Anders als letzte Saison: Warum Wollitz keinen Einbruch befürchtet

Genau wie in der letzten Saison grüßt Energie Cottbus nach 23 Spieltagen von der Tabellenspitze. In der vergangenen Spielzeit brachen die Lausitzer anschließend jedoch ein und verspielten den Aufstieg. Dass es auch in dieser Serie wieder zu einem Einbruch nach dem 24. Spieltag kommt, befürchtet Trainer Claus-Dieter Wollitz aber nicht.

"Zu stabil" und "zu viel Qualität"

Er hatte ihn in der Analyse der letzten Saison immer wieder genannt, Claus-Dieter Wollitz, diesen ominösen 24. Spieltag. Mit einem Sieg gegen den SC Verl hatten die Lausitzer den Klassenerhalt damals rechnerisch perfekt gemacht und damit ihr Saisonziel. Anschließend war die Luft raus, sodass Cottbus aus den verbleibenden 14 Spielen nur noch 14 Punkte holte und damit den Aufstieg verspielte. Auch jetzt wäre der FCE am 24. Spieltag mit einem Sieg im Heimspiel gegen den SV Waldhof Mannheim (Sonntag, 13:30 Uhr) bei dann 47 Zählern nach unten hin endgültig abgesichert.

Doch dass es anschließend wieder zu einem Einbruch kommen wird, glaubt Wollitz nicht. "Wir haben schon im Winter gesagt, dass wir davon überzeugt sind, dass wir die Klasse halten und uns nicht mit dem Thema beschäftigen brauchen", betonte der 60-Jährige bei der Spieltags-Pressekonferenz am Freitag. Dafür sei die Mannschaft "zu stabil" und habe "zu viel Qualität". Auch die interne Kommunikation sei "einfach zu sicher und zu stark".

Darüber hinaus seien die Spieler im Gegensatz zur letzten Saison jetzt nicht überpaced. Nicht zuletzt deswegen, weil der Kader im Sommer neu zusammengestellt wurde und zudem mehr Wert auf die Breite gelegt wurde. Hinzukommt, dass Energie finanziell – unter anderem durch die vorzeitige Verlängerung von Hauptsponsor Leag – etwas besser aufgestellt ist, um "seriös", wie Wollitz es nannte, in die Vertragsgespräche gehen zu können. Die Ungewissheit über die eigene Zukunft hatte bei einigen Spielern im letzten Jahr ebenfalls für einen Leistungseinbruch gesorgt.

"Dürfen uns nicht einreden lassen, dass wir müssen"

Ein weiterer Unterschied zur letzten Saison: Während Wollitz vor einem Jahr jeden für verrückt erklärt hatte, der vom Aufstieg geträumt hatte, war er nun bereits vor einigen Wochen in die Offensive gegangen und hatte betont, den Sprung in die 2. Liga schaffen zu wollen. Damit die Erwartungen aber nicht zu groß werden, betont der Energie-Coach immer wieder, dass der FCE trotz der Tabellenführung nur Außenseiter sei. "Wir dürfen uns nicht einreden lassen, dass wir müssen. Weil so sicher und so gut können wir noch gar nicht sein, wenn man die einzelnen Spieler sieht", betonte der 60-Jährige. "Sie performen zwar gut, aber sie haben unter dem Erwartungsdruck noch nicht so abgeliefert, dass wir sagen können, wir sind ein sicherer Kandidat." Es gelte, oben dranzubleiben, ohne sich verrückt machen zu lassen.

Um gegen Mannheim drei Punkte mitnehmen zu können, "brauchen wir eine gute Balance, eine gute Struktur und dürfen die Abstände nicht zu groß werden lassen." Schließlich verfüge der Waldhof über eine "sehr gute Spielanlage, eine gute Raumaufteilung und gute Schnelligkeit". Sicher ausfallen wird nur Leon Guwara, zudem ist der Einsatz von Nyamekye Awortwie-Grant (grippaler Infekt) noch fraglich. Ob Tolga Cigerci zu seinem Debüt kommen wird, ließ Wollitz indes offen. Es gehe darum, den "richtigen Moment" zu finden. Auch, um die anderen Spieler nicht zu verlieren. Doch im Endspurt wird der 33-Jährige sicherlich noch seinen Anteil dazu beitragen, dass Cottbus nicht wie in der letzten Saison nach dem 24. Spieltag einbricht.

   

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