Bei "Kämpferklub" Mannheim: RWE stellt sich auf hitziges Duell ein

Rot-Weiss Essen reist mit Rückenwind zum SV Waldhof Mannheim. Nach dem 6:2 gegen die Würzburger Kickers und zehn Punkten aus den ersten fünf Spielen wartet am Mittwochabend (19 Uhr) im Carl-Benz-Stadion allerdings ein unangenehmes Pflaster. Auf der Pressekonferenz vor der Partie machte Trainer Uwe Koschinat deutlich, dass seine Mannschaft auch mit einer emotionalen Atmosphäre rechnen muss.

"Wird sind auch keine Kinder von Traurigkeit"

Ganz aus der Luft gegriffen war die Frage nach der Hitzigkeit rund um die Mannheimer Trainerbank nicht. Waldhof-Coach Rui Mota war beim Pokal-Derby gegen den 1. FC Kaiserslautern zuletzt mit Torsten Lieberknecht aneinandergeraten und hatte seinem Kollegen anschließend den Handschlag verweigert. Auch Sport-Geschäftsführer Gerhard Zuber fiel in der Vergangenheit bereits durch vehemente Proteste an der Seitenlinie auf.

Koschinat sieht darin vor allem Ausdruck der Mannheimer Fußballtradition. Der SV Waldhof sei für ihn ein "wirklicher Kämpferklub", bei dem es darum gehe, "die Ärmel hochzukrempeln und alles für diesen Verein zu geben". Rund um die Partie werde versucht, "das Maximum auszureizen". Für den RWE-Coach ist das legitim, solange nach dem Abpfiff wieder der sportlich faire Umgang zählt. "Wir sind an der Hafenstraße jetzt auch keine Kinder von Traurigkeit, und darauf stellen wir uns logischerweise ein."

"In der Bestätigung liegt die ganz große Kunst"

Sportlich haben sich die Essener nach fünf Spieltagen eine starke Ausgangslage erarbeitet. Alle drei bisherigen Heimspiele wurden gewonnen, auswärts wartet RWE dagegen noch auf den ersten Dreier. Aus zwei Partien in der Fremde sprang bislang lediglich ein Punkt heraus. Koschinats Zwischenfazit fällt dennoch positiv aus. Nach dem Umbruch im Sommer mit einem Schnitt von zwei Punkten pro Partie unterwegs zu sein, sei "wieder mal hervorragend". Auch die jüngste Entwicklung stimmt ihn zuversichtlich: "Wir haben wirklich den Schwung aufgenommen, kommen mit positiven Resultaten jetzt in diese Englische Woche."

Ausruhen will sich RWE darauf nicht. "Jetzt geht es darum, zu bestätigen. Und in der Bestätigung liegt eben die ganz, ganz große Kunst." Gerade das Gastspiel in Mannheim wird damit zum nächsten Prüfstein. Dass das Carl-Benz-Stadion kein bequemes Pflaster ist, weiß Essen aus der Vorsaison. Beim letzten Gastspiel am 27. September 2025 kassierte RWE eine 1:6-Pleite. Koschinat bezeichnete diese Erfahrung als "warnenden Finger". Damals sei der SV Waldhof "in den entscheidenden Bereichen, nämlich in den beiden Strafräumen, deutlich stärker" gewesen.

Personell keine Veränderungen

Auch den aktuellen Gegner schätzt der RWE-Coach hoch ein. Unter Rui Mota spiele Mannheim mutig und schnell, treffe "unglaublich mutige Entscheidungen" und verfüge über gute Tempospieler sowie körperlich starke und abschlussgefährliche Mittelstürmer. Mit dem jüngsten 1:0 bei SV Wehen Wiesbaden hat der Waldhof zudem selbst wieder Rückenwind aufgenommen. Beim Personal gibt es gegenüber dem Würzburg-Spiel keine Veränderungen. Max Geschwill und Tony Menzel fallen weiterhin aus, alle übrigen Spieler können mit nach Mannheim reisen. Nach Ende des Vorverkaufs waren 737 Gästetickets verkauft. Kurzentschlossene können sich in Mannheim über einen QR-Code noch mit Karten versorgen.

 

   

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