"Auf keinen Fall": Aachen will noch nicht von Klassenerhalt sprechen
14 Punkte liegt Alemannia Aachen nach dem Auswärtssieg bei Erzgebirge Aue vor den Abstiegsplätzen, will aber dennoch nicht vom Klassenerhalt sprechen.
"Keiner macht es so spannend wie wir"
Groß war sie, die Freude bei Trainer Mersad Selimbegovic über den Sieg in Aue. Nach Abpfiff jubelte er ausgelassen und nahm jeden Spieler in den Arm. Gratulierte er seiner Mannschaft angesichts von 14 Punkten Vorsprung auf die Abstiegsränge bereits zum Klassenerhalt, nachdem Aachen zum Ende der Hinrunde noch einen Zähler hinter dem rettenden Ufer lag? "Nein, auf keinen Fall", stellte der 43-Jährige bei "MagentaSport" klar. Er habe den Spielern lediglich zum Sieg gratuliert – und auch dafür, dass es "keiner so spannend machen kann wie wir".
Denn nach der 2:0-Pausenführung kam die Alemannia zu Beginn des zweiten Durchgangs ins Wanken, kassierte den Anschlusstreffer und drohte die Partie aus den Händen zu geben. "Wir haben Sachen gemacht, die ich nicht nachvollziehen kann. Wenn der Ausgleich fällt, dann verlieren wir das", meinte Selimbegovic, der von "brutalen 20 Minuten" sprach. "Aber wir hatten das Quäntchen Glück, überstehen das, machen Gott sei Dank das dritte Tor und haben es clever zu Ende gespielt." Man müsse es "nicht so spannend machen, aber am Ende ist es egal."
Gindorf macht einmal mehr den Unterschied
Großen Anteil am vierten Sieg aus den letzten fünf Partien hatte einmal mehr Lars Gindorf, der die ersten beiden Tore erzielte. "Ich freue mich riesig für ihn, weil er so veranlagt ist, dass er zumindest eine Liga höher spielen kann", sagte Selimbegovic. "Ich will ihm einfach helfen, dass er noch stabiler wird und auch Defensivarbeit macht. Das brauchst du, wenn du höher kommen willst. Ich freue mich, dass er das so annimmt. Er ist so bodenständig und mannschaftsdienlich. Da kann man nichts zum Meckern finden." Nach hinten mitzuarbeiten, gehört zwar (noch) nicht zu den Kernkompetenzen des 24-Jährigen, gleichwohl musste er einräumen: "Da hat der Trainer natürlich auch recht und das hat in der ersten Halbzeit auch den Unterschied gemacht."
Mit 20 Toren und acht Vorlagen ist Gindorf der Topscorer der 3. Liga, nur Bayerns Harry Kane ist in Deutschland mit 35 Scorerpunkten noch besser. Mit Vergleichen mit dem englischen Superstar könne Gindorf allerdings "nicht so viel anfangen", wie er betonte. "Der Sieg war extrem wichtig. Wenn ich mit zwei Toren helfen kann, bin ich natürlich glücklich." Selimbegovic meinte dagegen, dass Gindorf für ihn sogar besser sei als Kane. Nach zwei "brutalen Wochen" und "25 Stunden" im Bus, gelte es nun erstmal durchzuatmen. "Wir können ein bisschen aufatmen", meinte auch Gindorf. Der Klassenerhalt dürfte mit 38 Punkten jetzt nur noch Formsache sein. Weitere Zähler auf dem Weg dahin wollen die Aachener dann am Freitag gegen Energie Cottbus einsammeln.