollitz hervor. Vorerst ist Cottbus nun Dritter und hat mit Duisburg (drei Punkte Vorsprung) und Rostock (vier Zähler) zwei Konkurrenten erstmal etwas distanziert.

Wichtig werde nun sein, "dass wir die letzten Spiele konstant bestreiten", sagte der Energie-Coach und zeigte sich überzeugt, dass die Mannschaft das Potenzial dazu habe. "Wenn sie unbeirrt bleibt, ist sie in der Lage, das Ding nach Hause zu bringen." Schon am Dienstagabend geht es gegen 1860 München weiter. "Da wollen wir den nächsten Sieg holen", gab Borgmann vor. "Wir haben die Qualität dafür, und dann sieht es noch besser aus. Wir haben mit diesem Spiel gezeigt, dass wir weiter sind als letztes Jahr und besser von der Breite her sind. Ich bin davon überzeugt, dass wir es auf jeden Fall schaffen können."

 

   

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