Alles, was ihr zum 30. Spieltag wissen müsst
Wir machen die 30 voll! Pünktlich bevor sich die 3. Liga in die letzte Länderspielpause der Saison verabschiedet, steht der 30. Spieltag auf dem Plan. Und dieser hat es mal wieder in sich: Wir dürfen uns auf zwei Topspiele und viele weitere interessante Paarungen freuen. Unsere Vorschau:
Die Ausgangslage
Unaufhaltsam marschiert der VfL Osnabrück vorneweg. Dank zuletzt fünf Siegen in Folge haben sich die Niedersachsen mittlerweile bereits ein Sechs-Punkte-Polster auf den Relegationsplatz erspielt. Die nächste Herausforderung für die aktuell so konstant auftretende Truppe von Timo Schultz ist die TSG Hoffenheim II am Sonntagmittag. Deutlich enger geht es hinter Osnabrück zu: Zwischen Platz zwei und acht liegen derzeit nur fünf Punkte. Die Spieltagsplanung beschert uns dieses Wochenende zwei besondere Highlights: Es stehen zwei direkte Duelle im Aufstiegskampf auf dem Plan.
Den Auftakt macht die Partie zwischen Wehen Wiesbaden und Hansa Rostock am Freitagabend, ehe dann am Sonntag das Traditionsduell zwischen dem MSV Duisburg und 1860 München steigt. Dazwischen sind am Samstag Energie Cottbus (gegen den SSV Ulm 1846) und der SC Verl (gegen den 1. FC Saarbrücken) gefordert. Abgerundet wird der Aufstiegskampf am Sonntagabend durch Rot-Weiss Essen, das bei der Kölner Viktoria zu Gast ist.
Fünf Spiele im Fokus
Wiesbaden vs. Rostock: Beendet Hansa die Wiesbadener Heimsiegserie?
Sieben Heimspiele – sieben Siege! So fällt die beeindruckende Heimbilanz von Daniel Scherning als Coach des SV Wehen Wiesbaden bisher aus. Auswärts gab es zuletzt immerhin ein leistungsgerechtes 0:0 den Münchner Löwen. Nach 1860 wartet nun mit dem F.C. Hansa Rostock der nächste Aufstiegsanwärter auf Wiesbaden, das aktuell vier Punkte hinter Platz drei liegt und sehr gefestigt wirkt. Rostock gastiert am Freitagabend in der Brita-Arena und wird sich anschicken, die Heimsiegserie des SVWW zu durchbrechen.
Nach dem 5:1-Heimsieg gegen den MSV Duisburg reist die Truppe von Daniel Brinkmann auf jeden Fall mit frischem Rückenwind in die hessische Landeshauptstadt. Insgesamt konnte der FCH aus den letzten vier Spielen starke zehn Punkte holen und sich dadurch bis auf zwei Zähler an den Relegationsplatz heranpirschen. Mann der Stunde bei der Kogge ist Emil Holten mit sechs Toren aus den letzten sieben Spielen. Hoffnung macht aus Rostocker Sicht auch die Erinnerung an das Hinspiel, das Hansa mit 3:0 gewinnen konnte.
Cottbus vs. Ulm: Kehrt Energie in die Erfolgsspur zurück?
Nein, das war nicht der Tag von Energie Cottbus. Am vergangenen Freitag musste die Truppe von Claus-Dieter Wollitz eine bittere 1:4-Pleite in Aachen hinnehmen – es war die erste Niederlage im Jahr 2026. Vorne agierten Cigerci & Co. zu umständlich und hinten offenbarte der FCE vor allem bei Standards eine vermeintlich längst überwundene Anfälligkeit. Vor heimischem Publikum soll nun gegen den SSV Ulm 1846 unbedingt wieder ein Sieg her, um sich mit einem Erfolgserlebnis in die Länderspielpause zu verabschieden. Positiv für Energie: Abwehrchef King Manu dürfte am Samstag nach überstandenem Infekt in die Startelf zurückkehren.
Ganz andere Sorgen muss sich derzeit der SSV Ulm machen. Neun Punkte Rückstand auf das rettende Ufer wären in neun verbleibenden Partien theoretisch durchaus noch aufzuholen, doch die jüngsten Auftritte der Spatzen geben wenig Grund zur Hoffnung. In den letzten sieben Spielen konnten die Spatzen nur magere zwei Punkte einfahren. Zuletzt präsentierte sich vor allem die Defensive in einem katastrophalen Zustand und leistete sich zahlreiche individuelle Fehler. Trotz der ausbleibenden Erfolgserlebnisse sitzt Ulm-Coach Pavel Dotchev vorerst weiter fest im Sattel.
Verl vs. Saarbrücken: Erleben wir das nächste Torspektakel?
Nein, man kann nicht davon sprechen, dass der 1. FC Saarbrücken derzeit mit Siebenmeilenstiefeln der Abstiegszone enteilt. Und dennoch reichen neun Punkte aus den letzten sechs Partien dafür, dass die Saarländer ihren Vorsprung auf Platz 17 in diesem Zeitraum von einem auf neun Punkte ausbauen konnten – der schwachen Konkurrenz im Keller sei Dank. So können die Blau-Schwarzen halbwegs beruhigt die Auswärtsreise zum SC Verl antreten, der als Tabellenvierter mitten im Aufstiegsrennen steckt.
Die kleine Krise mit vier Niederlagen innerhalb von sieben Spielen scheint der SCV mittlerweile erfolgreich überwunden zu haben. Zuletzt konnte die Truppe von Tobias Strobl wieder zwei Siege feiern – darunter das 4:0 in der Vorwoche gegen den 1. FC Schweinfurt, bei dem Drittliga-Top-Scorer Berkan Taz mit zwei Toren und einem Assist einmal mehr glänzen konnte. Apropos Torspektakel: Ein solches gab es bei der Paarung Verl gegen Saarbrücken schon des Öfteren: Schon viermal fielen in einer Drittligapartie zwischen den beiden Kontrahenten mindestens sechs Treffer – darunter auch im Hinspiel, das Verl mit 4:2 gewann.
Duisburg vs. 1860 München: Traditionsreiches Topspiel an der Wedau
Die Zebras gegen die Löwen! Dieses animalisch anmutende Duell hat eine große Tradition vorzuweisen, wurde es doch schon 30-mal in der Bundesliga ausgetragen. Insgesamt trafen beide Traditionsvereine schon 61-mal aufeinander – oft mit dem besseren Ende für 1860 München, das 30 Spiele gewinnen konnte, während Duisburg auf 16 Siege kommt. Auch wenn die Begegnung mittlerweile in der 3. Liga steigt, könnte die Spannung kaum größer sein. Nicht nur kündigen sich am Sonntagnachmittag über 20.000 Zuschauer an, sondern die MSV-Fans planen zudem auch noch einen Busempfang.
Und auch sportlich steht einiges auf dem Spiel: Duisburg ist durch die 1:5-Pleite in Rostock in der Vorwoche erstmals in dieser Saison aus den Top3 gefallen und möchte nun eine positive Reaktion zeigen. Die Löwen haben aktuell als Tabellensiebter drei Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz und sind dementsprechend bestrebt, den Abstand zu verringern. Nach fünf Siegen in Folge musste sich die Kauczinski-Elf zuletzt mit einem leistungsgerechten 0:0 gegen Wiesbaden begnügen. Gelingt den Sechzgern nun gegen Lieblingsgegner Duisburg – sechs der letzten sieben Duelle gingen an 1860 – die Rückkehr auf die Siegerstraße?
Viktoria Köln vs. Essen: Lässt RWE den vierten Sieg in Serie folgen?
Chapeau, Rot-Weiss Essen! Als nach den Niederlagen gegen Osnabrück und Rostock nicht mehr viel für RWE zu sprechen schien, behielt Uwe Koschinat die Ruhe – und coachte seine Mannschaft zu drei Siegen in Serie, die Essen auf Platz drei springen ließen! Gegen Mannheim und Aue gab es zuletzt zwei 4:2-Siege in Folge. Die Tormaschinerie funktioniert wieder, was insbesondere an Marek Janssen liegt, der in den letzten drei Partien vier Treffer erzielen konnte, nun aber gegen Viktoria Köln aufgrund von Schmerzen an der Achillessehne auszufallen droht.
Größte Baustelle bei RWE ist nach wie vor die Defensive, die mit schon 48 kassierten Gegentoren keine aufstiegswürdigen Zahlen vorzuweisen hat. Herausgefordert wird die Essener Abwehrreihe als nächstes von der Kölner Viktoria, die bis dato auf 40 Saisontore kommt – ein Wert, der im unteren Mittelfeld der Liga einzuordnen ist. Zuletzt musste die Elf von Marin Wilhelm, dessen Vertrag jüngst verlängert wurde, drei Niederlagen in Folge hinnehmen. Besonders bitter war das 2:3 in Havelse in der Vorwoche, als die Viktoria lange Zeit drückend überlegen war und mit 2:0 in Führung lag, in der Schlussphase aber das Spiel komplett aus der Hand gab. Machen es die Höhenberger nun gegen Essen besser?