"Dann ist er komplett falsch hier": Selimbegovic mit klarer Ansage
Gleich dreimal schlug Alemannia Aachen am letzten Transfertag zu und sicherte sich dabei die Dienste von Gideon Jung, Jonas Oehmichen und Omar Sillah. Gut möglich, dass der eine oder andere beim Westschlager gegen Rot-Weiss Essen bereits im Kader stehen wird, wie Trainer Mersad Selimbegovic bei der Spieltags-Pressekonferenz durchblicken ließ. Automatisch gesetzt ist niemand, jeder muss sich dem größer gewordenen Konkurrenzkampf stellen.
Sillah direkt ein Startelf-Kandidat
Wochenlang war die Alemannia auf der Suche nach einem Strafraumstürmer – und fand diesen schließlich in Person von Omar Sillah, der von Zweitligist Greuther Fürth ausgeliehen wurde. Wie Selimbegovic betonte, ist der 22-Jährige für das Duell gegen Rot-Weiss Essen direkt ein Kandidat für die Startelf, wobei nach zuletzt zwei guten Auftritten nicht alles umgeworfen werden soll. Während auch Jonas Oehmichen zum Kader gehören dürfte, ist Gideon Jung wahrscheinlich noch nicht soweit, nachdem sein letztes Pflichtspiel bereits über sieben Monate zurückliegt.
"Wir müssen gemeinsam mit ihm entscheiden, dass wir ihn nicht zu früh bringen", sagte Aachens Coach. Gleichzeitig dürfe aber auch nicht der richtige Moment verpasst werden, "dass er dann eine noch längere Zeit draußen ist". Warum am letzten Transfertag nicht nur im Sturm, sondern auch in der Defensive sowie im Mittelfeld nachgebessert wurde, erklärte Selimbegovic so: "Wir sind einfach auf Nummer sicher gegangen, weil wir in der ganzen Hinrunde sehr viele Spieler hatten, die gefehlt haben." Zwischenzeitlich fehlte eine ganze Mannschaft.
"Wenn einer so denkt …"
Durch die Zugänge ist nun der Konkurrenzkampf nochmal größer geworden, was laut Selimbegovic dazu geführt habe, dass mehr Schärfe im Training ist. Zumal sich auch das Lazarett weiter gelichtet hat. Bis auf Mika Hanraths (nach Muskelbündelriss), Florian Heister (Wadenprobleme), Jeremies Lorch und Fabio Torsiello (nach Knie-OP) sind alle Spieler einsatzfähig. Zudem kehrt Joel da Silva Kiala aus einer Gelb-Sperre zurück und hat Selimbegovic zufolge auch gute Chancen, in die Startelf zurückzukehren.
Mit Blick auf den Kader und die Startelf für Sonntag rechnet Aachens Coach daher mit "harten Entscheidungen", betonte aber: "Das ist Profifußball. Ich bin froh, dass es so ist und nicht alle Spieler, die geradeaus laufen können, automatisch im Kader sind." Um Einzelschicksale gehe es ohnehin nicht, machte der 43-Jährige klar. "Wenn einer so denkt, dann ist er komplett falsch hier. Dann wird es einen kurzen Prozess geben. Jeder hat seine Chance erhalten." Zudem müsse sich jeder einzelne in den Dienst der Mannschaft stellen und seine Rolle annehmen. Auch, wenn es nur für die Bank reicht. "Jeder ist gefordert, alles zu geben."
"Brutal wichtiges" Spiel gegen Essen
Gerade auch am Sonntag, schließlich sei die Partie gegen Rot-Weiss Essen "brutal wichtig – für uns, aber auch unsere Fans". Diese durften in dieser Saison erst zwei Heimsiege bejubeln, während es schon acht Niederlagen vor heimischer Kulisse setzte. Damit sind die Aachener das heimschwächte Team. Selimbegovic hofft, dass die guten Leistungen aus den letzten beiden Partien mit insgesamt vier Punkten für "einen Schub" sorgen, um den Heimfluch zu beenden.
Dass die Aufgabe gegen eine "sehr, sehr gute Mannschaft" aus Essen nicht einfach wird, ist dem 43-Jährigen bewusst. Zumal RWE seit sieben Partien ungeschlagen ist. "Das ist eine Mannschaft, die ganz andere Ansprüche hat als wir." 25.700 Tickets sind bislang verkauft, die Alemannia rechnet mit rund 28.000 Zuschauern. Ob diese den ersten Heimsieg seit Anfang November bejubeln dürfen? Womöglich werden auch einige der Last-Minute-Neuzugänge ihren Teil dazu beitragen.