"Bock umgestoßen": Kickers schöpfen Hoffnung nach Aufholjagd

Trotz eines 0:2-Rückstands und langer Unterzahl haben sich die Würzburger Kickers im Kellerduell beim TSV Havelse noch ein 2:2 erkämpft. Zwei Elfmetertore bewahrten die Unterfranken vor der nächsten Niederlage, der erhoffte Befreiungsschlag blieb jedoch aus. Dennoch schöpfen die Kickers nach der Aufholjagd neue Hoffnung.

"Eine tolle, tolle Super-Moral"

Nach der Roten Karte gegen Ebrahim Farahnak (27.) und dem zwischenzeitlichen 0:2 drohte den Kickers die nächste Niederlage – es wäre die sechste aus den letzten sieben Spielen gewesen. Doch Tarsis Bonga (70.) verkürzte per Foulelfmeter, ehe Jermain Nischalke (90.+2) mit einem weiteren Strafstoß den späten Ausgleich erzielte. "Wir haben uns gegen die Niederlage gestemmt", lobte Schiele bei "MagentaSport“ und sprach von einer "tollen, tollen Super-Moral".

In der Halbzeit hatte der Coach das Spielsystem umgestellt und später mit einem zweiten Stürmer die Offensive verstärkt. Seine Mannschaft setzte die Vorgaben um, drang hinter die gegnerische Abwehrkette und belohnte sich für ihren Einsatz. Auch Torhüter Marko Rajkovačić hielt Würzburg mit Glanzparaden im Spiel. "Jetzt haben wir den Bock umgestoßen, glaube ich", zeigte sich Schiele zuversichtlich.

Bei aller Freude fand der Trainer deutliche Worte für die beiden Gegentreffer: "Die Gegentore waren kacke." Zudem räumte er ein, dass die Kickers bei den Strafstößen Glück hatten. Den ersten bewertete er als klare Entscheidung, beim zweiten wusste er nicht genau, was der Schiedsrichter geahndet hatte. Mit der Roten Karte gegen Farahnak haderte Schiele dagegen. Seiner Wahrnehmung nach hatte der Havelser Angreifer zuvor im Abseits gestanden. Außerdem bezweifelte der Coach, ob der anschließende Zweikampf überhaupt ein Foul gewesen sei.

"Das Positive mitnehmen fürs Wochenende"

Auch Kapitän David Kinsombi sah im späten Punktgewinn ein wichtiges Signal. Die Aufholjagd sage einiges über den Teamgeist und den "Spirit" aus, den die Mannschaft Woche für Woche auf den Platz bringen wolle. Angesichts des Spielverlaufs sei Würzburg "gut beraten, uns zu freuen", erklärte er bei "MagentaSport". Entscheidend sei die Erkenntnis, auch unter schwierigen Umständen zurückkommen zu können.

Den umstrittenen zweiten Elfmeter konnte Kinsombi nicht beurteilen. Die Szene hatte er aus seiner Position nicht richtig erkennen können, auch die Fernsehbilder kannte er noch nicht. Umso wichtiger war es ihm, aus dem Unentschieden Zuversicht für die kommenden Aufgaben mitzunehmen.

Viel Zeit bleibt den Kickers dafür nicht. In der Englischen Woche wartet bereits am Samstag mit dem SV Waldhof Mannheim die nächste Herausforderung, ehe es zum SV Meppen geht. Nach dem Kraftakt in Havelse soll nun auch der ersehnte Sieg folgen, damit sich Würzburg Stück für Stück aus dem Tabellenkeller kämpfen kann. Zumindest die Abstiegsränge haben die Kickers vor den weiteren Partien des Spieltages bereits verlassen.

 

   

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