Alles, was ihr zum 24. Spieltag wissen müsst

Runde 24 steht auf dem Programm – und hat unter anderem zwei Spitzenspiele und einen Abstiegskracher parat. Außerdem präsentiert sich der 1. FC Saarbrücken am Samstag erstmals unter seinem neuen Trainer. Einen genauen Überblick über diese Spiele und was sonst noch los ist, bekommt ihr wie gewohnt in unserer Vorschau.

Die Ausgangslage

Am Mittwoch kam es zum großen Knall beim 1. FC Saarbrücken, Trainer Jürgen Luginger wurde nach nur acht Spielen von seinen Aufgaben entbunden und durch Ex-Löwen-Coach Argirios Giannikis ersetzt. Außerdem wurde mit dem langjährigen Ulmer Erfolsgmacher Markus Thiele ein neuer starker Mann installiert, der künftig die neu geschaffene Position des Sportvorstands bekleidet. Ein ebenso konsequenter wie mutiger Schritt der Saarbrücker Verantwortlichen – der tunlichst sitzen sollte, schließlich trennt den FCS nur noch ein Punkt von den Abstiegsplätzen. Den nächsten Versuch, die seit 16 Partien anhaltende Sieglos-Serie zu durchbrechen, bietet sich dem FCS am Samstag im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart II.

Eine gänzlich andere Gefühlswelt herrscht an der Tabellenspitze vor. Cottbus grüßt weiterhin von der Tabellenspitze – und konnte zuletzt als erster Verein im Jahr 2026 den Platz an der Sonne verteidigen. Das torlose Remis am Samstag in Ingolstadt reichte aus, da der SC Verl einen später mit 2:4 in Duisburg verlor. Durch den Sieg im NRW-Duell kletterte der MSV auf den zweiten Tabellenplatz – der Rückstand auf Tabellenführer Cottbus beträgt einen Punkt. Generell reiht sich die Tabellenspitze in schöner Ordnung auf: Von Platz eins bis sieben trennt die Tabellennachbarn jeweils genau ein Punkt.

Auf jenem siebten Platz ist der SV Wehen Wiesbaden zu finden, der mit zehn Punkten aus den vier Spielen in 2026 den Sprung in die erweiterte Aufstiegsgruppe geschafft hat. Den Status als Spitzenteam gilt es nun gegen den MSV Duisburg zu bestätigen, der am Samstag in der Brita-Arena gastiert. Ein weiteres Topspiel steigt in Rostock, wo der Tabellendritte aus Osnabrück ebenfalls am Samstag zu Gast ist. Cottbus ist dagegen erst am Sonntag gefordert – mit einem Heimspiel gegen Waldhof Mannheim.

 

Fünf Spiele im Fokus

Rostock vs. Osnabrück: Auswärtsstarke Osnabrücker zu Gast an der Ostsee  

Knapp 25.000 Zuschauer strömen in dieser Saison im Schnitt ins Ostseestadion – und sorgen dort regelmäßig für eine Gänsehautatmosphäre. Etwas überraschend schneidet der F.C. Hansa Rostock allerdings in der Fremde besser ab als im eigenen Stadion: Während die Brinkmann-Elf mit fünf Siegen aus zwölf Partien (19 Punkte) in der Heimtabelle nur auf Platz elf liegt, ist Rostock auswärts Zweiter (20 Punkte). Besser ist in der Fremde nur der kommende Gegner der Hanseaten, der VfL Osnabrück, der auswärts schon 23 Zähler verbuchen konnte.

Setzt die Schultz-Elf diese beeindruckende Bilanz nun auch in Rostock fort? Die aktuelle Form spricht jedenfalls leicht für den VfL, der im neuen Jahr aus vier Spielen zehn Punkte einfuhr und dabei dreimal ohne Gegentor blieb. Passend dazu verkündete der VfL-Trainer nach dem Heimsieg gegen Havelse unverblümt: "Wir wollen aufsteigen". Ähnliche Ambitionen hegt auch Hansa Rostock, das zuletzt allerdings zweimal sieglos blieb. Besonders bitter dabei das 2:2-Unentschieden gegen Hoffenheim II, als der FCH zwei Fehlentscheidungen hinnehmen mussten, die Rostock den Sieg kosteten. Laut Brinkmann "eine absolute Frechheit".

Wiesbaden vs. Duisburg: Stellen formstarke Wehener dem MSV ein Bein?

Drei Mannschaften haben in 2026 schon eine zweistellige Punktezahl eingefahren. Neben dem VfL Osnabrück und dem FC Ingolstadt gehört auch der SV Wehen Wiesbaden zu diesem Trio, das bereits auf zehn Punkte kommt und sich damit an die Aufstiegsplätze herangepirscht hat. Vier Punkte liegt die Truppe von Daniel Scherning derzeit noch hinter dem Relegationsplatz. Diesen positiven Trend gilt es nun gegen ein echtes Spitzenteam zu bestätigen, den MSV Duisburg.

Die Zebras konnten in 2026 immerhin schon neun Punkte einfahren und dabei letzte Woche ein 4:2-Ausrufezeichen gegen den SC Verl setzen. Dabei präsentierten sich die Meidericher brutal effizient im Abschluss – allen voran Winterneuzugang Lex Tyger Lobinger, der im vierten Spiel seine Treffer drei und vier für den MSV erzielte. Die Bilanz zwischen dem SVWW und dem MSV, die sich schon 13 Mal in der 3. Liga gegenüberstanden, ist weitestgehend ausgeglichen: Während Wiesbaden auf fünf Siege kommt, steht Duisburg bei sieben Erfolgen. Hinzu kommen drei Unentschieden.

Essen vs. Regensburg: Defensive Anfälligkeit trifft auf Ladehemmung

Just, als die erste Niederlage nach zuvor sieben ungeschlagenen Spielen drohte, holte RWE noch einen letzten Pfeil aus dem Köcher. Der eingewechselte Winterneuzugang Dickson Abiama schnürte in der 85. und 89. Minute einen Doppelpack und rettete Essen damit ein 3:3-Unentschieden im Westschlager gegen Alemannia Aachen. Im Heimspiel gegen Jahn Regensburg darf es nach dem Geschmack der Essener nun aber gerne wieder etwas weniger dramatisch zugehen. Vor allem die Defensive würde Trainer Uwe Koschinat gerne stabilisieren – im neuen Jahr kassierte RWE stets mindestens ein Gegentor.

Die Bilanz gegen Regensburg kann sich aus Essener Sicht sehen lassen: Drei der bisher vier Duelle konnten die Ruhrpottler für sich entscheiden, darunter das Hinspiel (3:1). Doch aufgepasst: Der Jahn konnte sich nach einem verpatzten Start ins neue Jahr zuletzt stabilisieren und blieb gegen Schweinfurt und Viktoria Köln jeweils ohne Gegentor (vier Punkte). Allerdings stottert der Offensiv-Motor der Wimmer-Elf derzeit: In 2026 gab es erst einen eigenen Treffer. Platzt der Knoten nun ausgerechnet an der Essener Hafenstraße? Angesichts von nur fünf Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz würden den Oberpfälzer frische Punkte durchaus gut zu Gesicht stehen.

Cottbus vs. Mannheim: Heimstarke Lausitzer empfangen formstarke Kurpfälzer  

Claus-Dieter Wollitz haderte zwar damit, dass seine Mannschaft beim 0:0 in Ingolstadt einen möglichen Sieg liegenließen, und dennoch darf sich Energie Cottbus darüber freuen, als erstes Team in 2026 eine Tabellenführung bestätigt zu haben. Gelingt dieses Kunststück nun auch ein zweites Mal? Der Vorsprung auf Platz zwei beträgt nur einen Punkt. Positiv auf FCE-Sicht: Es steht wieder mal ein Heimspiel im LEAG-Energie-Stadion an, wo Cottbus in dieser Saison eine Festung ist. 27 Punkte aus 12 Heimspielen bedeuten Platz eins in der Heimtabelle (bei einem Spiel mehr als die ebenfalls heimstarken Duisburger).

Die Gäste aus Mannheim reisen allerdings mit frischem Rückenwind in die Lausitz, schließlich konnte die Truppe von Luc Holtz zuletzt zwei Siege bejubeln und sich damit bis auf Platz acht vorschieben. Vor allem der 2:1-Sieg gegen Ulm im Baden-Württemberg-Duell vor Flutlichtatmosphäre war Balsam für die Seele. Dennoch betonten die Verantwortlichen der Buwe, dass sie den Blick aktuell nicht weiter nach oben richten wollen – der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt derzeit sieben Punkte –, sondern vielmehr das Erreichen der 45-Punkte-Marke im Vordergrund steht.

Ulm vs. Aachen: Kellerduell im Donaustadion

Während Mannheim am vergangenen Freitag jubeln konnte, herrschten im Lager des SSV Ulm 1846 geknickte Köpfe vor. Trotz eines großen Kampfes und viel Leidenschaft reichte es nicht mehr für die Aufholjagd, sodass die Spatzen am Ende die erste Niederlage nach zuvor zwei Siegen am Stück hinnehmen mussten. Im heimischen Donaustadion soll nun die Rückkehr in die Erfolgsspur gelingen, zumal mit Alemannia Aachen ein direkter Konkurrent aus dem Abstiegskampf zu Gast ist. Die Schwarz-Gelben haben derzeit vier Punkte Vorsprung auf Ulm.

Doch aufgepasst: Die Westdeutschen sind auf fremden Plätzen eine Macht: 19 Punkte aus 12 Auswärtsspielen bedeuten Platz vier in der Auswärtstabelle. Würde die Liga nur auswärts ausgetragen werden, dann wäre Aachen nicht im Abstiegs-, sondern vielmehr im Aufstiegskampf zu finden. Zuletzt schien die Selimbegovic-Truppe auch zu Hause auf einem guten Weg und führte gegen Essen bereits mit 3:1, ehe in der Schlussphase die Kräfte schwanden und Aachen den Sieg spät doch noch aus der Hand gab (Endstand 3:3). "Der Weg und die Richtung stimmen. Wir wachsen langsam aber sicher", bekräftigte der Trainer nach der Partie. Kann Aachen diesen Weg in Ulm bestätigen?

   

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