Alles, was ihr zum 12. Spieltag wissen müsst

Die 3. Liga hat zwar keinen DFB-Pokal-Vertreter mehr, zieht dafür aber einmal mehr beachtliche Zuschauermassen an. Das dürfte auch am 12. Spieltag der Fall sein, der mit einigen Highlight-Spielen aufwartet. Den Überblick liefert unsere Vorschau.

Die Ausgangslage

Ein Mitgrund für den Zuschauerandrang ist sicherlich die große Spannung, die die 3. Liga bietet. Bestes Beispiel ist das aktuelle Tabellenmittelfeld, in dem es gerade enger denn je zugeht: Zwischen dem Tabellenvierten 1. FC Saarbrücken und dem VfB Stuttgart II (14.) liegen gerade einmal drei Punkte. Nur drei weitere Zähler dahinter rangiert mit den Würzburger Kickers die erste Mannschaft unter dem ominösen Strich. Und auch Schlusslicht TSV Havelse ist nach dem jüngsten Sieg gegen Saarbrücken nur noch drei Punkte vom rettenden Ufer entfernt.

Und oben? Dort ist der Vorsprung des MSV Duisburg nach der überraschenden Niederlage in Ingolstadt etwas geschmolzen. Die Zebras liegen nur noch zwei Punkte vor Verfolger Viktoria Köln. Das Spitzenduo ist am Samstagnachmittag gefordert: Duisburg empfängt Stuttgart II, die Viktoria reist zu Hoffenheim II. Mit zwei weiteren Punkten Abstand folgt Rot-Weiss Essen, das am Sonntag gegen Sonnenhof Großaspach, den anderen Drittligisten, der unter der Woche im DFB-Pokal aktiv war, ins Geschehen eingreift. Eröffnet wird der Spieltag am Freitagabend von Zuschauermagnet Fortuna Düsseldorf und dem SV Meppen. Weitere Highlights steigen am Sonntag, wenn sich Saarbrücken und Mannheim zum Südwest-Derby treffen und Aachen und Münster einen West-Schlager austragen.

 

Fünf Spiele im Fokus

Düsseldorf vs. Meppen: Stellt der SVM der Fortuna beim Langeneke-Heimdebüt ein Bein?

Das erste Spiel nach Alexander Ende brachte einen Systemwechsel auf ein 4-3-3 und einen – zugegebenermaßen etwas glücklichen – Punkt aus Rostock mit sich. Jens Langeneke war mit seinem Debüt zufrieden. Glänzen konnte einmal mehr der junge Anas Slimani, der sich nicht nur aufgrund seines ersten Profitors mehr und mehr in den Fokus spielt. Nach dem Punktgewinn zum Debüt in Rostock soll nun der erste Sieg unter Langeneke folgen – im Heimspiel gegen den SV Meppen. Während die Bilanz mit sieben Siegen aus zehn Duellen klar für die Fortuna spricht, sieht es bei der aktuellen Form etwas anders aus.

Meppen reist nämlich mit reichlich Rückenwind an, konnten die Emsländer zuletzt doch einen überzeugenden 4:0-Sieg gegen Würzburg feiern. Generell stimmt die Form seit der Länderspielpause: Zwei Siege und zwei Remis brachten den Sprung aus der Abstiegszone auf Platz 13. "Wir haben jetzt schon Bock, Düsseldorf zu ärgern. Es ist einfach unangenehm, gegen uns zu spielen, und wir wollen es jedem Gegner schwer machen", lautet die Kampfansage von Kapitän Jonas Fedl. Weniger erfreulich ist dagegen die Nachricht, dass Stamm-Linksverteidiger Tobias Mißner nach seiner verletzungsbedingten Auswechslung gegen Würzburg nun längerfristig fehlen wird.

Duisburg vs. Stuttgart II: Finden die Zebras ihre Leichtigkeit zurück?

"Einfach zu wenig" sei die Leistung seiner Mannschaft gewesen, bemängelte MSV-Trainer Dietmar Hirsch nach der 1:2-Niederlage in Ingolstadt immer und immer wieder. Besonders ärgerlich war die Niederlage auch deswegen, weil die Zebras fast eine Stunde in Überzahl spielten. Wiedergutmachung soll nun im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart II gelingen. Vor eigenem Publikum ist der MSV bislang eine Macht für sich und holte aus sechs Partien beeindruckende 16 Punkte. Das Heimspiel gegen Stuttgart II dürfte dabei gute Erinnerungen hervorrufen, schließlich fand das erste Spiel nach der Drittliga-Rückkehr vor gut einem Jahr gegen den VfB statt und wurde mit 2:1 gewonnen. Im Rückspiel folgte ein deutliches 4:0.

Insgesamt ist der MSV gegen Stuttgart II noch ungeschlagen (3-3-0). Allerdings reist die schwäbische Nachwuchstruppe durchaus formstark an. Vor der jüngsten 1:2-Niederlage gegen Aachen blieb die talentierte Truppe von Nico Willig fünfmal in Folge ungeschlagen. Auch die bisherige Punktausbeute kann sich sehen lassen: Mit 14 Zählern aus elf Spielen stehen die jungen Schwaben ordentlich da. Ob sie nun auch dem Tabellenführer ein Bein stellen können?

Saarbrücken vs. Mannheim: Südwestderby im Ludwigspark

Keine Frage: Die Rivalität zum 1. FC Kaiserslautern ist sowohl beim 1. FC Saarbrücken als auch beim SV Waldhof Mannheim deutlich größer. Dennoch gilt das direkte Duell zwischen FCS und SVW als brisantes Südwestderby, das beide Seiten nur zu gerne für sich entscheiden würden. Am Sonntag ab 13:30 Uhr ist es im Ludwigspark wieder so weit. Der Blick in die Historie spricht dabei klar für die Saarländer, die 25 der bisherigen 52 Duelle gewannen. Mannheim kommt dagegen auf 15 Siege. Auch den letzten Vergleich im Mai entschied der FCS mit 2:0 für sich. Nach der bitteren Niederlage beim TSV Havelse herrscht rund um den FCS aktuell aber eher Katerstimmung.

Die Buwe reisen wiederum mit frischem Selbstvertrauen an. Am Sonntagabend drehte Mannheim einen 0:1-Halbzeitrückstand gegen Hoffenheim II noch in einen deutlichen 4:1-Heimsieg. Matchwinner war Oldie Terrence Boyd, der als Joker einen Hattrick schnürte. Trainer Rui Mota hat damit ein echtes Luxusproblem im Sturm, schließlich wussten bislang auch Gonçalo Gregório (vier Scorerpunkte) und Julian Ulbricht (sechs Scorerpunkte) zu überzeugen. Wer darf nun im Derby in vorderster Front beginnen? Zusätzliche Motivation für den Waldhof bietet die Aussicht, mit einem Sieg in der Tabelle am FCS vorbeizuziehen.

Großaspach vs. Essen: Wer gewinnt das Duell der DFB-Pokal-Recken?

Auch wenn es am Ende jeweils nicht reichen sollte, können sowohl Sonnenhof Großaspach als auch Rot-Weiss Essen stolz auf ihre Auftritte in der zweiten Runde des DFB-Pokals sein. RWE lieferte Champions-League-Teilnehmer RB Leipzig einen großen Kampf und geriet nach 70-minütiger Führung in Überzahl erst durch einen Doppelschlag in der Schlussphase entscheidend ins Hintertreffen. Die SGS wiederum holte gegen den FC Augsburg zwischenzeitlich sogar einen 0:2-Rückstand auf, ehe die Mannschaft von Pascal Reinhardt zwei weitere Gegentreffer hinnehmen musste.

Nun treffen die beiden Pokal-Recken passenderweise im direkten Duell aufeinander. Spannend wird vor allem zu beobachten, wer sich von den kräftezehrenden Auftritten am Dienstagabend besser erholt hat. Aufsteiger Großaspach verfügt ohnehin über einen vergleichsweise schmalen Kader, der kaum Raum für Rotation lässt. Doch auch RWE-Coach Uwe Koschinat sind derzeit weitgehend die Hände gebunden, schließlich fallen aktuell sieben Stammspieler verletzt aus. Immerhin dürfte Stürmer Marek Janssen im Vergleich zum Leipzig-Spiel zurückkehren. Zudem gilt, dass sich Essen zuletzt trotz der Verletzungsmisere erstaunlich stabil präsentierte. So auch in Großaspach?

Aachen vs. Münster: West-Schlager zum Spieltagsabschluss

Nach den Niederlagen gegen Viktoria Köln und Wehen Wiesbaden drohte Alemannia Aachen in ungemütlichere Tabellenregionen abzurutschen. Doch der TSV hatte die perfekte Antwort parat und feierte gegen Hansa Rostock und den VfB Stuttgart II zwei Siege. Nun winkt im Heimspiel gegen West-Rivale Preußen Münster der dritte Dreier in Folge, mit dem sich die fünftplatzierte Selimbegovic-Elf in der Spitzengruppe festsetzen könnte. Die Gäste liegen derzeit zwei Punkte und sechs Plätze hinter den Schwarz-Gelben, reisen nach dem wichtigen 1:0-Erfolg gegen Fortuna Köln aber ebenfalls mit Rückenwind an.

Mit diesem Sieg beendeten die Preußen ihre Durststrecke von fünf sieglosen Partien. "Wir haben heute einen dreckigen Sieg geholt, der sich sehr gut anfühlt", freute sich Trainer Alexander Wörle nach Abpfiff. Den ersten Zu-null-Erfolg der Saison verdankten die Adlerträger auch Matthis Harsman, der gegen Köln erstmals den Vorzug gegenüber Morten Behrens zwischen den Pfosten erhalten hatte. Aachen und Münster treffen am Sonntag im Übrigen erstmals seit Februar 2023 aufeinander. Damals siegten die Preußen in der Regionalliga West mit 4:0. Die Gesamtbilanz ist mit 13 Aachener Siegen, neun Remis und 16 Münsteraner Erfolgen recht ausgeglichen.

   

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