"Aufgetreten wie Kinder": Blicke beim Waldhof gehen nach unten
Eigentlich hatte der SV Waldhof Mannheim gehofft, nach der soliden Hinrunde zumindest vorsichtig in Richtung der Spitzenplätze schielen zu können. Doch nach den beiden deutlichen Pleiten zum Auftakt der Rückrunde gehen die Blicke nun wieder nach unten. Von einer Krise wollen die Buwe aber noch nicht sprechen.
"Gesehen, wie weit wir davon noch weg sind"
Nur ein Punkt aus den letzten vier Spielen geholt und dabei 14 Gegentore kassiert: Der Trend des SV Waldhof Mannheim zeigt derzeit klar nach unten. Lagen die Buwe Anfang Dezember nach drei Siegen in Folge als Tabellensiebter nur noch drei Zähler hinter dem Relegationsplatz, sind die Mannheimer inzwischen auf Platz 12 abgerutscht – und weisen einen Rückstand von neun Punkten zu Rang 3 auf. Damit scheint klar: Mit dem Aufstieg werden die Mannheimer in dieser Saison wohl nichts mehr zu tun haben. Zumal die Topteams deutlich konstanter punkten als der SVW.
Dass derzeit nicht nur die Punkte, sondern auch die spielerische Klasse für die Spitzenplätze fehlt, hat die 0:4-Niederlage gegen Rostock deutlich gezeigt. "Unter dem Strich haben wir verdient verloren, gegen ein Team, das aufsteigen will", sagte Sport-Geschäftsführer Gerhard Zuber am Sonntag gegenüber der "Rhein-Neckar-Zeitung" und betonte: "Da hat man gesehen, wie weit wir davon noch weg sind. Das muss uns eine Lehre sein. In Sachen Zweikampfverhalten haben sie uns um zwei Klassen besiegt." Schon beim 2:5 gegen Verl vor einer Woche war von einem Klassenunterschied die Rede.
Negativtrend? "Lasse ich mir nicht an die Backe quatschen"
Sorgte beim Duell mit dem Sportclub auch die Stärke der Ostwestfalen für die deutliche Pleite, kam am Samstag auch eigenes Unvermögen hinzu. Wie etwa bei der gelb-roten Karte gegen Emmanuel Iwe, der seiner Mannschaft damit einen Bärendienst erwies, sowie eine 60-minütige Unterzahl bescherte. Kapitän Lukas Klünter sprach zur Pause bei "MagentaSport" davon, dass die Mannschaft aufgetreten sei "wie Kinder". Eine harsche Kritik, in die er sich auch selbst mit einschloss. "Eine Katastrophe, heute klappt gar nichts." Im zweiten Durchgang steigerten sich die Buwe zwar und verpassten den Anschluss, kassierten aber dennoch zwei weitere Gegentore.
Von einer Krise wollte Trainer Luc Holtz nach Spielende aber nichts wissen, auch Janne Sietan sieht noch keinen Negativtrend: "Den lasse ich mir auch nicht an die Backe quatschen. Das ist mir ehrlich gesagt scheißegal. Wir lassen uns hier jetzt nicht auseinanderdividieren. Ich bin mir sicher, dass wir nächste Woche eine Antwort geben werden", sagte er gegenüber der "RNZ". Zuber forderte indes, "dass wir wieder zu unserem Spiel kommen müssen. Dann holen wir die Punkte. Es war ein schweres Auftaktprogramm, bei dem wir fürchterlich ausgesehen haben." Vor allem die Abwehr muss nun stabilisiert werden. "Die Basis ist das Verteidigen in dieser Liga. Machst du das nicht, verlierst du noch mehr Spiele", so Zuber. Noch beträgt der Vorsprung auf die Abstiegsplätze sieben Punkte, doch mit weiteren Auftritten wie am Sonntag gegen Rostock drohen die Buwe weiter unten reinzurutschen.